Anleitung für den Kartoffeldruck

Infos und Anleitung für den Kartoffeldruck 

Der Kartoffeldruck gehört zu den sehr alten und traditionellen Drucktechniken, die die meisten aus ihren eigenen Kindertagen noch kennen dürften. 

Dabei ist der Kartoffeldruck eine Technik, die sehr einfach zu lernen und umzusetzen ist und dabei mit einfachsten Mittel und wenig Aufwand innerhalb kürzester Zeit zu sehr dekorativen Ergebnissen führt. 

Hier nun die wichtigsten Infos über und eine Anleitung für den Kartoffeldruck:

  

Grundlegende Infos über den Kartoffeldruck

Unabhängig vom Alter haben viele Menschen Spaß daran, ihrer Phantasie und Kreativität freien Lauf zu lassen und schöne Dinge mit einer persönlichen, individuellen Note anzufertigen. Der Kartoffeldruck eignet sich hierfür sehr gut, denn er kommt mit nur wenigen Mitteln aus und ist sehr einfach umzusetzen. Aus diesem Grund wird der Kartoffeldruck gerne in Kindergärten und Schulen praktiziert, eignet sich aber auch als besonderes Unterhaltungsprogramm beispielsweise bei einem Kindergeburtstag. 

Ein anderer sinnvoller Einsatzbereich für den Kartoffeldruck sind therapeutische Zwecke, auch und vor allem im Zusammenhang mit Senioren und Demenzkranken. Gerade ältere und kranke Menschen finden recht schnell Zugang und Freude an dieser kreativen Tätigkeit, weil sie einen hohen Wiedererkennungswert hat. 

So kennen viele den Kartoffeldruck noch aus ihrer eigenen Kindheit oder aus dem Beschäftigung mit ihren Kindern und Enkeln. Hinzu kommt, dass der Umgang mit Kartoffeln als Grundnahrungsmittel durchaus bekannt und vertraut ist, während der Umgang mit dem Küchenmesser Erinnerungen an das alltägliche Leben mit seinen typischen Haushaltsarbeiten weckt. 

Die benötigten Materialien für den Kartoffeldruck

Für den Kartoffeldruck werden in erster Linie natürlich Kartoffeln und ein Küchen- oder Bastelmesser mit kurzer, glatter Klinge benötigt. Daneben kommen Pinsel und Farben zum Einsatz, wobei sich hierfür unterschiedliche Farben eignen, je nachdem was bedruckt werden soll.

Möglich ist der Kartoffeldruck mit beispielsweise Wasser-,  Abtön-, Bastel- und Acrylfarben oder Textilfarben, wenn Stoffe bedruckt werden sollen. 

Als Druckunterlage können ebenfalls unterschiedliche Materialien verwendet werden. So eignet sich schlichtes weißes Papier genauso wie beispielsweise Bastelkarton, Packpapier, Tonpapier, Leinen- und Büttenpapier oder Baumwoll- und Leinenstoff.  

Die Anleitung für den Kartoffeldruck

Die Drucktechnik selbst ist denkbar einfach und gliedert sich in zwei große Schritte. So werden im ersten Schritt die Druckstempel angefertigt, im zweiten Schritt folgt dann der eigentliche Druck.

Hier nun die ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung:

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Zuerst werden die Kartoffeln abgewaschen und abgetrocknet. Sinnvoll ist dabei, eher größere Kartoffeln auszuwählen, weil dieser besser zugeschnitten und einfacher gehandhabt werden können. Dann werden die Kartoffeln halbiert.

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Jetzt werden die Druckstempel angefertigt. Dazu werden unterschiedliche Motive und Formen in die Kartoffelhälften geschnitten. Grundsätzlich sind der Phantasie und Kreativität hierbei keine Grenzen gesetzt, allerdings sollten die Muster eher schlicht und einfach gehalten sein. 

Ideal geeignet sind somit Motive wie beispielsweise Dreiecke, Quadrate, Kreise, Sterne, Herzen, Monde, Tannenbäume, Blüten, Blätter oder Buchstaben. Einfacher ist es dabei, wenn die Motive erst mit einem Stift aufgezeichnet und danach dann mit dem Messer ausgeschnitten werden.

Zugeschnitten werden die Motive dabei so, dass die Fläche, die später abgedruckt werden soll, erhaben stehen bleibt. Alle Flächen, die nicht mit Farbe in Berührung kommen sollen, werden hingegen tief genug weggeschnitten. 

Fertige Stempel für den Kartoffeldruck sehen dann so aus: 

[Grafik-Vorlage Kartoffeldruck-Stempel]

kartoffeldruck 

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Die Kartoffeln müssen nun kurz ruhen, bis die Schnittflächen angetrocknet sind.

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Jetzt kann der eigentliche Druck beginnen: 

Dazu werden die erhabenen Stellen auf den Stempeln mit Farbe bestrichen und auf den jeweiligen Untergrund gedrückt. Der Farbauftrag sollte dabei möglichst gleichmäßig und nicht zu dünn sein. Bei den ersten Versuchen ist es ratsam, zuerst ein paar Probedrucke zu machen, um ein Gefühl dafür zu erhalten, wie viel Farbe aufgetragen werden muss, um ein schönes und gleichmäßiges Druckbild zu erreichen. 

Wird zu wenig Farbe aufgetragen, ist der Druck vermutlich zu schwach und ungleichmäßig, wird zu viel Farbe aufgetragen, kann es passieren, dass der Druck verschmiert. Wie die Druckbilder gestaltet werden, bleibt natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. 

Sehr schöne Effekte lassen sich erzielen, wenn die Farbe nur einmal aufgetragen und mehrere Abdrucke nebeneinander angefertigt werden. Dadurch wird das Bild dann immer blasser. Genauso können die Druckbilder aber auch in bunten Farben gestaltet und entweder geradlinig oder wild durcheinander gewürfelt angeordnet werden. Auf diese Weise können dann persönliche Glückwunschkarten, Bilder oder auch Geschenkpapiere gearbeitet werden. 

Der Kartoffeldruck kann aber auch eingesetzt werden, um beispielsweise Einkaufstaschen, Kissenhüllen, Vorhänge, Kleidungsstücke oder Tischdecken zu gestalten. Gerade für letztere eignen sich ausgemusterte Betttücher besonders gut, die auf diese Weise zu neuen Ehren kommen.

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Ein Gedanke zu „Anleitung für den Kartoffeldruck“

  1. Hallo. Das ist eine tolle Beschreibung. Was mir aber zum Schluss fehlt, ist: Wie lange kann man denn eine zum Stempel geschnittene Kartoffel aufbewahren? Ich will im Hinblick auf Weihnachten dies nun mit meiner 6. Klasse in Kunst machen und Weihnachtskarten gestalten – das wird aber in 90 Minunten kaum vollständig realisierbar sein. Sprich: Kann ich diese eine Woche aufheben? Und wenn ja: wahrscheinlich nicht luftdicht. Aber wie dann?
    Lieben Gruß

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