Fachinfos zum Thermodruck

Fachinfos zum Thermodruck 

Beim Thermodruck wird das gewünschte Druckergebnis nicht durch einen Andruck oder einen mechanischen Anschlag, sondern stattdessen durch die punktuelle Erzeugung von Hitze erzielt. Dabei bewegen sich im Zuge des Druckvorgangs das Medium, das bedruckt werden soll, und ein Thermodruckkopf oder eine Thermodruckzeile aneinander vorbei.

Beim Thermodruckkopf oder der Thermodruckzeile handelt es sich um eine Baugruppe, die aus einem Feld von kleinen Heizwiderständen besteht und auch als Thermokamm bezeichnet wird. Ist die Wärmeableitung ausreichend hoch, reicht die thermische Zeitkonstante der Heizelemente aus, um das Medium mit hoher Auflösung zu bedrucken. 

Die Druckdichte wird dabei entweder in Dots Per Inch, kurz dpi, oder in Dot Per Millimeter, kurz DPM, angegeben. Üblich sind Druckdichten von 150, 200, 300 oder 600 dpi, was 6, 8, 12 oder 24 DPM entspricht. 

Im Zusammenhang mit dem Thermodruck werden mit dem Thermodirektdruck, dem Thermotransferdruck und dem Thermosublimationsdruck im Wesentlichen drei Drucktechniken voneinander unterschieden:

Fachinfos zum Thermodruck – der Thermodirektdruck

Die ersten Thermodirektdrucker kamen in kostengünstigen Faxgeräten zum Einsatz, mittlerweile sind sie aber auch in Bon-, Etiketten- und Fahrkartendruckern zu finden. Beim Thermodirektdruck bedruckt ein Thermodruckkopf oder eine Thermoleiste unmittelbar ein thermosensitives Spezialpapier. Dieses Thermopapier verfärbt sich durch die Einwirkung von Wärme schwarz. 

Der große Nachteil von Thermopapier besteht darin, dass es empfindlich auf Licht und Wärme reagiert und als nicht dokumentenecht gilt. So kann der Druck schon nach wenigen Wochen stark verblasst sein. Andersherum ist es nicht möglich, ein Thermopapier, das zuviel Wärme ausgesetzt wurde und sich deshalb schwarz eingefärbt hat, wieder zu entfärben, um den Druck sichtbar zu machen. 

Inzwischen sind zwar auch hochwertige Thermopapiere erhältlich, die weniger empfindlich auf Umwelteinflüsse reagieren  und deren Haltbarkeit durch spezielle Beschichtungen deutlich verlängert ist. Generell wird aber trotzdem empfohlen, von Kassenbons, Rechnungen, Faxen oder anderen Ausdrucken, die längere Zeit aufbewahrt werden sollen, Kopien auf herkömmlichen Papier anzufertigen. Die großen Pluspunkte vom Thermodirektdruck liegen in den sehr geringen Druckkosten und den hohen Druckgeschwindigkeiten, die erreicht werden können. 

Zudem ermöglichen Thermodirektdrucker einfache, kompakte Bauformen, was sie für den Einsatz beim Druck von Kassenbons, Preisetiketten, Eintrittskarten, Paketaufklebern, Parkscheinen, Kofferetiketten und ähnlichen Ausdrucken prädestiniert.    

Fachinfos zum Thermodruck – der Thermotransferdruck

Beim Thermotransferdruck wird mit einer speziellen, mit Farbe beschichteten Folie gearbeitet. Diese Folie ist über dem Papier angeordnet und wird unter einem Thermodruckkopf, der mit unzähligen computergesteuerten Heizelementen ausgestattet ist, hindurchgeführt. Werden die Heizelemente nun angesteuert und erhitzt, führt dies dazu, dass die Farbe in der Thermotransferfolie schmilzt und so das Druckbild auf das Papier überträgt. 

Anwendung findet der Thermotransferdruck in erster Linie dort, wo Etiketten, Schilder oder Kennzeichnungen mit langer Lebensdauer erforderlich sind, beispielsweise in Form von Typenschildern bei Geräten, dauerhaften Warnhinweiszeichen oder Etiketten im Textilbereich. Die großen Stärken des Thermotransferdrucks sind die sehr gute Auflösung und die hohen Kontraste.

Anders als der Thermodirektdruck ermöglicht der Thermotransferdruck außerdem farbige Ausdrucke und das Bedrucken von unterschiedlichen Materialien. Nachteilig ist aber, dass die Farbfolie nur einmal benutzt werden kann, was zu recht hohen Druckkosten führt. Außerdem bleiben die Druckausgaben auf der benutzten Folie dauerhaft lesbar, weshalb der Thermotransferdruck für sicherheitskritische Anwendungen nicht geeignet ist. Eine weitere Schwachstelle sind die Thermodruckköpfe. So sind diese teuer, nur begrenzt haltbar und müssen häufig gereinigt werden. 

Fachinfos zum Thermodruck – der Thermosublimationsdruck

Der Thermosublimationsdruck ist vom Grundprinzip her mit dem Thermotransferdruck vergleichbar. Auch beim Thermosublimationsdruck kommt eine speziellen Folie zum Einsatz, die für das Übertragen des Druckbildes zuständig ist. Der wesentliche Unterschied besteht jedoch darin, dass mit deutlich höheren Temperaturen gearbeitet wird. 

Dadurch geht der Farbstoff in einen gasförmigen Zustand über. Handelt es sich bei dem Druckmedium um Papier, dringt der gasförmige Farbstoff ein, wird Kunststoff bedruckt, schlägt sich der Farbstoff als Dampf nieder. Gleichzeitig entscheidet die zugeführte Wärme darüber, wie viel Farbe übertragen wird und steuert damit die Auflösung, die Farbbrillanz und die Helligkeit des Bildpunktes. Der größte Vorteil des Thermosublimationsdrucks ist die extrem hohe Druckqualität, die mit hochwertigen Farbfotos vergleichbar ist. Auf der Farbfolie sind zwar die vier Standarddruckfarben enthalten, allerdings sind diese getrennt voneinander und mit gleichmäßigen Abständen zueinander angeordnet. 

Deshalb kann pro Druckvorgang immer nur eine Farbe aufgebracht werden. Nach dem Druck dieser Farbe muss die Folie zur nächsten Farbe transportiert und der jeweilige Bildpunkt ein weiteres Mal angesteuert werden, um den gewünschten Farbton zu erreichen. Teilweise wird ein Bildpunkt somit bis zu viermal gedruckt. Häufig ist außerdem eine transparente Schutzschicht erforderlich, die die Abriebfestigkeit und die Haltbarkeit des Druckbildes sicherstellt. 

Dies führt einerseits zu vergleichsweise langsamen Druckgeschwindigkeiten und andererseits zu recht hohen Druckkosten. Früher wurde der Thermosublimationsdruck in Fotostudios genutzt, heute ist er überwiegend im Bereich von Fotodruckern für den Heimgebrauch zu finden.

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