Vorbereiten von Stoffen vor dem Färben und Bemalen

Infos und Tipps zum Vorbereiten von Stoffen vor dem Färben und Bemalen 

Wenn ein Stoff eingefärbt oder bemalt werden soll, ist es für ein ansprechendes und lang anhaltendes Ergebnis sehr wichtig, dass das Gewebe die Farbe sicher und gleichmäßig aufnimmt. Daher ist zunächst einmal wichtig, eine Farbe zu verwenden, die zu dem jeweiligen Gewebe passt. Der Handel bietet hierfür eine breite Palette an Stofffarben an, die speziell für das Färben und Bemalen von Stoffen aus pflanzlichen oder tierischen Fasern konzipiert sind. 

Zudem unterscheiden sich die Farben im Hinblick auf die notwendige Fixierung. So reicht es bei einigen Farben aus, wenn der gefärbte oder bemalte Stoff gebügelt wird. Im Unterschied dazu ist bei anderen Farben eine Fixierung mit heißem Dampf erforderlich. Aber nicht nur die Farben spielen eine Rolle, sondern der Stoff selbst sollte ebenfalls vorbereitet werden. Auch hier entscheidet wieder die Stoffart darüber, welche Vorbehandlung ratsam ist.

Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Infos und Tipps zum
Vorbereiten von Stoffen vorm Färben und Bemalen zusammen:
 

Stoffe aus pflanzlichen Fasern auf das Färben und Bemalen vorbereiten

Sehr viele Stoffe werden mit Appreturen behandelt. Diese Beschichtungen können verschiedene Funktionen haben, beispielsweise den Webvorgang vereinfachen oder dazu beitragen, dass das Gewebe weniger anfällig gegenüber Schmutz und Falten ist. Meist wirken sich Appreturen aber nachteilig auf die Fähigkeit eines Gewebes, Farbe aufzunehmen, aus. Neben den Beschichtungen sind in Stoffen natürliche Wachse, Fette und Klebstoffe enthalten, die von der jeweiligen Pflanze selbst stammen. 

So enthalten beispielsweise die Blüten von Baumwollpflanzen Wachse und Fette, die dafür sorgen, dass auch stärkere Regengüsse den Pflanzen keinen Schaden zufügen. Außerdem enthalten Pflanzen wie Baumwolle, Hanf, Leinen und andere Stängelfasern Pektin. Pektin ist eine Art pflanzlicher Klebstoff, den die Pflanzen bei ihrem Wachstum bilden und der sie einerseits festigt und andererseits den Wasserhaushalt reguliert. 

Um die Rückstände von Appreturen und natürlichen Inhaltsstoffen zu entfernen, sollten Stoffe vor dem Färben oder Bemalen immer gewaschen werden. Dabei erfolgt das Waschen von Stoffen aus pflanzlichen Fasern, also von Stoffen aus beispielsweise Baumwolle, Leinen, Hanf, Viskose oder Ramie, mit Soda und heißem Wasser. Dadurch werden zum einen die wasserlöslichen Appreturen und zum anderen enthaltene Wachs- und Fettrückstände sowie Stärke- und Pektinreste ausgewaschen. Gleichzeitig sorgt das heiße Wasser dafür, dass die Fasern aufquellen. 

Deshalb nimmt ein Stoff, der direkt nach dem Waschen und Ausspülen gefärbt oder bemalt wird, die Farbe besonders gut, intensiv und gleichmäßig an.   Das Waschen mit warmem Wasser vor dem Gestalten hat aber noch einen weiteren Nebeneffekt, denn es stellt sicher, dass der Stoff später nicht mehr einläuft. Schließlich wäre es sehr ärgerlich, wenn das fertige Kunstwerk nicht passt, nur weil der Stoff bei der ersten Wäsche eingegangen ist.  

Stoffe aus tierischen Fasern auf das Färben und Bemalen vorbereiten

Wollstoffe enthalten Lanolin. Lanolin ist ein natürliches Fett, das dafür sorgt, dass die Fasern weich und geschmeidig bleiben, nicht verkleben und nicht abbrechen. Seide wiederum ist zwar meist gut vorgewaschen, wenn sie in den Handel kommt. 

Trotzdem kann Seide noch Reste von dem Seidenleim enthalten, den die Seidenraupen für die Stabilisierung ihrer Kokons beim Verpuppen bilden. Generell sollten Stoffe aus tierischen Fasern in warmem Wasser und mit einem milden, neutralen Waschmittel gewaschen werden, bevor sie eingefärbt oder bemalt werden. Durch das warme Wasser werden Rückstände ausgewaschen, die Fasern durch das milde und neutrale Waschmittel aber gleichzeitig nicht beschädigt. Generell reagieren Stoffe aus tierischen Fasern allerdings recht empfindlich auf plötzliche Temperaturwechsel. Um die Fasern nicht zu schädigen, sollten deshalb schnelle Schwankungen zwischen heiß und kalt vermieden werden. 

Soll Wolle gefärbt, bemalt oder bedruckt werden, ist es ratsam, zuvor einen kleinen Test durchzuführen. Dafür wird einfach etwas Wasser auf die Wolle getropft. Saugt der Wollstoff das Wasser auf, kann der Stoff ohne großartige Vorbehandlung gestaltet werden. 

Perlt das Wasser hingegen ab, enthält der Stoff zu viele Fettrückstände. In diesem Fall sollte der Wollstoff mindestens eine halbe Stunde lang in ein Bad aus mäßig warmem Wasser und neutralem Waschmittel gelegt und danach sorgfältig ausgespült werden. Wichtig dabei ist aber, dass das Wasser nicht heiß ist und der Stoff nicht zu sehr gerieben wird, denn beides könnte vor allem bei feinen Wollstoffen ein Verfilzen zur Folge haben. 

Seide wird vor dem Gestalten erst in warmem Wasser und mit etwas Seife oder ein wenig neutralem, milden Waschmittel ausgewaschen. Anschließend wird die noch warme Seide gründlich mit sauberem, warmem Wasser ausgespült. Dabei sollte jedoch ein möglichst weiches Wasser verwendet werden. Bei sehr hartem Wasser ist es ratsam, einen Wasserenthärter hinzuzufügen. Andernfalls setzen sich nämlich Kalkrückstände ab, die sich nicht nur nachteilig auf die Farbaufnahmefähigkeit, sondern auch auf den weichen Griff des Seidenstoffs auswirken.

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