Anleitung: Textilien mit Kaffee oder Tee färben

Anleitung: Textilien mit Kaffee oder Tee färben

Um Textilien eine tolle Färbung zu geben, müssen es nicht immer chemische Textilfarben sein. Stattdessen lassen sich auch mit natürlichen Färbemitteln wunderbare Ergebnisse erzielen.

Kaffee und Tee beispielsweise verleihen Textilien sanfte, natürliche Beige- bis Brauntöne.

Wir erklären, wie das Färben mit Kaffee oder Tee funktioniert:

Mit Kaffee oder Tee färben

Schwarztee gehört zu den traditionellen Färbemitteln. Schon sehr früh wurden die Gerbstoffe, die in schwarzem und auch grünem Tee enthalten sind, genutzt, um weiße Stoffe sanft einzufärben.

Ganz ähnliche Effekte lassen sich mit Kaffee erzielen. Je nachdem, wie intensiv das Färbebad angesetzt wird und wie lange der Stoff im Färbebad verbleibt, reicht die Farbpalette von einem hellen Beige über verschiedene Sand- und Braunschattierungen bis hin zu einem kräftigen Braun.

Ein weiterer Pluspunkt neben den sehr schönen und natürlichen Farbtönen ist, dass das Färben sehr kostengünstig wird. Denn Tee oder Kaffee sind meist ohnehin im Haus und auch wenn sie schon abgelaufen sind, eignen sie sich noch prima als Färbemittel. Allerdings klappt die Färbung nur auf eher dünnen Stoffen aus Naturfasern. Baumwolle oder Seide beispielsweise sind optimal. Schwere, dichte Stoffe wie Leinen nehmen die Farbe kaum an, Kunstfasern überhaupt nicht.

 

Textilien mit Kaffee oder Tee färben – die Materialliste

  • T-Shirts und andere Textilien, am besten aus weißer Baumwolle
  • Haushaltsessig
  • Kaffee oder Schwarztee
  • Topf, Schüssel oder Eimer
  • Einweghandschuhe

Textilien mit Kaffee oder Tee färben – die Anleitung

  1. Schritt: die Textilien waschen

Bevor die Textilien gefärbt werden, sollten sie in der Waschmaschine gewaschen werden. Das gilt sowohl für neue als auch für alte Textilien und sowohl für fertig genähte Textilien als auch für ungenähte Stoffe.

Das Waschen sorgt dafür, dass Verschmutzungen, Rückstände und mögliche Beschichtungen aus den Fasern herausgewaschen werden. Wichtig ist das deshalb, weil die Farbe sonst möglicherweise nicht richtig haftet. Gewaschen werden die Textilien ganz normal in der Waschmaschine, allerdings ohne Weichspüler.

 

  1. Schritt: die Textilien beizen

Während die gewaschenen Textilien trocknen, kann das Beizbad angesetzt werden. Das Beizen sorgt dafür, dass die Stoffe die Farbe besser aufnehmen. Die Färbung wird dadurch intensiver und hält länger. Normalerweise werden für die Vorbehandlung spezielle Mittel verwendet. Meist handelt es sich dabei um Alaun oder Eisensulfat. Doch es geht auch viel einfacher und kostengünstiger, nämlich mit herkömmlichem Haushaltsessig.

Für ein Beizbad mit Essig werden Wasser und Essig im Verhältnis 4:1 in einen Topf gegeben. Zwei Liter Wasser beispielsweise werden also mit einem halben Liter Essig vermischt. Die Mischung wird dann auf dem Herd leicht erwärmt. Anschließend kommt der Stoff für eine gute Stunde in das Beizbad. Während der Stoff einweicht, sollte das Wasser lauwarm bleiben. Nach dem Beizen wird der Stoff mit Wasser ausgespült, bis er nicht mehr nach Essig riecht. Dann kann der Stoff ein bisschen trocknen, während das Färbebad angesetzt wird.

Übrigens: Das Beizen ist nicht unbedingt notwendig. Bei Textilien wie beispielsweise T-Shirts, die häufiger gewaschen werden, kann sich die Vorbehandlung zwar lohnen. Andererseits hält die Farbe auch so gut im Stoff und wie intensiv der Farbton wird, lässt sich über die Färbedauer steuern. Wer schneller Ergebnisse sehen oder das Färben mit Kaffee oder Tee einfach nur einmal ausprobieren möchte, kann sich diesen Arbeitsschritt also sparen.

 

  1. Schritt: das Färbebad ansetzen

Für das Färbebad wird ein starker Kaffee oder Tee gekocht. Ein festes Rezept gibt es dabei nicht. Grundsätzlich wird der Farbton umso intensiver und dunkler, je konzentrierter das Färbebad ist. Aber hier kann und muss etwas herumprobiert werden, denn die Färbekraft hängt immer auch ein bisschen von den verwendeten Sorten und der Wassertemperatur ab. Als ungefähre Faustregel haben sich folgende Rezepturen bewährt:

  • Für ein Färbebad aus Kaffee wird gut die doppelte Menge Kaffee verwendet wie bei einem normalen Kaffee üblich.
  • Für ein Färbebad aus Schwarztee werden zehn Teebeutel pro Liter Wasser verwendet. Gleiches gilt für ein Färbebad aus grünem Tee.
  • Wird loser Tee verwendet, sollten es 40 bis 50 Gramm Tee pro 100 Gramm Stoff sein.

Der Kaffee kann ganz normal in der Kaffeemaschine gekocht werden. Eine andere Möglichkeit ist, das Kaffeepulver direkt mit kochendem Wasser zu überbrühen und den Kaffee anschließend durch ein Sieb zu filtern. Bei einem Färbebad aus Tee können die Beutel in das Färbegefäß gegeben und mit Wasser übergossen werden. Wenn der Tee etwa 15 Minuten lang gezogen hat, können die Teebeutel einfach herausgenommen werden. Loser Tee hingegen muss sorgfältig durch ein Sieb gefiltert werden. Bleiben die Teeblätter im Wasser, könnten sie nämlich am Stoff haften und so unschöne Flecken verursachen.

 

  1. Schritt: die Textilien färben

Die noch leicht feuchten Textilien werden jetzt in das Färbebad gelegt. Soll der Stoff gleichmäßig eingefärbt werden, bleibt er einfach im Färbebad liegen. Schon nach wenigen Minuten hat er die Farbe angenommen. Aber je länger der Stoff einweicht, desto intensiver wird der Farbton. Für eine kräftige Färbung kann der Stoff also ruhig einen ganz Tag lang im Färbebad schwimmen. Wichtig wäre dann nur, den Stoff immer mal wieder etwas zu bewegen, damit er überall gleichmäßig Kontakt zum Färbebad hat. Und wenn der Stoff bewegt oder angefasst wird, sind Handschuhe ratsam. Denn das Färbebad färbt nicht nur die Textilien, sondern auch die Haut ein.

Sehr schön sieht auch ein Farbverlauf aus. Dafür wird der Stoff zuerst komplett in das Färbebad gegeben. Nach etwa zehn Minuten wird der Stoff dann zu einem Drittel aus dem Färbebad genommen. Dieses Drittel wird ausgedrückt und über den Rand des Gefäßes gehängt. Die unteren beiden Drittel bleiben im Färbebad. Nach weiteren zehn Minuten wird der Stoff erneut herausgenommen, so dass nur noch das untere Drittel im Färbebad liegt. Auf diese Weise entsteht ein Farbverlauf in drei Abstufungen. Wer möchte, kann aber in zwei Stufen färben oder andersherum noch mehr Farbabstufungen gestalten.

Tipp:

Im feuchten Zustand sind die Textilien dunkler als später nach dem Trocknen. Wer ausprobieren möchte, ob der gewünschte Farbton schon erreicht ist, kann den Stoff zwischendurch aus dem Färbebad nehmen und eine Stelle mit dem Haarföhn trocknen. Ist der Farbton noch zu hell, kommt der Stoff einfach wieder zurück ins Färbebad.

 

  1. Schritt: die Textilien waschen

Sind die Textilien wie gewünscht eingefärbt, werden sie aus dem Färbebad genommen und gut ausgewrungen. Anschließend müssen sie trocknen. Nach dem Trocknen kann es sein, dass der Stoff sehr fleckig ist. Das ist nicht schlimm, denn nach dem Waschen verschwindet das Fleckige. Sind die Textilien trocken, können sie kurz im Waschbecken durchgespült und anschließend ganz normal in der Waschmaschine gewaschen werden.

Insgesamt hält die Färbung gut. Waschgänge bei 40 Grad sind kein Problem. Sollte die Farbe mit der Zeit zu sehr verblassen, können die Textilien einfach erneut mit Kaffee oder Tee eingefärbt werden.

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