Anleitung für originelle Stoffbeutel

Anleitung für originelle Stoffbeutel

Plastiktüten sind zwar praktisch, aber nicht gerade umweltfreundlich. Deutlich besser schneiden da schon Stoffbeutel ab. Und solche Stoffbeutel lassen sich prima selbst anfertigen. Im Handumdrehen entstehen originelle Taschen, die auch noch echte Unikate sind.

So manches Exemplar ist fast zu schade, um nur als Einkaufstüte verwendet zu werden. In diesem Fall kann der selbstgemachte Stoffbeutel beispielsweise als Geschenkverpackung genutzt werden. Aber wie werden die Stoffbeutel denn gemacht?

Hier kommt die Anleitung!:

 

Die Materialien für originelle Stoffbeutel

  • einfacher, weißer oder heller Baumwollstoff
  • Textilfarbe zum Sprühen in einer oder mehreren Farbtönen
  • Tortenspitze, ausgemusterte Gardine, Schnüre, Wollfäden, Knöpfe oder andere Gegenstände als Schablonen
  • Zeitungen oder Folie zum Abdecken der Arbeitsfläche
  • Bügeleisen und Stoffrest
  • Nähmaschine oder Nadel, Nähgarn und Stecknadeln
  • Stoffschere und Maßband

 

Anleitung für originelle Stoffbeutel

1. Schritt: den Stoff vorbereiten

Bevor der Stoff bedruckt werden kann, sollte er einmal gewaschen werden. Auf diese Weise werden mögliche Appreturen und Beschichtungen, aber auch Verschmutzungen entfernt. Ist der Stoff gewaschen, wird er glatt gebügelt. Am besten lässt sich der Stoff übrigens bügeln, wenn er noch leicht feucht ist. Falten gehen so nämlich viel leichter raus und beim Bügeln wird der Stoff automatisch auch trocken.

Der gewaschene und glattgebügelte Stoff wird jetzt zugeschnitten. Die Größe kann selbstverständlich frei gewählt werden. Für einen Stoffbeutel im Format einer typischen Einkaufstasche sollte das Stoffstück aber 36 x 82 cm groß zugeschnitten werden. Für die Henkel werden zwei Stoffstreifen benötigt, die 42 cm lang und 7 cm breit sind.

 

  1. Schritt: den Stoff gestalten

Damit die Arbeitsfläche nicht auch bunt eingefärbt wird, sollte sie mit ausreichend Zeitungspapier oder Folie abgedeckt werden. Dann kann das Gestalten des Stoffes beginnen.

Dafür wird der Stoff flach ausgebreitet. Anschließend werden die gewünschten Gegenstände aufgelegt, die als Schablonen dienen und für das hübsche Muster sorgen. Tolle Effekte entstehen beispielsweise, wenn Tortenspitzen, Stoffbordüren oder alte Gardinen auf dem Stoff arrangiert werden.

Auch Knöpfe, Federn, Blätter, Steine, Ausstechformen für Plätzchen oder Pappbecher hinterlassen schöne Abdrücke. Gleiches gilt für Schnüre oder Wollfäden, die ordentlich zu einem Muster, Schriftzug oder Motiv drapiert werden können. Witzig sieht es aber auch aus, wenn die Schnüre einfach so auf den Stoff geworfen werden und dann eine zufällige Form annehmen. Batikähnliche Muster sind ebenfalls möglich. Dafür wird der Stoff an bestimmten Stellen zusammengenommen und mit etwas Schnur oder einem Gummi abgebunden. Das waren natürlich nur ein paar Beispiele für die unzähligen Möglichkeiten!

Ist das Muster arrangiert, kommt die Sprühfarbe zum Einsatz. Die Dose wird einmal gut durchgeschüttelt und anschließend wird der Stoff mit der Farbe besprüht. Je kleiner der Abstand zwischen der Dose und dem Stoff ist, desto intensiver und gleichmäßiger wird der Stoff eingefärbt. Wird die Dose weiter weg gehalten, legt sich hingegen nur ein sanfter Farbnebel auf den Stoff. Auch hier kann also wieder herumexperimentiert werden.

Ob das Muster mit nur einer Farbe oder in mehreren Farbtönen gestaltet wird, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Beides hat seinen Reiz. Soll der Stoffbeutel bunt werden, ist es aber ratsam, mit der hellsten Farbe zu beginnen und sich bis zur dunkelsten Farbe vorzuarbeiten. Wird eine helle Farbe auf eine dunkle Farbe aufgesprüht, wird sie nämlich wahrscheinlich nicht zu sehen sein.

Ist der Stoff eingefärbt, werden die Schablonen entfernt. Danach muss die Farbe trocknen. Anschließend wird der Stoff mit einem Stoffrest abgedeckt und noch einmal gebügelt. Durch das Bügeln wird die Farbe fixiert. Auf welcher Stufe und wie lange der Stoff gebügelt werden muss, um die Farbe zu fixieren, ist auf der Verpackung angegeben.

 

  1. Schritt: den Stoffbeutel nähen

Jetzt muss aus dem Stoffstück nur noch ein Stoffbeutel werden. Dafür wird der Stoff so hingelegt, dass die Vorderseite unten liegt und die Stoffrückseite nach oben zeigt. Nun wird die schmale Oberkante erst 1 cm breit nach innen eingeschlagen und anschließend noch einmal 2 cm breit umgeklappt. Diese Kante wird dann mit einem Steppstich festgenäht. Das Ganze wird auf der gegenüberliegenden Seite wiederholt.

Sind die Kanten umgenäht, wird der Stoff zusammenklappt. Die spätere Außenseite des Stoffbeutels liegt dabei innen.

Wichtig ist, darauf zu achten, dass die beiden umnähten Kanten exakt aufeinanderliegen, sonst wird der Beutel später schief. Nun wird der Stoff rechts und links mit je 1 cm Abstand zur Außenkante mittels Steppstich zusammengenäht.

Für einen sauberen Abschluss und stabile Seitennähte werden die beiden Kanten dann noch mit einem Zickzackstich umnäht. Sind die Nähte fertig, kann der Beutel gewendet werden.

 

  1. Schritt: die Henkel nähen und anbringen

Der Stoffbeutel braucht jetzt noch Henkel. Für den ersten Henkel wird ein Stoffstreifen genommen und an den schmalen Kanten je 1 cm breit umgenäht. Dann wird der Stoffstreifen mit der späteren Außenseite nach innen der Länge nach zusammengeklappt und an der langen Seitenkante entlang zusammengenäht.

Der lange Schlauch, der dadurch entstanden ist, wird anschließend gewendet. Nun wird der Henkel mit etwa 4 cm Abstand zur Seitenkante innen im Beutel positioniert und gut festgesteppt. Das andere Ende wird ebenso befestigt. Das Ganze wird dann noch einmal mit dem zweiten Henkel wiederholt. Damit ist der originelle Stoffbeutel auch schon fertig.

Wer nicht nähen kann oder möchte, kann natürlich auch einen ganz einfachen Stoffbeutel kaufen und gestalten. In diesem Fall sollte beim Einfärben aber dicke Pappe oder Folie in den Beutel gelegt werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich die Textilfarbe bis auf die andere Seite durchdrückt.

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