Anleitung für Fadengrafiken

Anleitung für Fadengrafiken

Um dekorative Bilder zu gestalten, ist es nicht immer notwendig, zu Farbe und Pinsel oder Stift zu greifen. Stattdessen lassen sich auch mit Nägeln und Nähgarn herrliche Motive zaubern.

Und wie das geht, erklärt die folgende Anleitung:

 

Ein paar Infos zu Fadengrafiken vorab

Fadengrafiken, auch als Fadenkunst oder neudeutsch String-Art bezeichnet, sind derzeit schwer angesagt. Dabei werden die Motive aus kleinen Nägeln oder Stecknadeln und dünnen Garnen gestaltet.

Wirklich neu ist die Idee aber nicht. Fadenmotive gibt es schon lange und in den 1970er-Jahren waren sie schon einmal in Mode. Nun erleben die Fadenbilder ihr großes Comeback. Anders als früher werden die Bilder heute aber leichter gestaltet und in hellen, freundlichen Pastelltönen gefertigt.

Für die Fadengrafiken eignen sich die verschiedensten Motive. Wichtig ist nur, dass die Motive eher einfach gehalten sind und aus wenigen, markanten Linien bestehen. Bei den Fadenbildern werden nämlich nur die Konturen ausgearbeitet. Für die Motive werden kleine Nägel oder Stecknadeln in eine Holzplatte eingeschlagen und mit Faden umwickelt.

Dadurch entstehen erhabene Bilder. Sollen die Fadengrafiken in einem Bilderrahmen hinter Glas präsentiert oder beispielsweise als Deko auf Grußkarten aufgeklebt werden, wird Bastelkarton als Untergrund verwendet. Hier werden dann keine Nägel eingeschlagen, sondern Löcher eingestochen. Der Faden wird anschließend durch die Löcher gefädelt. Das Ergebnis sind flache Fadenbilder.

 

Die Materialliste für Fadengrafiken

  • Holzbrett als Untergrund
  • kleine Nägel oder Stecknadeln
  • Nähgarn in einer oder mehreren Farben
  • Hammer
  • Papier, Schere und Stift oder Drucker für die Vorlage
  • Klebeband zum Fixieren der Vorlage

 

Die Anleitung für Fadengrafiken

  1. Schritt: die Vorlage anfertigen

Zuerst wird die Vorlage für das Fadenmotiv angefertigt. Dafür kann das gewünschte Motiv entweder frei Hand auf ein Stück Papier gezeichnet oder ausgedruckt werden. Anschließend wird das Motiv ausgeschnitten.

Hinweis: Je nach Motiv reicht es aus, wenn die Vorlage nur aus dem Hauptelement des Motivs besteht. Zusätzliche Elemente wie beispielsweise der Stiel einer Blume oder die Füße eines Vogels können später auch ohne Vorlage ergänzt werden.

 

  1. Schritt: die Konturen anlegen

Das Fadenbild soll nur aus Nägeln und Faden bestehen. Aufgezeichnete Hilfslinien sollen nicht zu sehen sein. Deshalb wird nun die Vorlage auf dem Holzbrett positioniert. Damit sie nicht verrutscht, sollte sie mit einem Stückchen Klebeband fixiert werden.

Dann werden die Konturen des Motivs angelegt. Dazu werden mit dem Hammer kleine Nägel an der Außenlinie des Motivs entlang, also um die Vorlage herum eingeschlagen. Dabei sollten die Abstände zwischen den Nägeln möglichst gleichmäßig und umso kleiner sein, je dünner der verwendete Faden ist. Um die Nägel gut greifen zu können, kann sich eine Pinzette oder eine kleine Zange als wertvolles Hilfsmittel erweisen.

Hat das Motiv neben den Konturen auch Innenlinien, werden hier mit einem Nagel oder einer spitzen Nadel Löcher in das Holz gestochen. Anschließend wird die Vorlage vorsichtig entfernt. Danach können die fehlenden Nägel in die vorgebohrten Löcher eingeschlagen werden.

Tipp: Wird ein weiches Holz als Untergrund verwendet, können die Nägel auch durch Stecknadeln ersetzt werden. In weiches Holz lassen sich Stecknadeln problemlos einstechen und das Gehämmer entfällt. Gleiches gilt natürlich, wenn statt Holz eine Platte aus festem Karton verarbeitet wird.

 

  1. Schritt: das Motiv mit Faden ausfüllen

Nachdem alles vorbereitet ist, beginnt die eigentliche Gestaltung des Fadenmotivs. Dabei wird zuerst die Kontur des Motivs angelegt. Dafür wird das Garn an einem Nagel festgebunden. Von diesem Nagel aus wird das Garn dann zum nächsten Nagel geführt, einmal um den Nagel herumgewickelt, wieder zum nächsten Nagel geführt, um diesen Nagel herumgelegt, zum nächsten Nagel geführt und immer so weiter, bis der Anfangsnagel erreicht ist. Die Kontur des Motivs sollte nun zu erkennen sein.

Ist die Kontur fertig, wird das Motiv ausgefüllt. Hat das Motiv keine Innenlinien, wird der Faden von einem Nagel zu einem Nagel auf der gegenüberliegenden Seite gelegt. Dabei kann diese Fadenlinie gerade oder schräg verlaufen. Anschließend geht es wieder zurück auf die andere Seite und dann erneut zur gegenüberliegenden Seite. Auf diese Weise wird der Faden um die Nägel gewickelt, bis das Motiv mit Linien aus Fäden gefüllt ist.

Hat das Motiv Innenlinien, wird der Faden um den untersten Nagel der Innenlinie gewickelt. Von hier aus wird der Faden dann zu einem Nagel der Konturlinie geführt. Danach geht es zurück zur Innenlinie und anschließend zu einem Nagel auf der anderen Seite der Konturlinie. Auch hier können die Fadenlinien, ganz nach Lust und Laune, gerade oder schräg verlaufen. Dies wird dann solange wiederholt, bis das Motiv ausgefüllt ist.

Wer möchte, kann das Motiv jetzt noch bunt ausgestalten. Dafür wird einfach ein Garn in einer anderen Farbe an einem Nagel festgeknotet und im gewünschten Muster um die Nägel gewickelt. Dies kann mit weiteren Garnen in anderen Farben wiederholt werden. Nach und nach wird die Fadengrafik so immer farbenfroher. Tolle Effekte lassen sich auch erzielen, wenn Garne in verschiedenen Stärken verarbeitet werden.

Damit ist das selbstgemachte Kunstwerk aus Nägeln und Faden fertig! Und damit die Anleitung etwas anschaulicher wird, hier das Ganze noch einmal als Grafik:

[Fadengrafiken]

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