Anleitung für einen Schal mit Shibori-Muster

Anleitung für einen Schal mit Shibori-Muster

Aus einem schlichten Schal kann mit wenig Aufwand ein einzigartiges Accessoire mit einem dekorativen Shibori-Muster werden.

Hier die Anleitung dazu!

Shibori ist eine sehr alte Technik zum Gestalten von dekorativen Mustern. Die Technik hat ihre Wurzeln in Japan und war ursprünglich Bestandteil einer zeremoniellen Handlung. Jedes Muster hatte eine bestimmte symbolische Bedeutung. Und um ein Muster perfekt zu beherrschen, brauchte ein japanischer Meister etwa zehn Jahre.

Doch keine Sorge: So kompliziert ist die Technik nicht. Zumal es auch nicht um Perfektion geht, sondern um schöne Muster. Und schön werden die Muster auf jeden Fall. Das Besondere am Shibori ist nämlich, dass der Stoff gefaltet, verdreht, verknotet, abgedeckt oder umwickelt und anschließend mit Garn zu kleinen Päckchen zusammengebunden wird. Dadurch wird der Stoff an bestimmten Stellen nicht eingefärbt und im Ergebnis entstehen wunderschöne Muster.

Nun ist es meistens aber so, dass der Stoff zuerst abgebunden und danach gefärbt wird. Dies führt dazu, dass das Muster in der ursprünglichen, meist hellen Farbe des Stoffs erscheint, während der Stoff den Farbton des Färbebads annimmt.

Doch die Effekte lassen sich auch andersherum erzielen. Wird der Stoff erst gefärbt, dann abgebunden und schließlich wieder entfärbt, erscheint das Shibori-Muster nämlich als dunkles Muster auf hellem Grund. Und in dieser Version sieht das Muster meist sogar noch etwas schöner aus!

 

Die Materialien für einen Schal mit Shibori-Muster

  • einfacher Schal aus Baumwolle, Leinen, Seide oder einer anderen Naturfaser, gekauft oder selbst genäht
  • Textilfarbe im gewünschten Farbton
  • je nach Textilfarbe und Stoff evtl. zusätzlich Salz oder Essig
  • Kochlöffel, Holzstab oder ähnliches Werkzeug zum Umrühren
  • Entfärber
  • Nylonfaden oder Zahnseide zum Abbinden
  • Gummihandschuhe
  • Gefäß für die Farbbäder

Die Anleitung für einen Schal mit Shibori-Muster

  1. Schritt: den Stoff waschen

Bevor das Färben beginnen kann, sollte der Schal einmal ohne Weichspüler in der Waschmaschine gewaschen werden. Auf diese Weise werden Schmutz, Staub, Appreturen und andere Rückstände entfernt. Das ist deshalb wichtig, weil der Stoff die Farbe sonst vielleicht nicht richtig annehmen oder ein fleckiges Ergebnis entstehen würde.

 

  1. Schritt: den Schal einfärben

Nun wird der Stoff gefärbt. Dafür wird das Farbpulver in warmem Wasser aufgelöst. Bei einem Baumwoll- oder Leinenstoff wird außerdem etwas Salz, bei Seide ein Schuss Essig hinzugefügt. Anschließend wird der Stoff in das Farbbad gegeben.

Während des Färbevorgangs wird der Stoff immer wieder bewegt. Dadurch ist sichergestellt, dass der Stoff nirgends am Gefäß ansteht und sich gleichmäßig einfärbt. Ist der gewünschte Farbton erreicht, wird der Schal aus dem Farbbad genommen und unter fließendem Wasser solange ausgespült, bis das Wasser klar bleibt. Dann muss der Schal trocknen. Zum Schluss wird der trockene Schal gebügelt, um die Farbe zu fixieren.

Je nach verwendeter Textilfarbe kann die Färbeanleitung etwas unterschiedlich ausfallen. Wichtig ist deshalb, die Anweisungen auf der Verpackung aufmerksam durchzulesen und zu befolgen.

 

  1. Schritt: das Shibori-Muster anlegen

Jetzt ist das Shibori-Muster an der Reihe. Dafür wird der Stoff zusammengefasst und stramm mit Garn umwickelt. Eine sehr gute Alternative zu herkömmlichem Nylonfaden ist übrigens die praktisch reißfeste Zahnseide. Und je nachdem, wie das Muster später aussehen soll, gibt es beim Abbinden mehrere Möglichkeiten:

  • Der Stoff kann, ähnlich wie eine Ziehharmonika, in kleine Falten gelegt werden. Um den Effekt zu verstärken, kann der gefaltete Stoff noch gebügelt werden. Anschließend wird der Stoff fest mit Nylonfaden oder Zahnseide verschnürt.
  • Der Stoff kann an einer oder an mehreren Stellen verknotet werden. Auch die Knoten sollten mit Faden umwickelt werden, um sie zu fixieren.
  • Ein Zipfel des Stoffes kann gegriffen und fest mit Faden umwickelt werden, so dass eine Art Spitze entsteht. Dabei können eine größere Spitze oder viele kleine Spitzen nebeneinander abgebunden werden.
  • Auf den Stoff kann ein Knopf, eine Murmel, ein kleiner Stein, ein Einkaufswagenchip oder ein anderer Gegenstand gelegt werden. Dann wird der Stoff zusammengenommen und unter dem Gegenstand mit Faden fest zusammengeschnürt.
  • Mit Nadel und Faden werden einfache Linien, Kreise oder andere Muster in den Stoff genäht.

Anschließend werden die Enden des Fadens vorsichtig zusammengezogen. Dadurch zieht sich auch der Stoff zusammen und bildet Falten oder Rüschen. Die Enden des Fadens werden dann noch gut miteinander verknotet.Tipp: Beim Schal sieht es besonders gut aus, wenn nur die beiden Enden ein Muster erhalten. Dazu kann der Stoff auf jeder Seite in der gewünschten Höhe abgebunden werden. Unterhalb der abgebundenen Stellen wird der Stoff dann wie oben beschrieben gefaltet, verdreht oder genäht und abgebunden. Der mittlere Bereich hingegen behält seine gleichmäßige Färbung.

Der Kreativität sind letztlich keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur, dass der Stoff wirklich stamm mit dem Faden umwickelt wird. Denn wenn der Stoff zu lose geschnürt ist, prägt sich das Muster nur verschwommen aus.

  1. Schritt: das Shibori-Muster färben

Ist der Stoff abgebunden, wird er ein paar Minuten lang in sauberes Wasser getaucht. Denn feuchter Stoff nimmt das Färbemittel besser an als trockener Stoff. Dadurch kommt auch das Muster später besser zur Geltung. In der Zwischenzeit kann das Entfärberbad vorbereitet werden. Dazu wird das Entfärberpulver in warmem Wasser aufgelöst. Anschließend wird der Stoff in den Entfärber getaucht.

Der Entfärber zieht die Farbe aus dem Stoff. An die Stellen, an denen der Stoff in mehreren Lagen übereinanderliegt, mit einem Gegenstand abgedeckt oder mit dem Faden umwickelt ist, gelangt der Entfärber aber nicht. Dadurch entsteht das Muster. Nach einer gewissen Einwirkzeit wird der Stoff aus dem Entfärberbad herausgenommen.

Um den Vorgang zu stoppen, wird der Stoff meist mit klarem Wasser ausgespült. Die genaue Anleitung hängt aber immer vom verwendeten Entfärber ab. Wichtig ist deshalb, die Herstellerhinweise einzuhalten.

 

  1. Schritt: den Schal fertig stellen

Am besten sollte der Schal nun trocknen und die Fäden erst danach entfernt werden. Nach dem Auspacken kommt das Muster in seiner vollen Pracht zum Vorschein. Wer es nicht aushält, kann die Fäden aber natürlich gleich lösen. Der Schal sollte jetzt noch einmal durchgewaschen werden, um alle Rückstände der Färbemittel restlos zu beseitigen. Fertig!

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