Verfärbte Textilien entfärben – so geht’s

Verfärbte Textilien entfärben – so geht’s

Wenn eine Waschladung rosa oder hellblau verfärbt oder mit einem unschönen Graustich aus der Waschmaschine kommt, ist das natürlich ärgerlich. Doch ein solches Missgeschick kann jedem passieren. Und in vielen Fällen lassen sich verfärbte Textilien auch wieder entfärben.

Wird ein intensiv eingefärbtes Wäschestück zusammen mit weißer oder heller Wäsche gewaschen, kann es zu Verfärbungen kommen. Das bunte Kleidungsstück gibt in diesem Fall Farbe ab und die hellen Kleidungsstücke nehmen die gelösten Farbpartikel auf.

Das Ergebnis ist eine rosa eingefärbte Waschladung, wenn ein rot eingefärbtes Wäschestück zwischen die helle Wäsche gerutscht ist. Ein blau eingefärbtes Wäschestück wiederum sorgt für hellblaue Verfärbungen und ein schwarzes Kleidungsstück verleiht der einst weißen oder sehr hellen Wäsche einen Graustich.

Dass ein buntes Wäschestück überhaupt Farbe abgibt, kann unterschiedliche Gründe haben. Oft ist eine zu hohe Waschtemperatur die Ursache. Viele bunte Textilien vertragen zwar eine Wäsche bei 30, manchmal auch 40 Grad. Ist die Waschtemperatur aber höher, lösen sich Farbpartikel und lagern sich an den anderen Textilien in der Wäschetrommel wieder ab.

Eine qualitativ nicht allzu hochwertige Färbung oder eine minderwertige Fixierung der Farben kann ebenfalls zu Verfärbungen führen. Und auch neue Kleidungsstücke geben bei den ersten Wäschen gerne überschüssige Farbe ab. Teilweise sind außerdem gar nicht die Stoffe die Übeltäter, sondern die Garne, die für die Nähte verarbeitet wurden.

Natürlich ist es ärgerlich, wenn ein Lieblingsteil verfärbt aus der Waschmaschine kommt. Doch in vielen Fällen ist es möglich, das Missgeschick wieder rückgängig zu machen.

Wie sich verfärbte Textilien entfärben lassen, erklären die folgenden Tipps und Anleitungen:

 

Verfärbte Textilien mit Entfärbern aus der Drogerie entfärben

In der Drogerie sind chemische Entfärber für verfärbte Textilien erhältlich. Dabei gibt es Produkte, die für ursprünglich weiße Textilien konzipiert sind, und Entfärber, die ursprünglich bunten Textilien wieder zu ihrer Originalfarbe verhelfen. Die Funktionsweise von Entfärbern aus dem Fachhandel ist folgende:

Der Entfärber legt sich wie eine Art Film um die Farbpartikel, die sich beim Verfärben auf der Oberfläche des Kleidungsstücks abgelagert haben. Er kapselt die Farbpartikel ein, wodurch sie dann wieder gelöst und entfernt werden. Die Originalfarbe der Textilien wird dabei nicht angegriffen.

Am besten lassen sich verfärbte Textilien aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen wieder entfärben. Bei Textilien aus Kunstfasern stößt auch ein chemischer Entfärber oft an seine Grenzen. Damit das Entfärben funktioniert, ist wichtig, die Anweisungen des Herstellers genau zu befolgen. Andernfalls kann der Entfärber seine volle Wirkung nicht entfalten. Das Entfärben als solches kann dann sowohl in der Waschmaschine als auch in einer Schüssel erfolgen.

 

Das Entfärben in der Waschmaschine

Beim Entfärben in der Waschmaschine werden die verfärbten Textilien in die Waschtrommel gegeben. Anschließend wird ein Waschprogramm ohne Vorwäsche auf der vom Hersteller angegeben Temperatur gestartet.

Anstelle des Waschmittels werden zwei Beutel Entfärber (200 Gramm) in die Kammer für das Hauptwaschmittel gefüllt und mit einem Liter Wasser nachgespült. Wenn das Waschprogramm beendet ist, sollten die Textilien wieder wie vorher aussehen.

 

Das Entfärben in der Schüssel

Soll nur ein Kleidungsstück entfärbt werden, bietet sich das Entfärben in einer Schüssel oder einem Eimer an. Dafür werden etwa sechs Liter warmes Wasser in die Schüssel gegeben. Darin wird unter Rühren ein Beutel Entfärber (100 Gramm) aufgelöst. Dann wird das Kleidungsstück in die Entfärberlösung gegeben. Wichtig ist, dass das Kleidungsstück vollständig bedeckt ist.

Die Schüssel wird nun luftdicht abgedeckt. Das Kleidungsstück muss mindestens vier Stunden in dem Entfärber einweichen. Noch besser ist, wenn der Entfärber ganze zwölf Stunden einwirken kann. Anschließend wird das hoffentlich entfärbte Kleidungsstück mehrere Male gründlich mit klarem Wasser ausgespült.

Um das verfärbte Kleidungsstück nicht komplett zu ruinieren, ist es aber ratsam, einen kleinen Farbtest vor dem Einsatz des chemischen Entfärbers durchzuführen. Dazu wird ein halber Teelöffel Entfärber in 100 Milliliter Wasser aufgelöst und an einer unauffälligen Stelle auf das Kleidungsstück aufgetragen. Wenn die Originalfarbe nach 15 Minuten nicht angegriffen wurde, kann der Entfärber verwendet werden.

 

Verfärbte Textilien mit einem Bleichmittel entfärben

Bleichmittel können nur verwendet werden, um weiße Textilien zu entfärben. Denn anders als Entfärber entziehen Bleichmittel den Textilien die Farbe. Beim Bleichen werden Sauerstoffradikale freigesetzt, die chemisch mit den Farbpigmenten reagieren und sie aus dem Gewebe lösen. Dies gilt sowohl für die Verfärbungen als auch für die Originalfarbe.

Wenn ein Bleichmittel bei farbigen Textilien angewendet wird, verwandeln sich die einst satten Farben deshalb in stumpfe und fahle Pastelltöne. Bei weißen Textilien hingegen kann ein Bleichmittel einen Grauschleier entfernen und auch einen Rot-, einen Gelb- oder einen Blaustich beseitigen.

Da Bleichmittel recht aggressiv sind, sind sie für empfindliche Textilien aber nicht geeignet. Wie das Bleichen durchgeführt werden muss, ist auf der Verpackung angegeben.

 

Verfärbte Textilien mit Hausmitteln entfärben

Neben Entfärbern aus der Drogerie gibt es auch ein paar Hausmittel, die zum Entfärben von verfärbten Textilien eingesetzt werden können. Eine probate Alternative in diesem Zusammenhang sind Tabs für die Spülmaschine. Damit geht das Entfärben so:

  • In einem Eimer werden vier Spülmaschinentabs unter Rühren in fünf Litern heißem Wasser aufgelöst.
  • Das verfärbte Kleidungsstück wird in eine Schüssel gegeben und mit dem heißen Wasser übergossen. Das Kleidungsstück sollte danach vollständig mit Wasser bedeckt sein.
  • Nun muss das Kleidungsstück etwa zwölf Stunden lang in der Lösung einweichen.
  • Anschließend wird das Wasser weggeschüttet und das Kleidungsstück gründlich ausgespült.
  • Zum Schluss wird das entfärbte Kleidungsstück wie gewohnt in der Waschmaschine gewaschen.

Die Tabs für die Spülmaschine können auch mit Gebissreinigertabletten ersetzt werden. Die Tabletten zur Gebissreinigung werden genauso verwendet wie die Spülmaschinentabs.

Eine andere Möglichkeit ist, mit Säure zu arbeiten. Dafür wird auf fünf Liter Wasser entweder der Saft von zwei Zitronen oder ungefähr die gleiche Menge Haushaltsessig verwendet. Bei Essigessenz wird die Essigmenge natürlich entsprechend reduziert. Die Säure löst die Verfärbungen und frischt die Originalfarbe auf. Allerdings sollte auch hier zuvor ein Farbtest gemacht werden, um zu prüfen, wie der Stoff und die Originalfarbe auf die Säure reagieren.

Backpulver und Natron eigenen sich ebenfalls als Entfärber. Hierbei werden zwei Tütchen Backpulver oder zwei Esslöffel Natron zusammen mit der Wäsche in die Waschmaschine gegeben. Die Wäsche kann dann ganz normal gewaschen werden. Von chlorhaltigen Reinigungsmitteln als Entfärber hingegen ist abzuraten. Denn diese Reinigungsmittel sind sehr aggressiv. Daher ist die Gefahr groß, dass sich zusammen mit den Verfärbungen auch die Textilfasern auflösen.

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