Anleitung: Drucken mit Bienenwachsplatten

Anleitung: Drucken mit Bienenwachsplatten

Stempel und Druckplatten lassen sich aus den verschiedensten Materialien herstellen. Moosgummi, Schwämme, Linolplatten, Radiergummis oder Kartoffeln sind ein paar Beispiele. Außerdem können allerlei Gegenstände wie Blätter, Steine oder Federn zum Stempel werden.

Anleitung Drucken mit Bienenwachsplatten

In dieser Anleitung stellen wir noch eine andere Möglichkeit vor. Wir drucken nämlich mit Platten aus Bienenwachs. Allerdings handelt es sich dabei nicht um die Wachsplatten, aus denen Kerzen geformt werden.

Stattdessen arbeiten wir mit Platten, die eigentlich als Knete gedacht sind. Aus diesen Wachsplatten fertigen wir Druckplatten, die mit verschiedenen Motiven gestaltet und dann mit Stempelfarbe abgedruckt werden.

Drucken mit Bienenwachsplatten – die Materialien

  • Bienenwachsplatten

  • Pigment-Stempelfarbe

  • Blätter, Gräser, Häkeldeckchen und andere Dinge als Druckmotive

  • Nudelholz

  • Papiere oder Bastelkarton zum Bedrucken

  • Schere

Drucken mit Bienenwachsplatten – die Anleitung

Bienenwachsplatten sind eine Art Knete. Die Masse lässt sich wie eine ganz normale Knete oder Modelliermasse formen, nur besteht sie eben aus Bienenwachs. Erhältlich sind Bienenwachsplatten im Reformhaus, in größeren Imker-Shops oder im gut sortierten Bastelbedarf. In einer Packung sind mehrere kleine, dünne Platten.

Sind die Bienenwachsplatten besorgt und auch die übrigen Materialien zur Hand, kann es losgehen!

  1. Schritt: die Druckplatten anfertigen

Für die Druckplatten werden die Bienenwachsplatten so wie sie sind aus der Packung genommen und am besten nebeneinander zu einer großen Fläche angeordnet.

Auf der Fläche werden dann die Materialien verteilt, die das Druckmotiv ergeben. Das können zum Beispiel Äste, Gräser, Blumen und kleine Zweige sein. Aber auch Kordeln und Schnüre, alte Häkeldeckchen, Gardinenreste und Bordüren sorgen für schöne Effekte.

Außerdem ist möglich, Motive wie Herzen oder Sterne aus Karton, Kunststoff oder Holz auf den Wachsplatten anzuordnen. Hier kann ruhig alles verwendet werden, was die Bastelkiste so hergibt. Und es macht auch nichts, wenn die einzelnen Druckmaterialien größer sind als die Wachsplatten.

Ganz im Gegenteil sehen die Drucke später umso lebendiger und interessanter aus, wenn die Motive unterbrochen sind.

Gefällt die Anordnung, müssen die Motive in das Wachs gedrückt werden. Dafür wird mit dem Nudelholz kräftig über die Bienenwachsplatten gewalzt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann natürlich auch zwei- oder dreimal über die Fläche rollen. Sollten ein paar Materialien etwas verrutschen, ist das nicht weiter schlimm.

Anschließend werden die Druckmaterialien von den Wachsplatten abgenommen.

Und keine Angst:

Auf den Bienenwachsplatten ist von den Druckmotiven nur wenig zu erkennen. Die Strukturen werden erst durch die Stempelfarbe wirklich sichtbar.

Tipp:

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Anstelle des Nudelholzes kann auch eine durchsichtige Glasflasche als Walze verwendet werden. Die Flasche bietet sogar den Vorteil, dass sie durchsichtig ist und deshalb gut zu sehen ist, wo die Motive noch in das Wachs gedrückt werden müssen.

Wichtig ist nur, dass die Flasche gerade ist. Eine bauchige Flasche eignet sich nicht, denn sie würde zu gewölbten Druckplatten führen.

  1. Schritt: mit den Bienenwachsplatten drucken

Als Druckfarbe eignet sich eine Pigment-Stempelfarbe aus dem Bastelbedarf am besten. Im Unterschied zu normaler Stempelfarbe fürs Büro sind die Farbpigmente in der Pigment-Stempelfarbe nämlich deckend.

Deshalb können damit auch dunklere Papiere gut bedruckt werden. Außerdem gibt es Pigment-Stempelfarbe in vielen Farbtönen. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Farbe wasserlöslich ist und die Druckplatten so später ganz einfach gereinigt werden können.

Für einen Abdruck werden die Druckplatten solange mit dem Stempelkissen betupft, bis sie überall gleichmäßig mit Farbe bedeckt sind. Anschließend werden die Platten mit der Farbe nach unten auf Papier oder Bastelkarton gelegt.

Dabei können die Druckplatten entweder einzeln verwendet oder als Fläche aus mehreren Platten angeordnet werden. Bei einem flächigen Druck sind die Motive im Ganzen zu erkennen, durch die einzelnen Platten aber in einer sehr dekorativen Form unterbrochen.

Für den Druck selbst wird dann mit dem Nudelholz gleichmäßig über die Platten gerollt. Dabei sollte aber nur wenig Druck ausgeübt werden, damit die Wachsplatten ihre Form behalten. Direkt nach dem Abdruck werden die Wachsplatten wieder abgenommen.

Für einen weiteren Abdruck werden die Platten erneut mit der Stempelfarbe betupft, auf das Papier gelegt und die Motive übertragen.

  1. Schritt: die Drucke verarbeiten

Sind genug Drucke vorhanden, werden die Bienenwachsplatten mit Wasser abgespült. Für neue Druckplatten kann das Bienenwachs dann verknetet und neu ausgerollt werden.

Dabei ist auch möglich, mehrere Platten zusammenzunehmen, um so eine größere Druckplatte anzufertigen. Auf diese Weise lassen sich die Bienenwachsplatten unzählige Male wiederverwenden.

Die Drucke wiederum können in der gewünschten Form und Größe zugeschnitten werden. Anschließend lassen sich damit zum Beispiel Grußkarten dekorieren, Geschenkanhänger herstellen, Lesezeichen basteln oder Etiketten anfertigen. Größere Papiere eignen sich aber auch als Briefpapier, Geschenkpapier oder Bucheinband.

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Peter Siegmund, 52 Jahre, Druckermeister, Martin Blechmann, 39 Jahre, Medientechnologe Druckverarbeitung, Ella Bitzobski, 35 Jahre, Mediengestalterin Digital und Print, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Ratgeber und Anleitungen zu Drucktechniken und Druckverfahren.

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