Anleitung – Gestalten von Stoffen mit Entfärbungsmitteln

Infos, Anleitung und Tipps zum Gestalten von Stoffen mit Entfärbungsmitteln 

Wenn es darum geht, Stoffe und Textilien zu gestalten, denken die meisten automatisch an Techniken, bei denen Farbe aufgebracht wird. 

Zu diesen Techniken gehören beispielsweise das Bemalen mit Textilmalfarbe und Pinseln oder Textilmalstiften, das Bedrucken mit Stempeln, das Gestalten mithilfe von Schablonen oder das Batiken. Aber es geht auch andersherum, also indem dem Stoff Farbe entzogen wird. 

 

Wie das funktioniert, erklärt die folgende Anleitung
mit Infos und Tipps zum Gestalten von Stoffen mit Entfärbungsmitteln:
 

Grundlegendes zum künstlerischen Entfärben

Die Technik, bei der auf gefärbten Stoffen Muster und Motive mithilfe von Entfärbungsmitteln gestaltet werden, wird auch als künstlerisches Entfärben bezeichnet. Im Unterschied zu einem Entfärberbad, bei dem der Stoff flächig und gleichmäßig entfärbt wird, wird das Entfärbungsmittel beim künstlerischen Entfärben ganz gezielt auf den Stoff aufgebracht, um so die gewünschten Effekte zu erzielen. 

Je nach gewünschtem Motiv oder Muster wird dazu mit dem Pinsel, einem Stempel oder einem ähnlichen Werkzeug gearbeitet. Als Entfärbungsmittel eignen sich grundsätzlich sowohl spezielles Entfärbersalz als auch handelsübliche Chlorbleiche. 

Haushaltsbleiche auf Chlorbasis ist recht kostengünstig in Drogeriemärkten und in der Putzmittelabteilung von Supermärkten erhältlich, Entfärbersalz wird im Bastelbedarf angeboten. Während Entfärbersalz für alle Naturfaserstoffe verwendet werden kann, funktioniert Chlorbleiche nur auf Stoffen aus Pflanzenfasern. Dabei sorgt Haushaltsbleiche eher für warme Farben, mit Entfärbersalz entstehen eher kühle Farbtöne.  

Wichtig beim Entfärben ist, Handschuhe zu tragen, um die Haut zu schützen. Zudem sollte am besten im Freien oder zumindest in einem gut belüfteten Raum gearbeitet werden. 

Anleitung: Entfärben mit Entfärbersalz

Um einen Stoff mit Entfärbersalz zu gestalten, werden neben einem gefärbten Stoff aus Naturfasern Entfärbersalz, ein Verdicker und ein Synthetikpinsel, ein Stempel, eine Gummiwalze oder ein vergleichbares Werkzeug benötigt. Außerdem kommt das Bügeleisen zum Einsatz.

Ratsam ist aber, vor dem Gestalten immer zuerst eine Probe durchzuführen, denn nicht alle eingefärbten Stoffe lassen sich gleichermaßen gut wieder entfärben. Das Gestalten des Stoffes gliedert sich in folgende Arbeitsschritte:

1.       Die Vorbereitungen. 

Zuerst sollte der Stoff gewaschen und glattgebügelt werden. Durch das Waschen ist sichergestellt, dass der Stoff das Entfärbungsmittel gut aufnehmen kann, die faltenfreie Oberfläche macht es einfacher, den Stoff zu bemalen oder zu bedrucken. 

2.       Das Entfärbungsmittel anmischen. 

Als Entfärbungsmittel kommt eine Paste zum Einsatz, die aus dem Entfärbersalz und einer Verdickerpaste besteht. Für die Verdickerpaste wird der pulverförmige Verdicker sorgfältig in Wasser eingerührt. Das Mischungsverhältnis zwischen Verdicker und Wasser ist auf der Verpackung angegeben. 

Die Verdickerpaste muss nun quellen, auch hier sind wieder die Angaben des Herstellers maßgeblich. In die gequollene Verdickerpaste wird dann das Entfärbersalz eingerührt, wobei pro 50ml Verdicker ein Teelöffel Entfärbersalz hinzugefügt wird. Die Entfärberpaste muss nun ebenfalls kurz quellen. Dabei sollte sie regelmäßig durchgerührt werden, damit sich das Salz gleichmäßig verteilt.

3.       Das Gestalten. 

Das Entfärbungsmittel kann nun auf den Stoff aufgebracht werden. Bildliche Motive, Ornamente und Muster können mit einem Synthetikpinsel aufgemalt werden. Streifen lassen sich mit einer Walze gestalten, für gleichmäßige Druckmotive bieten sich Stempel an.

Möglich ist aber auch, mit Schablonen zu arbeiten, die auf den Stoff aufgelegt und mit der Entfärberpaste ausgemalt werden. Das Endergebnis ist jetzt aber noch nicht zu sehen, sondern wird erst sichtbar, nachdem der Entfärber aktiviert wurde.

4.       Die Aktivierung. 

Sind die Motive oder Muster gestaltet, muss das Entfärbungsmittel aktiviert werden. Die Aktivierung erfolgt durch feuchte Hitze, wobei es hierfür drei Möglichkeiten gibt. Die erste Möglichkeit besteht darin, den Stoff zu bügeln, solange das Entfärbungsmittel noch feucht ist. Dazu werden die gestalteten Stellen mit Pergamentpapier abgedeckt und vorsichtig, mit mäßigem Druck gebügelt. 

Nach wenigen Sekunden werden die aufgemalten Motive als helles Muster sichtbar. Die zweite Möglichkeit ist, den Stoff erst zu bügeln, nachdem das Entfärbungsmittel getrocknet ist. In diesem Fall wird mit einem Dampfbügeleisen gearbeitet, denn der Dampf ist notwendig, um die trockene Paste zu befeuchten. 

Die Hitze aktiviert den Entfärber und die hellen Muster werden nach ein paar Sekunden sichtbar. Die dritte Möglichkeit wäre, den Stoff wie bei der Seidenmalerei mit heißem Dampf zu fixieren. 

5.       Das Waschen. 

Zum Abschluss wird der Stoff ganz normal gewaschen. Nun ist das Endergebnis zu sehen und der Stoff ist fertig.  Durch diese Technik lassen sich sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielen. Wird beispielsweise weniger Entfärbersalz verwendet, fällt die Entfärbung leichter und undeutlicher aus. Wird die Menge an Entfärbersalz erhöht, ist auch der Entfärbungseffekt stärker. 

Daneben lässt sich die Intensität durch die Dauer der Aktivierung beeinflussen. Wird der Stoff nur kurz gebügelt, sind die Motive schwächer, durch ein längeres Bügeln wird die Entfärbung verstärkt. Außerdem kann mit Farben experimentiert werden, indem der Entfärberpaste wenige Tropfen Textilfarbe hinzugefügt werden.  

Anleitung: Entfärben mit Chlorbleiche

Das Gestalten von Stoffen mit Chlorbleiche gestaltet sich im Prinzip ähnlich wie das Arbeiten mit Entfärbersalz. Da Haushaltsbleiche flüssig ist, muss sie aber nicht unbedingt mit einer Verdickerpaste verrührt werden. Wird mit dem Pinsel gemalt, kann die Bleiche nämlich auch direkt verwendet werden. Allerdings ist es einfacher, mit einer Paste zu malen, vor allem wenn mit Schablonen gearbeitet wird. 

Wird der Stoff mit Stempeln bedruckt, muss die Bleiche ohnehin angedickt werden. Dazu wird soviel Chlorbleiche mit dem Verdicker verrührt, bis eine zähflüssige Paste entstanden ist. Der größte Unterschied zwischen Entfärbersalz und Chlorbleiche besteht darin, dass Chlorbleiche nicht aktiviert werden muss. Das bedeutet, das Entfärben erfolgt automatisch, feuchte Hitze ist nicht notwendig. 

Dies hat aber auch zur Folge, dass der Entfärbungsvorgang sofort gestoppt werden muss, wenn der gewünschte Farbton erreicht ist. Um das Entfärben zu unterbrechen, reicht es meist aus, den Stoff gründlich auszuwaschen. Bei großen Stoffstücken oder großflächigen Mustern kann es allerdings passieren, dass sich die Bleiche beim Auswaschen verteilt und sich dadurch der gesamte Farbton des Stoffes verändert. 

Deshalb ist es in diesen Fällen besser, den Entfärbungsvorgang mit beispielsweise Wasserstoffperoxid zu unterbrechen. Essig darf übrigens auf keinen Fall als Bleichstopp verwendet werden, denn aus Essig und Chlorbleiche entsteht das gefährliche Chlorgas.

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