Anleitung: Textilien mit Freezerpapier bedrucken

Anleitung: Textilien mit Freezerpapier bedrucken

Um Stoffen eine individuelle Note zu verleihen oder schlichte Textilien aufzupeppen, gibt es unzählige Möglichkeiten. Bemalen, Bestempeln, Einfärben, Batiken oder das Aufnähen von Applikationen sind ein paar Beispiele.

Eine andere Möglichkeit ist, Textilien mit Freezerpapier zu bedrucken. Und wie das geht, erklärt diese Anleitung!:

 

Ein paar Infos zum Freezerpapier vorab

Freezerpapier oder Freezer Paper kommt in Anleitungen immer wieder vor. So werden beispielsweise Schablonen für den Textildruck und die Textilmalerei gerne aus Freezerpapier hergestellt und auch beim Quilten, bei Applikationen und bei der Airbrush-Technik kommt dieses Papier oft zum Einsatz.

Aber was ist Freezerpapier überhaupt und was ist das Besondere daran? Freezerpapier ist ein Papier, das auf einer Seite aus herkömmlichem Papier besteht. Die andere Seite ist mit Kunststoff beschichtet. Fast jeder dürfte Freezerpapier oder zumindest einem ähnlichen Papier schon einmal begegnet sein.

Es wird nämlich verwendet, um Fleisch, Wurst und Käse zu verpacken. Hierzulande wird an den Theken im Supermarkt zwar inzwischen häufig ein Papier benutzt, das auf der Rückseite mit einer dünnen PE-Folie ausgestattet ist. Diese Folie kann abgezogen werden, wenn das Verpackungsmaterial entsorgt wird.

In den USA und in vielen anderen Ländern hingegen ist Freezerpapier Standard und in fast jedem Haushalt zu finden. Lebensmittel, die in Freezerpapier eingewickelt sind, können so nämlich eingefroren werden. Daher kommt auch der Name.

Beim Bedrucken und Bemalen von Stoffen ist Freezerpapier deshalb so beliebt, weil das Papier aufgebügelt werden kann und dann am Stoff haftet. Eine Schablone aus Freezerpapier muss deshalb nicht extra fixiert werden, damit sie nicht verrutscht. Später kann das Papier problemlos abgezogen und sogar wiederverwendet werden.

Freezerpapier ist in Onlineshops und im gut sortierten Bastelbedarf erhältlich. Allerdings wird es oft nur in größeren Mengen angeboten. Zudem sind die Preise mitunter recht hoch. Wir zeigen deshalb, wie Freezerpapier ohne großen Aufwand und sehr kostengünstig selbst hergestellt werden kann.

 

Textilien mit Freezerpapier bedrucken – die Materialien

  • Kopierpapier, Frischhaltefolie und Backpapier für das Freezerpapier
  • Cutter
  • Bügeleisen
  • Stoff zum Bedrucken
  • Stoffmalfarbe und Pinsel oder kleine Schaumstoffrolle
  • ein Stück Karton
  • Computer und Drucker

 

Textilien mit Freezerpapier bedrucken – die Anleitung

  1. Schritt: ein Motiv auswählen

Zunächst einmal wird das Motiv ausgewählt, das auf den Stoff gedruckt werden soll. Am besten eignen sich dabei Motive in Form von Silhouetten oder Ausmalbildern. Solche Motive beschränken sich auf klare Konturen und größere Flächen. Motive mit vielen kleinen Details sind nicht gut geeignet, denn hier wäre das spätere Ausschneiden zu aufwändig. Soll ein Foto als Vorlage verwendet werden, kann es in einem Bildbearbeitungsprogramm in ein Schattenbild umgewandelt werden.

Ist ein geeignetes Motiv gefunden, wird es mit dem Drucker auf herkömmliches Kopierpapier ausgedruckt. Wer möchte, kann sein Motiv aber selbstverständlich auch von Hand malen.

 

  1. Schritt: das Freezerpapier anfertigen

Nun wird das Kopierpapier in Freezerpapier verwandelt. Dazu wird das Papier mit der bedruckten Seite nach unten auf das Bügelbrett gelegt. Anschließend wird eine Lage Frischhalte aufgelegt. Dabei sollte die Frischhaltefolie rundherum etwas größer sein als das Papier. Durch die Wärme zieht sich die Folie nämlich ein wenig zusammen. Das Ganze wird jetzt noch mit Backpapier abgedeckt.

Dann wird das Bügeleisen auf Synthetikstufe (Stufe 2) erwärmt. Mit dem Bügeleisen wird nun die Folie auf das Papier aufgebügelt. Die Wärme bewirkt, dass die Folie weich und klebrig wird und folglich am Papier anhaftet. Das Backpapier wiederum sorgt dafür, dass die angeschmolzene Folie nicht an der Sohle des Bügeleisens festklebt.

Gebügelt werden muss solange, bis die Folie überall fest auf dem Papier anhaftet. Dies kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Die Bügeltemperatur zu erhöhen, um den Vorgang zu beschleunigen, ist übrigens keine gute Idee. Ist die Hitze zu groß, könnten sich Papier und Folie nämlich entzünden. Besser ist also, sich in Geduld zu üben. Wenn sich die Folie überall fest mit dem Papier verbunden hat, ist das Freezerpapier fertig.

 

  1. Schritt: die Schablone aus dem Freezerpapier anfertigen

Mit einem Cutter werden nun die Innenflächen des Motivs ausgeschnitten. Wichtig dabei ist, sorgfältig zu arbeiten, damit das Motiv später saubere Konturen erhält. Alle Flächen, die jetzt weggeschnitten werden, erscheinen nachher als Druck auf dem Stoff. Hat das Motiv Elemente, die ohne eine Verbindung in den Innenflächen liegen, beispielsweise Pupillen in Augen, sollten diese Elemente nicht weggeschmissen werden. Stattdessen werden sie später separat auf dem Stoff positioniert.

Möglich ist übrigens auch, das Freezerpapier als Applikation auf den Stoff aufzubringen. In diesem Fall wird das Motiv mit einer Schere ausgeschnitten und später einfach aufgebügelt.

 

  1. Schritt: die Schablone auf dem Stoff fixieren

Ist die Schablone fertig, muss sie auf dem Stoff positioniert und fixiert werden. Dafür wird der Stoff auf das Bügelbrett gelegt und glattgestrichen. Anschließend wird die Schablone, eventuell mit den zusätzlichen Kleinteilen, an der gewünschten Stelle auf dem Stoff platziert. Die Seite mit der Folie zeigt dabei nach unten, liegt also auf dem Stoff.

Um das Bügeleisen zu schützen, wird das Ganze nun wieder mit Backpapier abgedeckt. Dann wird das Bügeleisen auf Synthetikstufe erwärmt und die Schablone auf den Stoff aufgebügelt. Durch die Wärme des Bügeleisens wird die Folie erneut weich und haftet deshalb auch am Stoff.

Wichtig ist, dass die Schablone überall fest mit dem Stoff verbunden ist. Andernfalls besteht die Gefahr, dass beim Ausmalen Farbe unter die Schablone läuft. Das Ergebnis wäre dann ein unschön verschmierter Druck. Auch hier sind also wieder sorgfältiges Arbeiten und Geduld gefragt.

 

  1. Schritt: den Stoff bedrucken

Haftet die Schablone sicher auf dem Stoff, kann das Motiv ausgemalt werden. Wird ein T-Shirt, eine Kissenhülle oder ein anderer, zweilagiger Gegenstand gestaltet, sollte aber ein Stück Karton zwischen die Stofflagen geschoben werden. Der Karton verhindert, dass sich die Farbe versehentlich auf die Rückseite durchdrückt.

Dann wird mit einem Pinsel oder eine kleinen Schaumstoffrolle etwas Stoffmalfarbe aufgenommen. Damit werden die Innenflächen des Motivs nach und nach ausgemalt. Ratsam dabei ist, leicht über die Ränder der Flächen hinauszumalen. So ist sichergestellt, dass die Flächen wirklich komplett ausgefüllt sind und exakte Konturen entstehen.

Die Farbe drückt sich dabei nicht durch das Papier, denn die Schablone ist auf der Rückseite ja mit Folie beschichtet. Sind alle Flächen ausgemalt, muss die Stoffmalfarbe trocknen.

 

  1. Schritt: die Farbe fixieren

Erst wenn die Stoffmalfarbe komplett durchgetrocknet ist, wird das Freezerpapier abgezogen. Anschließend muss die Farbe noch fixiert werden. Dies erfolgt meist durch Bügeln. Die genaue Anleitung dazu steht auf der Verpackung der Farbe. Ist der Druck fixiert, ist das Werk vollbracht!

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