Infos und Anleitung zum Gummidruck

Infos und Anleitung zum Gummidruck 

Der Gummidruck gehört zu den photographischen Edeldruckverfahren. Um ein Bild zu erzeugen, wird mithilfe von Farbpigmenten von wasserlöslichen Farben in Gummiarabicum eine Kontaktkopie erstellt. 

Für die Sensibilisierung werden üblicherweise Kaliumdichronat oder Ammoniumdichronat verwendet und mit Gummiarabicum sowie mit wasserlöslichen Farbpigmenten vermischt. Nach dem Trocknen erfolgt die Belichtung mittels Tageslicht oder künstlichem UV-Licht. 

Durch das Licht härtet das Gummiarabicum aus, wodurch es unlöslich wird und die Farbpigmente hält.

Die Entwicklung des eigentlichen Bildes erfolgt anschließend in Wasser. Im Wasser werden die Bildteile ausgewaschen, die noch löslich sind und dem Licht nicht oder in nur geringerem Umfang ausgesetzt waren. Das fertige Bild setzt sich dann nur aus den benutzten Farbpigmenten zusammen und erinnert optisch an ein Aquarell. Je nachdem, welche Technik angewandt wird, kann der Gummidruck zu sehr unterschiedlichen und vielseitigen Ergebnissen führen. 

Dabei ergibt sich die Farbe des Gummidrucks aus den verwendeten Pigmenten und die Art des Auswaschens bestimmt darüber, wie viele Bilddetails sichtbar sind. Um interessante Spuren zu erzeugen, können außerdem Pinsel und Bürsten verwendet werden. 

Hier nun die wichtigsten Infos sowie eine Anleitung
zum Gummidruck kompakt zusammengefasst:
 

Das Papier für den Gummidruck

Für den Gummidruck wird ein stabiles Papier benötigt, das einen neutralen pH-Wert aufweist und gut geleimt ist. So kann beispielsweise Papier für Radierungen oder hochwertiges Aquarellpapier verwendet werden. Meist erfordern diese Papiere jedoch eine zusätzliche Leimschicht, für die normalerweise Gelatineleim aufgetragen wird. 

Die Leimschicht ist erforderlich, da beim Gummidruck Papier und Negativ deckungsgleich sein müssen. Normales, unbehandeltes Papier würde sich jedoch im nassen Zustand ausdehnen und beim Trocknen wieder zusammenziehen. Zudem erhöht die Leimschicht die Sensitivität des Prozesses und verhindert, dass sich während des Auftrags der Emulsion Flecken in den Lichtern bilden. 

Das Papier wird vorbereitet, indem es zunächst eine halbe Stunde lang in heißem Wasser eingeweicht wird. Nach dem Trocknen wird das Papier 15 Minuten lang in einer Gelatinelösung eingeweicht. Für die Gelatineschicht werden 30 Gramm Gelatine in einem Liter kalten Wasser eingeweicht. Nach etwa 15 Minuten wird das Wasser langsam erwärmt und dabei solange gerührt, bis sich die Gelatine vollständig aufgelöst hat. 

Nach dem Einweichen in der Gelatineschicht und dem anschließenden Trocknen kann das Papier noch zusätzlich gehärtet werden. Dazu werden 25ml 37prozentiges Formaldehyd mit einem Liter Wasser vermischt und das Papier zehn Minuten lang in diese Lösung eingelegt. Der Druck erfolgt auf der glatten Seite des Papiers.

 

Die Emulsionsbinder

Für den Gummidruck werden üblicherweise Gummiarabicum oder Akaziengummi verwendet. Gebrauchsfertiges und für den Gummidruck bestens geeignetes Gummiarabicum kann im Kunsthandel erworben werden. 

Um es selbst herzustellen, werden 300g Gummiarabicum-Pulver sowie 15ml 37protentiges Formaldehyd in einem Liter kaltem Wasser aufgelöst. 

Die Farbpigmente für den Gummidruck

Der Gummidruck erfolgt üblicherweise mit Aquarellfarben, ebenso möglich sind jedoch auch Lebensmittelfarben oder Pflanzenextrakte. 

Für Anfänger sind außerdem Guache-Farben empfehlenswert, da diese leicht zu verarbeiten sind und auch bei einfacher Belichtung satte Farben erzeugen. 

Für den Druck gilt als Richtlinie, dass 5 Gramm der Farbpigmente mit 30ml der Gummilösung vermischt werden. Führt diese Mischung jedoch zu Flecken auf dem Papier, muss die Konzentration entsprechend abgeändert werden.

  

Die Sensibilisierung

Zur Sensibilisierung wird entweder eine Lösung aus 27 Gramm Ammoniumdichromat und 100ml Wasser oder aus 13g Kaliumdichromat und 100ml Wasser verwendet. 

Das Auflösen erfolgt in 50 Grad warmem Wasser, verarbeitet wird die Lösung bei einer Temperatur von 20 Grad. Zur Sensibilisierung des Papiers wird die Lösung dann mit der Mischung aus Gummilösung und Farbpigmenten vermischt. Das Mischungsverhältnis beträgt dabei in aller Regel 1:1.

 

Der Auftrag der Emulsion

Der Auftrag der Emulsion muss in einer gleichmäßigen Schicht erfolgen, die weder zu dick noch zu dünn ist. Ist die aufgetragene Schicht zu dick, kann das Licht die Mitteltöne sowie die Lichter nicht durchdringen.

Die Folge hiervon ist, dass Details in den Lichter nicht zu sehen sind und sich Schatten bilden. Der Auftrag erfolgt entweder mit Pinseln, wobei dann ein Borstenpinsel für den Auftrag und ein weicher Pinsel für das Verteilen verwendet werden, oder mittels Baumwolllappen. Wichtig ist, die Emulsion zügig aufzutragen.

Da die Emulsion sehr lichtempfindlich ist, sollte der Auftrag bei schwachem Licht und die etwa 15minütige Trocknung im Dunkeln erfolgen.  

 

Die Belichtung

Die Belichtung kann mittels Tageslicht oder unter UV-Licht erfolgen. Mit Tageslicht dauert die Belichtung bis zu fünf Minuten, unter UV-Licht etwa eine halbe Minute. Aufgrund der Farbabdeckung ist der Entwicklungszustand beim Gummidruck jedoch nicht unmittelbar sichtbar, so dass hier etwas experimentiert werden muss, bis die optimale Belichtungszeit ermittelt ist. 

Dabei wird die Belichtungszeit auch von der Farbkonzentration beeinflusst.

 

Die Entwicklung

Durch die Belichtung härtet die Gummilösung aus und verändert damit die Löslichkeit in Wasser. Daher wird zur Entwicklung nur Wasser benötigt. Das Papier wird mit der belichteten Seite nach unten in eine Schale gelegt und etwa eine halbe Stunde lang gewässert. Um besondere Effekte zu erzielen, kann während der Entwicklung mit fließendem Wasser oder mit Pinseln und Bürsten gearbeitet werden. Der Druck wird anschließend an der Luft getrocknet. 

Nach dem Trocknen können auf dem Bild gelbe Flecken sichtbar sein, die durch Chromsalze hervorgerufen werden. Um diese Flecken zu beseitigen, wird das Bild nochmals gewässert und anschließend für etwa zwei Minuten in einer 1prozentigen Lösung aus Kaliummetabisulfat gebadet.

 

Die Techniken

Der Gummidruck kennt unterschiedliche Drucktechniken:

 

1.      

Der erste Abdruck eines normalen Negativs führt zu einem weichen Bild ohne Tiefe. Wird die Emulsion ein weiteres Mal aufgetragen und das Bild erneut belichtet, entstehen mehr Tiefe sowie stärkere Kontraste. Dabei kann dieser Vorgang beliebig oft wiederholt werden. Üblicherweise wird dabei die Emulsion immer in der gleichen Form aufgetragen, die Belichtungsdauer jedoch jeweils um die Hälfte gekürzt.

 

2.      

Um eine Tontrennung zu erreichen, werden unterschiedliche Farbkonzentrationen eingesetzt. Als Grundregel hierbei gilt, dass die Menge der Farbpigmente bei jedem neuen Farbauftrag um die Hälfte reduziert und auch die Belichtungszeit bei jedem Durchgang gekürzt wird.

Für Farbvariationen werden mehrere Farben benutzt, wobei jeder neue Farbauftrag mit helleren Farben erfolgt. Das bedeutet, zunächst kommen warme Farben in starker Konzentration, später dann kalte Farben in geringerer Konzentration zum Einsatz. 

Werden die Farbpigmente nur in einzelnen Bereichen aufgetragen, können die darunterliegenden Farben mithilfe des Pinsels je nach Geschmack mehr oder weniger hervorgeholt werden. Um einen farbigen Gummidruck herzustellen, werden Negative jeweils für die Lichter, die Schatten und die Mitteltöne angefertigt. Diese werden dann nacheinander erst in Gelb, dann in Blau und schließlich in Rot gedruckt.

 

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