Gemälde und Schätze – Geschichten hinter spannenden Funden

Gemälde, Kunstdrucke, andere Schätze: die Geschichten hinter spannenden Funden 

Ob wertvolle Ölgemälde, kostbare Kollagen in Acryl, exquisite Kunstdrucke oder erlesene Skulpturen – wer würde seine Wohnung nicht gerne mit den Werken großer Meister schmücken? Echte Meisterwerke sind jedoch selten und für die meisten unbezahlbar. Während sich die einen deshalb mit Arbeiten weniger bekannter Künstler oder Reproduktionen begnügen, begeben sich andere zeitlebens auf Schatzsuche. 

Dann gibt es aber noch diejenigen, die weder suchen noch ein wirkliches Faible für Kunst haben, sondern einfach nur durch einen glücklichen Zufall zu Besitzern wertvoller Kunstwerke werden. 

Die folgende Liste erzählt ein paar solcher
Geschichten hinter spannenden Funden:

Picassos Werke in der New Yorker U-Bahn

William Bailey, ein 63 Jahre alter Rahmenmacher aus New York, hatte von einer großen Personalagentur in Manhattan den Auftrag bekommen, die Rahmen von einem Picasso-Gemälde und mehreren wertvollen Drucken zu erneuern. Die erlesenen Kunstwerke in einem Lederkoffer verstaut, nahm Bailey an der 79. Straße die U-Bahn. Unglücklicherweise machte sich der Rahmenmacher jedoch ohne den Lederkoffer auf den Weg, denn diesen hatte er versehentlich an der U-Bahn-Haltestelle stehen lassen. Ein anderer Fahrgast namens Paul Abi Boutrous fand den Koffer später in der Upper East Side. 

Dem Buchhändler mit libanesischen Wurzeln gefielen die Bilder in dem Lederkoffer und weil er sie sich gut als hübsche Dekoration für sein zu Hause vorstellen konnte, nahm er sie mit. Er hatte jedoch keine Vorstellung davon, wie wertvoll die Werke waren, die er da entdeckt hatte. 

Die unglaubliche Vergesslichkeit und unbezahlbare Schusseligkeit des Rahmenmachers Bailey gingen schon bald durch die Medien. So erfuhr auch Boutrous von Baileys Missgeschick und gleichzeitig von seinem kostbaren Kunstfund. Daraufhin gab Boutrous die Bilder zurück. Boutrous war aber nicht nur ein ehrlicher Finder, sondern dazu noch bescheiden. 

Als Finderlohn verlangte er nämlich gerade einmal 1.000 Dollar, die er für die Ausbildung seiner Kinder zurücklegen wollte. 

Picassos Werke in einem Pappkarton

Die Geschichte mit der U-Bahn ist nicht die einzige Geschichte, die es zu Picassos Werken zu erzählen gibt. Der Maler und Grafiker hatte einen Elektriker gesucht und schließlich den Südfranzosen Pierre Le Guennec eingestellt. Als Dankeschön für seine Arbeit soll Picasso seinem Hausmeister Anfang der 1970er-Jahre einen Karton voller Skizzen, Kollagen, Lithografien und Portraits geschenkt haben. Insgesamt befanden sich 271 Arbeiten des Meisters in dem Karton.

Le Guennec wusste jedoch zunächst nicht wohin mit den Werken und so bewahrte er den Karton in seiner Garage auf, wo das Geschenk dann schließlich in Vergessenheit geriet. Gut 40 Jahre später erkrankte der Südfranzose schwer und sah sich dadurch gezwungen, sein Hab und Gut zu ordnen. Bei der Aufräumaktion fielt ihm auch der Pappkarton in die Hände.

Heute wird der Wert der Arbeiten auf etwa 60 Millionen Euro geschätzt. Grund genug für Picassos Erben, das Geschenk beschlagnahmen zu lassen und den Rentner wegen Hehlerei anzuzeigen. Ob die Werke echt sind, sollen Experten klären, und ob Le Guennec die Wahrheit sagt, müssen die Gerichte klären.    

Japanische Holzschnitte in einer Schublade

Die Kunst des Holzschnitts hat in Japan eine lange Tradition, erste Belege stammen aus dem 8. Jahrhundert. Ein Sammler vom Niederrhein fand großen Gefallen an den kostbaren Arbeiten und erstand zwischen 1912 und 1932 zahlreiche Werke. 

Darunter waren Holzschnitte von den berühmtesten japanischen Künstlern des 18. Jahrhunderts, beispielsweise Ukiyo-e-Gemälde von Katsushika Hokusai und Arbeiten von Kitagawa Utamaro, der sich vorrangig der Geisha und deren Welt gewidmet hatte. Aber auch Bilder von Suzuki Harunobu, einem Meister der erotischen Shunga-Kunst, waren dabei. 

Rund 100 künstlerische Kostbarkeiten umfasste die Sammlung des Rheinländers. Seine Erben wussten mit den Bildern jedoch nicht viel anzufangen und so landeten die wertvollen Holzschnitte in einer Schublade, bis sie irgendwann in Vergessenheit gerieten. 

Erst mehrere Jahrzehnte später kam die Sammlung wieder zum Vorschein, als sie durch Zufall von einem Ostasienkenner eines Kölner Auktionshauses entdeckt wurde. Entsprechend groß war dann natürlich die Überraschung und auch die Freude, denn die Schätzwerte der einzelnen Blätter bewegen sich im vier- und fünfstelligen Bereich. 

Van de Velde im Sanatorium

Der Fund der Werke des belgisch-flämischen Architekten, Designers und Kunst-Multitalents Henry van der Velde erzählt die Geschichte von einem überzeugten Kunstlaien und einer schwer zu überzeugenden Fachwelt. Im heutigen Trzebiechów, einem kleinen Dorf etwa 80km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, befindet sich ein ehemaliges Sanatorium, das zwar auf bewegte Zeiten zurückblickt, aber nicht unbedingt mit Kunst in Verbindung gebracht wurde. 

Durch Zufall und in einem anderen Zusammenhang stolperte Erwin Bockhorn von der Bank über den Namen Henry van de Velde. Den Namen dieses Künstlers brachte er mit Aufzeichnungen seines Großvaters in Verbindung, der als Arzt in der damaligen Lungenheilanstalt in Trzebiechów gearbeitet hatte. Also begann der Kunstlaie zu recherchieren. Die Experten der Kunstwelt zeigten jedoch zunächst kein Interesse und nahmen die Hinweise nicht unbedingt ernst. 

Die Beharrlichkeit und Ausdauer sollten sich aber auszahlen, denn irgendwann gelang es Erwin Bockhorn von der Bank, die Magdeburger Van de Velde-Gesellschaft zu überzeugen. Aufwändige Freilegungs-, Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten begannen, die eines der umfangreichsten Werke des belgischen Künstlers zu Tage brachten. 

Heute kann die Öffentlichkeit neben der imposanten Inneneinrichtung und zahlreichen anderen Kunstwerken verschiedene Schablonenmalereien im ehemaligen Sanatorium bewundern. 

Ein altes Kreuz im Sperrmüll

Die polnische Adelige Izabella Elzbieta von Czartoryski-Dzialinska besaß eine eindrucksvolle Kunstsammlung, zu der auch ein Passionskreuz gehörte. Dieses Kreuz stammt aus dem 12. oder 13. Jahrhundert, besteht aus vergoldetem Kupferblech und Emaille und wurde im französischen Limoges angefertigt. 1941 nahmen die Nazis die Kunstsammlung an sich und so gelangte das Passionskreuz vom Schloss in Warschau ins Schloss Fischhorn in Österreich. 

Hier verliert sich dann zunächst die Spur des Kunstwerks. Erst viele Jahre später tauchte das Kreuz wieder auf, und zwar im Sperrmüll in Zell am See. 

Eine Frau, die eigentlich nach altem Geschirr gesucht hatte, entdeckte das Kreuz. Die Finderin brachte ihren Fund ins Bergbaumuseum Leogang. Hier sollte sich herausstellen, dass ihr Fund wahrlich ein kostbarer Schatz war, denn der Wert des Kreuzes wird auf etwa 400.000 Euro geschätzt.

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