Siebdruck auf T-Shirt – eine Basisanleitung, Teil I

Siebdruck auf T-Shirt – eine Basisanleitung, Teil I

 

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um T-Shirts individuell zu gestalten. So können sie mit verschiedenen Techniken eingefärbt, bemalt oder mithilfe von Stempeln verziert werden.

Daneben ist es möglich, bedruckte Folien oder zurechtgeschnittene Folienmotive auf die T-Shirts aufzubringen. Ein weiteres, klassisches Textildruckverfahren ist der Siebdruck. Und wie der Siebdruck auf T-Shirts funktioniert, erklärt die folgende Basisanleitung ausführlich und Schritt für Schritt.

 

Hier ist Teil I dieser Anleitung:

 

Das Grundprinzip beim Siebdruck

Wie der Name bereits andeutet, wird beim Siebdruck durch eine Art Sieb gedruckt. Das Sieb ist in diesem Fall ein feinmaschiges Polyester- oder Nylongewebe, das auf einen Rahmen aus Aluminium oder Holz aufgespannt ist. Dieser mit dem Siebgewebe bespannte Rahmen nennt sich Siebdruckrahmen. Auf das Siebgewebe wird eine Emulsion aufgestrichen.

Die Emulsion bildet die sogenannte Kopierschicht. Wenn die Emulsion getrocknet ist, wird sie mit Licht bestrahlt und auf diese Weise ausgehärtet. An den Stellen, an denen die Kopierschicht abgedeckt ist, kommt kein Licht durch. Deshalb härtet die Emulsion an diesen Stellen auch nicht aus.

Stattdessen bleibt es möglich, die Emulsion mit Wasser oder Lösungsmitteln aufzuweichen. Im Unterschied dazu lässt sich die Emulsion an den Stellen, die nicht abgedeckt waren und folglich durch die Belichtung ausgehärtet sind, nicht mehr entfernen.

Im Ergebnis entsteht eine Schablone. Wird diese Schablone auf ein T-Shirt aufgelegt, kann das Motiv mittels Textilfarbe und Rakel auf den Stoff übertragen werden.

 

Die benötigten Materialien für den Siebdruck

Um den Siebdruck einigermaßen professionell umzusetzen, sind einige spezielle Utensilien notwendig:

  • Siebdruckrahmen, fertig bespannt: Der Siebdruckrahmen bildet die Basis für die Druckschablone. Damit das Bedrucken später klappt, muss das Siebgewebe zum Material passen. Siebdruckgewebe sind mit einer T-Nummer gekennzeichnet.

Die T-Nummer gibt an, wie feinmaschig das Gewebe ist. Je höher die T-Zahl ist, desto kleiner ist die Maschenweite und desto feiner ist das Sieb. Je feiner das Sieb ist, desto weniger Farbe gelangt beim Druck durch das Sieb. Beim Bedrucken von Textilien muss der Farbauftrag aber stärker sein als bei beispielsweise Papier. Für das Bedrucken von T-Shirts eignet sich daher ein Siebdruckrahmen, der mit einem Siebgewebe in 54T bespannt ist.

  • Fotoemulsion: Sie wird auch Siebdruckdruckemulsion oder Kopierschicht genannt. Die Emulsion wird auf das Siebgewebe aufgetragen.

 

  • Beschichtungsrinne: Mithilfe der Beschichtungsrinne wird die Emulsion auf dem Siebgewebe verteilt. Alternativ kann auch ein Spachtel oder Rakel verwendet werden.

 

  • Gelblichtlampe: Sie verhindert, dass die Emulsion beim Verarbeiten vorzeitig aushärtet.

 

  • Belichtungslampe: Damit die Emulsion aushärtet, muss der Siebdruckrahmen mit UV-Licht belichtet werden.

 

  • Druckerfolie: Das Motiv, mit dem das T-Shirt bedruckt werden soll, wird auf eine transparente Folie ausgedruckt. Diese Folie wird auf den Siebdruckrahmen aufgelegt und der Rahmen anschließend belichtet.

 

  • Siebdruckfarbe: Mit der Textilfarbe wird das Motiv auf das T-Shirt gedruckt.

 

  • Siebdruckrakel: Damit wird die Textilfarbe verteilt.

 

  • Entschichter: Sollte das Belichten nicht geklappt haben, muss die Emulsion wieder entfernt werden.

 

Dafür wird der Entschichter auf das Siebgewebe aufgetragen und nach einer kurzen Einwirkzeit zusammen mit der Emulsion aus dem Gewebe ausgewaschen. Neben den speziellen Materialien für den Siebdruck werden natürlich auch T-Shirts zum Bedrucken benötigt.

Hier empfiehlt es sich, zunächst mit weißen oder zumindest hellen T-Shirts zu beginnen. Für die allerersten Versuche können auch Stoffreste verwendet werden. Die T-Shirts sollten einen Baumwollanteil von mindestens 80 Prozent haben. Wer etwas Übung hat, kann sich später dann auch an andere Materialien und dunkle Stoffe wagen.

 

Basisanleitung für den Siebdruck auf T-Shirts

Der erste Schritt beim Siebdruck besteht darin, die Fotoemulsion auf das Siebdruckgewebe aufzutragen. Dazu wird zunächst einmal die Gelblichtlampe in Position gebracht und eingeschaltet. Das Gelblicht ist wichtig, damit die Emulsion verarbeitet werden kann, ohne dass sie vorzeitig aushärtet. Dann wird die Beschichtungsrinne mit der Emulsion befüllt.

Der Siebdruckrahmen wird senkrecht auf die Arbeitsfläche oder den Boden gestellt. Die Außenseite des Siebdruckrahmens, das ist die Seite mit der Bespannung, zeigt nach vorne. Nun wird die Beschichtungsrinne am unteren Rand des Rahmens angesetzt und leicht angewinkelt, so dass die Emulsion nach und nach auf das Siebgewebe fließen kann.

Anschließend wird die Beschichtungsrinne langsam über den Siebdruckrahmen nach oben gezogen. Wichtig ist, dass das gesamte Siebgewebe gleichmäßig mit der Emulsion beschichtet ist. Andernfalls kann es passieren, dass das Belichten und das spätere Drucken nicht richtig funktionieren. Aus diesem Grund ist es auch besser, die Emulsion mit einer Beschichtungsrinne aufzubringen. Ein Spachtel oder Rakel funktioniert zwar auch, macht einen gleichmäßigen Auftrag aber schwieriger.

Sollte sich die Emulsion ungleichmäßig verteilt haben oder sollten einige Stellen gar nicht benetzt sein, wird die Beschichtungsrinne ein zweites Mal am unteren Rand angesetzt und über das Siebgewebe gezogen. Verläuft die Emulsion, ist die Schicht zu dick. In diesem Fall wird die Beschichtungsrinne in einem flacheren Winkel über das Siebgewebe gezogen, um die überschüssige Emulsion zu entfernen.

1. Schritt: den Siebdruckrahmen vorbereiten

Um optimale Druckergebnisse zu erzielen, müssen die einzelnen Komponenten aufeinander abgestimmt sein und gleichzeitig zu dem Material passen, das bedruckt werden soll. Ratsam kann es deshalb sein, auf ein fertiges Set zurückzugreifen. Solche Sets enthalten alle benötigten Utensilien und werden in verschiedenen Ausführungen, abgestimmt auf die unterschiedlichen Druckstoffe, angeboten.

Ist die Außenseite fertig, wird auch die andere Seite des Siebdruckrahmens beschichtet. Die Emulsion muss nun trocknen. Dazu kann der beschichtete Siebdruckrahmen mit der Außenseite nach oben flach hingelegt werden.

In dem Raum, in dem der Siebdruckrahmen trocknet, sollte es aber dunkel sein. Licht würde nämlich dazu führen, dass die Emulsion nicht nur trocknet, sondern vorzeitig aushärtet. Wer den Trocknungsprozess beschleunigen möchte, kann mit dem Fön nachhelfen.

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