Geschichten des Textildrucks und des T-Shirts

Hintergrundwissen: die Geschichten des Textildrucks und des T-Shirts 

Heute sind bunte, mit den verschiedensten Mustern und Motiven bedruckte Textilien völlig normal und auch das T-Shirt findet sich wie selbstverständlich in vermutlich jedem Kleiderschrank. Dies war allerdings nicht immer so. 

Grund genug, sich einmal näher mit den Geschichten des Textildrucks und des T-Shirts zu beschäftigen.

Hintergrundwissen: die Geschichte des Textildrucks

Die Geschichte des industriellen Textildrucks beginnt vor rund 50 Jahren. Bis dahin gab es zwar auch gemusterte und mit Motiven verzierte Textilien, allerdings wurden die Stoffe in aller Regel bestickt, was arbeitsaufwändig und verhältnismäßig teuer war. 

Durch die Erfindung des industriellen Siebdrucks wurde es nun möglich, große Stoffmengen schneller und vor allem erheblich kostengünstiger zu bedrucken. Anfänglich fand der Textildruck in erster Linie auf Single-Jersey Anwendung, einem Stoff, der überwiegend für Unterwäsche genutzt wurde. Bedruckt wurde der Stoff erst im Flachsiebdruck, später dann auch im Rolleau-Druckverfahren. Dabei erfolgte der Druck aber immer flächig, die Motive und Muster zierten somit den gesamten Stoff. 

Erst zu Beginn der 1970er-Jahre begannen Textildesigner aus den USA damit, nur Ausschnitte von Kleidungsstücken zu bedrucken. Anstelle von durchgehend gemusterten Textilien entwarfen sie Kleidungsstücke, die mit einem Bild, einem großen Motiv oder auch einem Slogan verziert waren. Hierfür verwendeten sie eine Druckpaste mit gummiartiger Konsistenz, die auf dem europäischen Markt zunächst aber keinen großen Zuspruch fand. 

Erst als es gelang, die Qualität im Laufe der Zeit deutlich zu verbessern, gewann der Textildruck auch in Europa zunehmend an Bedeutung. Etwa zur gleichen Zeit begann aber auch die europäische Textilindustrie damit, einzelne Ausschnitte von Textilien zu bedrucken. Dies erfolgte anfangs noch manuell per Siebdruckverfahren, später dann übernahmen Karusselldruckmaschinen den automatischen und gleichzeitig kostengünstigen Druck.

In den 1970er-Jahren verfügte nahezu jedes Land in Europa über eine eigene Textilindustrie. Mit Beginn der 1980er-Jahre wurde die Textilproduktion aber nach und nach zunehmend in Billiglohnländer ausgelagert. So kümmerten sich die Ursprungsländer zwar weiterhin um die Entwicklung des Designs, produziert wurden die Textilien aber immer häufiger in Ländern wie China, Marokko, Ägypten oder der Türkei. Neben den geringeren Kosten brachte dies den Vorteil mit sich, dass die für die Textilien benötigten Rohmaterialien wie Baumwolle ebenfalls in diesen Ländern angebaut werden konnten. 

Bis heute wird ein großer Teil der Textilien in Billiglohnländern hergestellt, die dann nach Europa importiert und hier ausgearbeitet werden. Dies erfolgt, indem Textildesigner und Textilgrafiker mithilfe von Computerprogrammen Druckvorlagen gestalten, die anschließend über hochmoderne Druckmaschinen auf die Stoffe und Kleidungsstücke übertragen werden. Moderne Druckpasten ermöglichen dabei neben einfachen Druckmotiven mittlerweile sogar fotorealistische Abbildungen. 

Die meisten Textilien werden im 2-Farben-Druck veredelt, aber auch der 4-Farben-Druck ist weit verbreitet und insbesondere bei Sporttextilien ist sogar ein Druck mit mehr als zehn Farben nicht ungewöhnlich. Zu den typischen Textilien, die per Textildruck werbewirksam gestaltet werden, gehören beispielsweise Fahnen und Baumwolltragetaschen. Der mit Abstand beliebteste Werbeträger ist jedoch das T-Shirt. 

Hintergrundwissen: die Geschichte des T-Shirts

Das T-Shirt als solches gibt es schon recht lange, allerdings diente es ursprünglich ausschließlich als Unterhemd. Um 1900 hatten die Shirts außerdem eine Knopfleiste. Genau diese Knopfleiste war der Grund, weshalb Seeleute die typischen Unterhemden nur sehr ungern trugen, denn durch die Seeluft rosteten die Knöpfe schon nach kürzester Zeit. 

Also wichen Seeleute, bei denen die Wurzeln des T-Shirts vermutet werden, recht bald auf die sogenannten Takelhemden aus, die keine Knopfleiste mehr hatten. Diese trugen die Seeleute übrigens auch bei Landgängen, was insofern gewagt war, als dass es als moralisch verwerflich galt, Unterwäsche sichtbar zu zeigen. Dafür, wie das T-Shirt nun aber zu seinem Namen und vor allem zu dem T kam, gibt es mehrere Theorien. 

Eine besagt, dass sich das T durch die Form des Kleidungsstückes ergibt und sich der Name T-Shirt aus der Bezeichnung T-shaped undershirt in Abgrenzung zum ärmellosen, sogenannten A-shaped undershirt entwickelt hat. Eine andere Theorie besagt, dass T-Shirt für training shirt steht und entstanden ist, als die US Navy bequeme und gut tragbare Trainingsshirts für ihre Soldaten entwickelte. Populär wurde das T-Shirt in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg, als beispielsweise US-Präsidentschaftskandidat Thomas Dewey 1948 das T-Shirt als Träger für sein Wahlkampfmotto “Dew it with Dewey” nutzte. 

Seinen weltweiten Siegeszug trat das T-Shirt dank Marlon Brando und James Dean an. Die beiden rebellischen und erotischen Protagonisten der Filme “Endstation Sehnsucht” und “Denn sie wissen nicht, was sie tun” trugen die bis dahin noch immer als Unterhemd geltenden T-Shirts und ließen sie damit zu einem Symbol von Männlichkeit und einer neuen Jugendkultur werden. In Europa dauerte der Durchbruch allerdings noch ein wenig länger. 

Hier wurden zwar ebenfalls T-Shirts getragen, meist aber unter einem Hemd oder einem Pullover. Dies sollte sich in den wilden 1960er-Jahren ändern, als beispielsweise Rockbands dem T-Shirt zum Status als richtiges Kleidungsstück verhalfen und es gleichzeitig als Werbeträger nutzten, durch den sich der Bandname lukrativ vermarkten ließ. In den 1970ern hatte sich das T-Shirt schließlich zu einem modischen und bequemen Kleidungsstück für die Freizeit und die Arbeit entwickelt. 

Allmählich sollten dann auch Frauen das T-Shirt, das lange Zeit noch Männern vorbehalten war, für sich entdecken. Erst seit den 1980er-Jahren ist das T-Shirt das alltägliche und selbstverständliche Kleidungsstück, als das wir es heute kennen.

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