Stoffe und Farben für den Textildruck

Basiswissen: Stoffe und Farben für den Textildruck 

Wer ganz besondere, einzigartige Textilien gestalten möchte, kann dies mittels Textildruck tun. Dabei sind der Phantasie und Kreativität kaum Grenzen gesetzt und T-Shirts oder Stoffhosen können genauso bedruckt werden wie Tischdecken, Kissenbezüge, Bettwäsche oder Vorhänge. 

Aber auch jahreszeitliche Dekorationen oder Geschenke zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zu besonderen Anlässen können auf diese Weise gestaltet werden. Ein großer Vorteil des Textildrucks besteht darin, dass das Gestalten nicht nur viel Spaß macht, sondern dass er zudem sehr einfach umgesetzt werden kann. 

Anders als bei der Stoffmalerei ist es beim Textildruck nicht notwendig, gut zeichnen oder malen und einigermaßen sicher mit dem Stift oder dem Pinsel umgehen zu können. Insofern können die Textilien auch zusammen mit Kindern gestaltet werden. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass auch mehrere Textilien bedruckt werden können, die dann alle gleich aussehen. 

Anders als beim Bemalen, wo das Motiv jedes Mal neu auf- und ausgemalt werden muss, können die Stempel oder Schablonen beim Textildruck nämlich beliebig oft verwendet werden. Nun stellt sich aber die Frage, welche Stoffe sich denn überhaupt für den Textildruck eignen und welche Farben verwendet werden. 

Hier die wichtigsten Infos und Tipps dazu:  

Basiswissen: die Stoffe für den Textildruck

Für den Textildruck sind Stoffe aus Naturfasern am besten geeignet, denn hier haftet die Farbe sehr gut und bleicht auch beim Waschen nicht allzu schnell aus. Zu den Stoffen, die sich hervorragend bedrucken lassen, gehören Baumwoll- und Nesselstoffe sowie Leinen. Seide besteht zwar ebenfalls aus Naturfasern, lässt sich aber nicht ganz so gut bedrucken. Durch ihre guten Fließeigenschaften ist Seide besser zum Bemalen geeignet. 

Bei Mischgeweben, die aus Natur- und aus Chemiefasern bestehen, ist letztlich ein Probedruck erforderlich. Einige Stoffe lassen sich nämlich hervorragend bedrucken, andere wiederum nicht. Ebenfalls kaum geeignet sind Stoffe, die rein aus Chemiefasern bestehen. Werden solche Stoffe bedruckt, haftet die Farbe meist nicht richtig und oft ist schon nach wenigen Waschgängen kaum noch etwas von dem Druck zu sehen. 

Unabhängig von den Fasern gilt außerdem, dass sich die Stoffe umso besser bedrucken lassen, je glatter die Oberfläche ist. Bei stark strukturierten Stoffen wie beispielweise Frottee liegt der Stempel nämlich nicht überall gleichmäßig auf, was zu einem unregelmäßigen Druckbild mit oft unscharfen Konturen und ausgefransten Rändern führt.

Ist ein Stoff ausgewählt, sollten noch folgende Tipps beachtet werden:

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Bevor der Stoff bedruckt wird, sollte er immer gewaschen werden. Neue Textilien sind oft mit einer Appretur versehen, durch die die Farbe nicht richtig haftet. Zudem muss der Stoff sauber sein, denn auch auf Schmutz, Staub oder Fettrückständen hält die Farbe nicht. Dabei sollte der Stoff ohne Weichspüler gewaschen werden.

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Der gewaschene Stoff sollte vor dem Bedrucken außerdem gebügelt werden. Dies liegt daran, dass Knitterfalten eine ähnliche Wirkung haben wie Stoffe mit einer stark ausgeprägten Oberflächenstruktur und verhindern, dass der Stempel über die gesamte Fläche eben aufliegt. 

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Da die Farben fixiert werden, können die bedruckten Textilien in aller Regel in der Waschmaschine gewaschen werden. In die chemische Reinigung sollten sie allerdings nicht gegeben werden. Dies liegt daran, dass bei einer chemischen Reinigung meist mit Lösungsmitteln gearbeitet wird. Diese könnten nicht nur die Flecken beseitigen, sondern auch den Druck angreifen. 

Basiswissen: die Farben für den Textildruck

Textilfarben werden in Pulverform oder als dünnflüssige Farben angeboten und zum Einfärben von Stoffen oder für die Batiktechnik verwendet. Farben für den Textildruck hingegen sind üblicherweise in Tuben, in Gläsern oder in kleinen Flaschen erhältlich. Dabei gibt es die Farben sowohl für helle als auch für dunkle Textilien. Textildruckfarben können aber nicht nur für das Bedrucken von Textilien verwendet werden, sondern eignen sich auch für das Schablonieren, den Siebdruck und für Spritztechniken. 

Die Textildruckfarben lassen sich dabei in zwei große Gruppen einteilen, nämlich zum einen in Farben auf Wasserbasis und zum anderen in Farben auf Ölbasis:

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Farben auf Wasserbasis sind unter der Bezeichnung Stoffmalfarben für helle und für dunkle Textilien erhältlich. Die Farben, die eigentlich für dunkle Textilien gedacht sind, können problemlos aber auch auf hellen Stoffen verwendet werden. 

Farben auf Wasserbasis sind licht- und waschecht und haften permanent. Beim Bedrucken ist daher wichtig, versehentliche Spritzer zu vermeiden, denn auch diese lassen sich nicht mehr entfernen. Wenn der Druck fertig und die Farben getrocknet sind, werden sie durch Bügeln fixiert.

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Farben auf Ölbasis werden auch als Stofffarben für den Handdruck oder als Linoldruckfarben bezeichnet. Diese dickflüssigen Farben führen zu Drucken mit einer glänzenden Oberfläche. Allerdings sind die Farben nur halb deckend und daher in erster Linie für helle Stoffe geeignet. Auf dunklen Stoffen würde der Druck eine Farbe annehmen, die einer Mischung aus dem verwendeten Farbton und der Farbe des Stoffes entspricht. 

In der Waschmaschine können die bedruckten Textilien bei bis zu 50 Grad gewaschen werden. Kleiner Nachteil bei Farben auf Ölbasis ist die recht lange Trockenzeit. Je nach Dicke der Farbschicht kann es bis zu vier Wochen dauern, bis der Druck vollständig durchgetrocknet ist. Erst danach kann die Farbe fixiert werden, indem der Stoff von links gebügelt wird.

Werden Textilien bedruckt, die in erster Linie der Dekoration dienen und nur selten gewaschen werden, können auch Acrylfarben für den Textildruck verwendet werden. Acrylfarben sind in unzähligen Farbtönen erhältlich, leicht zu verarbeiten, verhältnismäßig preisgünstig und sehr schnell trocknen. Nach dem Trocknen müssen die Farben nicht gesondert fixiert werden. Die bedruckten Textilien sollten aber nur von Hand und in kaltem Wasser gewaschen werden.

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