Anleitung: So geht Faltbatik

Anleitung: So geht Faltbatik

Wenn von Batik die Rede ist, denken die meisten an bunte Muster mit einem leichten Hippie-Touch. Aber mit der Batiktechnik lassen sich auch sehr geradlinige, geometrische Muster gestalten.

Die Methode, die dafür zur Anwendung kommt, nennt sich Faltbatik.

Und wie sie funktioniert, erklärt diese Anleitung:

 

Die Materialien für Faltbatiken

  • Baumwollstoffe, am besten in Weiß, Natur oder sehr hellen Farben
  • Textil-Echtfarbe (für die Waschmaschine) und Salz
  • Holzstäbe, Mosaikfliesen, Schraubglasdeckel, kleine Teller, zwei Geodreiecke, kleine Kunststoffplatten und andere Gegenstände für die Muster
  • Kabelbinder und Schraubzwingen zum Fixieren der Stoffpäckchen
  • Bügeleisen
  • Eimer, Wannen oder andere Plastikgefäße
  • Einweghandschuhe

Die Anleitung: So geht Faltbatik

  1. Schritt: die Stoffpäckchen vorbereiten

Im ersten Schritt muss der Stoff gefaltet werden. Dafür wird der Stoff zunächst mehrere Male der Länge nach zusammengeklappt, bis ein schmaler Stoffstreifen vorhanden ist. Dabei sollte der Stoff nach jedem Faltvorgang glatt gebügelt werden, damit gerade und saubere Faltkanten entstehen. Je sorgfältiger beim Falten gearbeitet wird, desto schöner und gleichmäßiger wird später das Muster.

Der Stoffstreifen wird dann ein weiteres Mal zusammengefaltet, und zwar entweder zu einem viereckigen oder zu einem dreieckigen Stapel. Für ein viereckiges Stoffpäckchen wird der Stoffstreifen wie eine Ziehharmonika gefaltet, also indem der Stoffstreifen immer abwechselnd einmal auf der Oberseite und dann auf der Unterseite nach rechts geklappt wird. Dabei kann das Stoffpäckchen entweder rechteckig oder quadratisch geformt werden.

Ein dreieckiges Stoffpäckchen wird im Prinzip genauso gefaltet. Allerdings wird hier nicht die linke Stoffkante nach rechts gefaltet. Stattdessen wird die Ecke oben links zur langen Unterkante des Stoffstreifens geklappt. Dadurch entsteht ein Dreieck und dieses Dreieck wird ziehharmonikaartig weitergefaltet, bis der Stoffstreifen komplett zusammengefaltet ist.

 

  1. Schritt: die Stoffpäckchen fixieren

Bevor der Stoff gefärbt werden kann, muss er fest zusammengeklemmt werden. Andernfalls würden sich die Stoffpäckchen im Wasser wieder auseinanderfalten. Gleichzeitig wird nun auch das Muster bestimmt, das später auf dem Stoff zu sehen sein wird.

Dafür werden jeweils zwei identische Gegenstände mittig auf die Oberseite und die Unterseite eines Stoffpäckchens gelegt und fixiert. Die Form des verwendeten Gegenstandes bestimmt über das Muster.

Je nachdem, welches Muster gestaltet werden soll, kommen deshalb unterschiedliche Hilfsmittel zum Einsatz:

  • Ein rechteckiges Stoffpäckchen kann oben und unten mit einem kleinen rechteckigen Gegenstand aus Holz oder Kunststoff belegt werden. Anschließend wird das Gebilde mit einer Schraubzwinge fixiert. An der Stelle, an der die Rechtecke aufliegen, bleiben später helle Rechtecke zurück.
  • Ein quadratisches Stoffpäckchen kann zwischen zwei Mosaikfliesen geklemmt und mit einer Schraubzwinge zusammengedrückt werden. Dadurch entsteht ein Muster aus hellen Quadraten.
  • Ein dreieckiges Stoffpäckchen kann mit kleinen Holzdreiecken oder, bei einem größeren Format, mit zwei Geodreiecken belegt und mit einer Schraubzwinge zusammengepresst werden.
  • Für ein Muster aus Kreisen kann ein Stoffpäckchen mit Deckeln von Schraubgläsern, kleinen, flachen Tellerchen, Unterlegscheiben, Kronkorken oder anderen runden Gegenständen belegt und mit einer Schraubzwinge verklemmt werden.
  • Für ein Streifenmuster wird das Stoffpäckchen zwischen zwei Holzstäbchen gelegt. Die Holzstäbchen werden dann an den Enden mit Kabelbindern fest verzurrt. Dort, wo die Holzstäbchen auf dem Stoff aufliegen, werden später helle Streifen zu sehen sein.
  • Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, wie und mit was die Stoffpäckchen belegt werden können. Der Haushalt und die Werkstatt geben bestimmt so einiges her!
  1. Schritt: die Stoffpäckchen färben

Sind die Stoffpäckchen vorbereitet, sollte noch einmal überprüft werden, ob die Schraubzwingen und Kabelbinder fest angezogen sind. Dies ist wichtig, weil sonst Farbe unter den aufgelegten Gegenstand läuft und das Muster dadurch weniger exakt wird. Dann werden die Stoffpäckchen in sauberes, klares Wasser gelegt. Wenn der Stoff feucht ist, nimmt er die Farbe nämlich besser auf.

Während die Stoffpäckchen im sauberen Wasser einweichen, kann das Färbebad vorbereitet werden. Dafür wird heißes Wasser in ein Gefäß gegeben. Darin werden das Farbpulver, der Fixierer und das Salz aufgelöst. Farb- und Fixierpulver sind bei Textil-Echtfarbe bereits in der Verpackung enthalten, das Salz muss separat hinzugefügt werden. Das genaue Mischungsverhältnis ist auf der Verpackung angegeben.

Nun werden die feuchten Stoffpäckchen in das Färbebad gegeben. Dabei können die Stoffpäckchen komplett in das Färbebad gelegt werden. Möglich ist aber auch, die Stoffpäckchen nur zur Hälfte in eine Farbe einzutauchen und die andere Hälfte dann in einer anderen Farbe einzufärben.

Die Farbe sollte etwa eine Stunde lang einziehen können. Es ist aber nicht notwendig, die Stoffpäckchen solange im Färbebad stehen zu lassen. Stattdessen reicht es aus, wenn die Stoffpäckchen gute zehn bis 15 Minuten lang im Färbebad verbleiben. Danach können sie für den Rest der Einwirkzeit in der Spüle oder einem Gefäß abgestellt werden. So ist im Färbebad dann wieder Platz für die nächsten Stoffpäckchen.

 

  1. Schritt: die Stoffe auswaschen

Nach der Einwirkzeit werden die Stoffpäckchen zunächst unter fließendem Wasser abgespült. Dann kommt der spannende Moment: Jetzt werden nämlich die Schraubzwingen und Kabelbinder gelöst und die aufgelegten Gegenstände abgenommen. Wenn der Stoff danach auseinandergefaltet wird, erscheint das Muster!

Nun muss der Stoff noch einmal gut ausgespült werden. Dies kann von Hand erfolgen. Einfacher ist es aber, wenn der Stoff in die Waschmaschine gegeben und (ohne Waschmittel) im Spülprogramm ausgewaschen wird. Danach wird der Stoff ein weiteres Mal im normalen Waschgang in der Waschmaschine gewaschen. Dadurch ist die Farbe fixiert und färbt bei späteren Wäschen nicht mehr ab.

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