Grundanleitung zum Nuno-Filzen

Grundanleitung zum Nuno-Filzen 

Das Filzen gehört mit den zu ältesten Verfahren, um verschiedene Stoffe herzustellen und mit unterschiedlichsten Mustern zu gestalten. Dabei gibt es mehrere Methoden, die sich grob in Nass- und Trockenfilzverfahren einteilen lassen. 

Strenggenommen wird für das Filzen lediglich Wolle, Wasser und Seife benötigt. Eine Ausnahme stellt dabei jedoch das Nuno-Filzen dar, das auch als Monofilzen bezeichnet wird. Hier dient ein dünner, nicht filzender Stoff wie beispielsweise Baumwolle, Viskose oder Seide als Grundgerüst, auf den die Wolle in nur einer Lage aufgefilzt wird. Wichtig dabei ist, dass der Stoff sehr locker gewebt ist, da der Filz ansonsten nicht haften würde. 

Durch das Auffilzen wird der Stoff leicht zusammengeschoben, wodurch eine leichte, kaum sichtbare Kräuselung entsteht. Der große Vorteil des Nuno-Filzens liegt darin, dass die recht dünnen Werkstücke weich sind und schön fallen, während reiner Filz dazu neigt, sehr steif zu werden.

Hier nun eine Grundanleitung für das Nuno-Filzen:

 

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Als Materialien werden Wolle, am besten Angora- oder Merino-Wolle, ein entsprechend großes Stück Baumwoll-, Viskose- oder Seidenstoff, Schnellfilzer und Wasser sowie Luftpolsterfolie benötigt.

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Zunächst wird die Luftpolsterfolie mit den Noppen nach oben auf der Arbeitsfläche ausgelegt. Sinnvoll ist, sich die spätere Breite des Werkstückes zu markieren, da so das Auslegen der Wolle leichter fällt.

Nun wird die Wolle hauchdünn, aber möglichst breit aus dem Strang herausgezogen und entsprechend des gewünschten Musters auf die Folie gelegt. Wichtig dabei ist, dass die Wolle immer nur in hauchdünnen Schichten aufgelegt wird, die sich leicht überlappen.  

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Sobald die gesamte Fläche mit Wolle ausgelegt ist, wird der Stoff aufgelegt und anschließend wird auch die Oberseite des Stoffes mit Wolle ausgelegt. In einer Flasche werden dann für einen Schal 10 Tropfen Schnellfilzer mit 250ml Wasser vermischt.

Diese Mischung wird in der Richtung aufgetragen, in der die Wollfasern aufgelegt wurden. Durch Überstreichen mit den Händen wird überprüft, ob die Flüssigkeit gleichmäßig verteilt und das Werkstück ausreichend durchfeuchtet ist.

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Jetzt beginnt das Vorfilzen. Dazu werden die Hände partienweise etwa eine Minute lang mit sanften Druck auf der Folie hin- und herbewegt und eventuell abstehende Zipfel hin- und hergerollt.

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Ist das Vorfilzen abgeschlossen, beginnt das eigentliche Filzen. Dazu werden die einzelnen Partien etwa eine halbe Minute lang mit leichtem Druck und kreisenden Bewegungen bearbeitet. Danach wird das Werkstück in beide Hände genommen und etwa drei Minuten lang mit etwas kräftigerem Druck gerollt und aneinander gerieben.

Das Werkstück wird nach diesem ersten Filzvorgang in einem Handtuch leicht ausgedrückt und die Feuchtigkeit leicht von der Arbeitsfläche abgewischt. Nun kann das Werkstück auf der Arbeitsfläche ausgebreitet und in Form gezogen werden.

Bereits jetzt hat sich die Wolle mit dem Stoff verbunden, was an der leichten Kräuselung zu sehen ist.  

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Der Filzvorgang wird nun ein weiteres Mal wiederholt, das Werkstück also weitere drei Minuten lang gerollt und aneinander gerieben. Danach wird es ausgebreitet, in Form gezogen und muss nun trocknen.

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