Textilien mit Eiswürfeln färben

Textilien mit Eiswürfeln färben

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie Textilien eingefärbt werden können. Eine davon ist das Färben mit Eiswürfeln.

Eiswürfel eignen sich nicht nur, um Getränke herunterzukühlen. Stattdessen sind Eiswürfel auch ein prima Hilfsmittel, um sehr schöne Muster auf Textilien zu zaubern. Auf diese Weise lassen schlichte, weiße T-Shirts, langweilige Tischdecken oder einfache Kissenhüllen in originelle Hingucker verwandeln.

Auch Textilien, die im Laufe der Zeit etwas vergilbt, vergraut oder fleckig geworden sind, können so als echte Unikate in neuem Glanz erstrahlen. Und je nachdem, ob das Muster eher kräftig und farbintensiv oder lieber zart und sanft werden soll, werden unterschiedliche Techniken angewendet.

Hier sind die Anleitungen dazu!

 

Grundlegende Hinweise vorab

Für das Färben der Textilien werden ganz normale Eiswürfel aus Wasser verwendet. Je nachdem, wie groß die Textilien sind und wie viele Stoffe eingefärbt werden sollen, werden aber einige Eiswürfel benötigt. Daher sollten Eiswürfel in ausreichender Menge vorbereitet werden. Am besten klappt das mit Eiswürfelbeuteln, denn nicht jeder hat gleich mehrere Eiswürfelbehälter zu Hause.

Zum Färben sollte ein weißer oder zumindest sehr heller Baumwollstoff verwendet werden. Bei anderen Geweben und Farben reicht die Deckkraft der Textilfarben möglicherweise nicht aus und auf Kunstfasern halten die Farben nicht. Ist der Stoff neu, sollte er vor dem Färben einmal ohne Weichspüler gewaschen werden. Dadurch werden mögliche Appreturen im Stoff entfernt.

Nach dem Färben müssen die Farben fixiert werden. Das erfolgt oft durch Bügeln, manchmal muss der Stoff aber auch in den Backofen oder mit einem Fixiermittel behandelt werden. Auf der Verpackung der Farbe ist der Fixiervorgang genau beschrieben. Damit das Muster lange hält, sollten die Anweisungen des Herstellers deshalb unbedingt beachtet werden.

 

Textilien mit Eiswürfeln färben – 1. Technik

Sollen die Textilien ein kräftiges und ausdrucksstarkes Muster mit organischen Strukturen bekommen, ist diese Technik gut geeignet. Hierbei werden die Eiswürfel auf den Stoff gelegt und anschließend mit Farbe bestreut.

 

Die Materialien

  • Schüssel, Wanne oder anderer Behälter; in diesen Behälter fließt später das Schmelzwasser. Deshalb sollte der Behälter nicht zu klein sein.
  • Abstreifgitter aus dem Malerbedarf; wer kann Abstreifgitter zur Hand hat, kann auch ein anderes Gitter, einen Rost oder ein Netz verwenden. Wichtig ist nur, dass das Gitter auf den Behälter aufgelegt werden kann und den Stoff hält, damit der Stoff nicht im Schmelzwasser liegt.
  • Textilfarbe in Pulverform
  • Eiswürfel
  • Einweghandschuhe

So geht’s

Zuerst wird das Abstreifgitter auf den Behälter aufgelegt. Dann kommt auch schon der Stoff an die Reihe. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Wird der Stoff angefeuchtet, ist später von der ursprünglich weißen Farbe so gut wie nichts mehr zu sehen. Denn auf dem feuchten Stoff fließt die Farbe und verteilt sich über die ganze Fläche.
  • Wird der Stoff trocken verwendet, entstehen stärkere Kontraste. Dort, wo keine Farbe aufgetragen wird, bleibt der Stoff fast weiß. Auf dem trockenen Stoff zerfließt die Farbe nämlich kaum.

Der Stoff, je nach Wunsch feucht oder trocken, wird nun locker zusammengelegt. Dabei darf er ruhig geknittert, gedreht oder anderweitig zusammengenommen werden. Durch das ungleichmäßige Zusammenlegen entsteht später das schöne Muster. Der zusammengeknüllte Stoff wird dann auf dem Gitter abgelegt.

Nun werden auf dem Stoff die Eiswürfel verteilt. Dabei sollte der Stoff möglichst überall mit Eiswürfeln bedeckt sein. Danach geht es mit der Farbe weiter. Sie wird einfach über den Eiswürfeln verstreut. Dabei kann ruhig etwas variiert werden, so dass auf einigen Stellen mehr Farbe landet und auf anderen Stellen weniger.

Dann heißt es abwarten, denn der Rest passiert von alleine. Sobald die Eiswürfel anfangen zu schmelzen, verbindet sich die Feuchtigkeit mit der Farbe und der Stoff wird eingefärbt. Sind die Eiswürfel komplett geschmolzen, ist der Färbevorgang abgeschlossen. Wenn der Stoff auseinandergefaltet wird, wird das tolle Muster in seiner ganzen Pracht sichtbar. Dann wird der Stoff solange unter kaltem Wasser ausgespült, bis keine Farbe mehr austritt und das Wasser klar bleibt. Wer möchte, kann den Stoff nun noch nach Herstelleranweisung fixieren. Fertig!

 

Textilien mit Eiswürfeln färben – 2. Technik

Bei dieser Technik wird der Stoff zuerst eingefärbt. Durch die Eiswürfel, die anschließend aufgelegt werden, verflüchtigt sich die Farbe wieder und es bleiben helle Stellen zurück.

 

Die Materialien

  • nichtsaugende Unterlage, beispielsweise ein Stück Folie, eine Glasplatte oder ein Kunststofftablett
  • Eiswürfel
  • Seidenmalfarbe
  • kleines Schälchen oder Becher zum Anrühren der Farbe
  • breiter Pinsel

So geht’s

Zuerst muss die Seidenmalfarbe verdünnt werden. Dafür werden etwa 5 bis 10 ml der Seidenmalfarbe in ein Schälchen gegeben und mit etwa 100 ml Wasser vermischt. In flüssigem Zustand sieht die Farbe heller aus, auf dem trockenen Stoff wird sie später dunkler und intensiver. Wer unsicher ist, kann die Farbintensität auf einem kleinen Stückchen Stoff ausprobieren.

Nun wird der Stoff auf der Unterlage ausgebreitet und glatt gestrichen. Anschließend wird die verdünnte Seidenmalfarbe flächig mit einem breiten Pinsel auf dem gesamten Stoff aufgetragen. Hierbei sollte recht zügig gearbeitet werden, denn andernfalls entstehen Streifen.

Ist der Stoff eingefärbt, wird er zusammengeschoben. Je mehr Falten und Knitter dabei entstehen, desto lebendiger wird später das Muster. Dann werden ein paar Eiswürfel auf dem Stoff verteilt. Allzu viele Eiswürfel sollten es aber nicht sein. An den Stellen, an denen die Eiswürfel aufliegen, wird die Farbe noch weiter verdünnt. Sie zerfließt daraufhin und sammelt sich in den Stofffalten. Dadurch entsteht das Muster.

Nun ist etwas Geduld gefragt. Denn der Stoff muss solange liegen bleiben, bis die Eiswürfel geschmolzen und der Stoff komplett trocken ist. Würde der noch feuchte Stoff ausgewaschen, würde die Farbe wieder herausgespült werden. Nachdem der Stoff trocken ist, wird die Farbe nach Herstelleranleitung entweder mit dem Bügeleisen oder im Backofen fixiert. Fertig!

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