Papiere für Malereien und Zeichnungen

Übersicht: Papiere für Malereien und Zeichnungen 

Bevor es Papiere gab, wurde Papyrus verwendet. Papyrus entsteht, indem dünne Streifen der Papyruspflanze übereinander geklebt und anschließend geglättet werden. Der Nachfolger von Papyrus war das Pergament. Pergament wird aus gegerbter Tierhaut gewonnen, die gespannt, von Haaren befreit, geglättet und ausgedünnt wird. 

Pergament ist widerstandsfähiger als Papyrus, die Herstellung ist aber aufwändiger und teurer. Vor rund 2000 Jahren wurden dann China- und Japanpapier entwickelt. Diese Papiere bestehen aus Pflanzen, die zusammen mit Wasser zu einem faserigen Brei gestampft werden. Die Papierbögen werden anschließend mit einem Rahmen geschöpft. Etwa 1000 Jahre später wurde auch im Nahen Osten damit begonnen, Papiere aus Fasern von Gräsern und Bäumen herzustellen. 

Das Wissen um die Papierherstellung gelangte von hier aus nach Europa. In Europa wiederum wurden anstelle von Papieren aus Pflanzenfasern Harderpapiere angefertigt. Harder sind Lumpen aus altem Leinengewebe, das im Zuge der Papierherstellung mit Rahmen geschöpft, gepresst und mit einer Leimschicht überzogen wurde. Seit dem 14. Jahrhundert wird auf Papieren nicht nur geschrieben, sondern auch gezeichnet und gemalt. Heute besteht Papier aus Holzzellfasern.

Dabei wird das im Holz enthaltene Lignin, das für die Gilbung verantwortlich ist, entfernt. Eine Leimung sorgt für die glatte Papieroberfläche. Nun sind im Handel aber unzählige Papiersorten erhältlich, doch nicht jedes Papier eignet sich, um darauf auch zu zeichnen oder zu malen. Für Hobby-Künstler kann es also durchaus eine Herausforderung sein, das richtige Papier auszuwählen. 

Damit es künftig es einfacher wird, stellt die folgende Übersicht
die gängigsten Papiere für Malereien und Zeichnungen vor:
 

Papiere für Malereien

Wenn Papier mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, vergrößert sich sein Volumen. Nach dem Trocknen zieht sich das Papier zwar wieder zusammen, aber oft bleiben Wellen zurück. Um zu verhindern, dass sich das Papier unschön wellt, wird es deshalb in der Malerei gerne auf eine Holzplatte aufgespannt. 

Die gängigsten Papiere beim Malen sind folgende:

·         Aquarellpapier ist ein Papier, das eigens für die Aquarellmalerei entwickelt wurde. Es ist in einzelnen Papierbögen, als Malblock und auf der Rolle erhältlich. Aquarellpapier enthält keine Säure, ist lichtbeständig und zeichnet sich durch seine Saugfähigkeit aus. Die angebotenen Oberflächenstrukturen decken die gesamte Palette von grob über rau bis fein ab. 

Das Flächengewicht von Aquarellpapier bewegt sich zwischen 80 und 750 Gramm pro Quadratmeter, dickere Papierqualitäten werden auch Aquarellkarton genannt. Je dicker ein Aquarellpapier ist, desto weniger neigt es dazu, sich beim Malen zu wellen. Deshalb sollte für Malereien Aquarellpapier mit einer Grammatur von mindestens 200 Gramm pro Quadratmeter verwendet werden.

·         Japan-, China- und Himalaya Papier sind traditionelle Papiersorten aus Asien. Japanpapier ist ein meist handgeschöpftes und etwas härteres Papier. Obwohl es nur 50 bis 100 Gramm pro Quadratmeter wiegt, weist es eine hohe Widerstandsfähigkeit auf. Japanpapier ist in einzelnen Bögen und sowohl in Weiß als auch in mehreren Naturtönen erhältlich. 

Chinapapier hat ein Flächengewicht von unter 50 Gramm pro Quadratmeter. Das saugfähige Papier kennzeichnet sich durch seine leicht gelbliche Färbung und wird vor allem für Tuschemalereien verwendet. Himalaya Papier ist ein sehr dünnes Papier, sein besonderes Merkmal ist die besondere Hanffaserstruktur. Himalaya Papier wird mit verschiedenen rein pflanzlichen Farben eingefärbt und in einzelnen Bögen angeboten.  

·         Ölmalpapier hat eine speziell behandelte Oberfläche, die verhindert, dass Öl in das Papier einzieht. Eigentlich ist Ölmalpapier für die Ölmalerei konzipiert, kann genauso gut aber auch für die Acrylmalerei und andere Maltechniken verwendet werden. 

Deshalb wird das Papier auch Universalpapier genannt. Das Papier wird meist in Malblöcken angeboten, bei denen die einzelnen Blätter entnommen werden können. Ölmalpapier weist eine Oberfläche auf, die an Leinwand erinnert und in verschiedensten Ausführungen von sehr fein bis recht grob erhältlich ist. 

·         Malpappe ist ein Karton, bei dem die Oberfläche ähnlich wie bei Ölmalpapier behandelt ist. Im Künstlerbedarf ist außerdem Malpappe erhältlich, die als Kern eine MDF-Platte hat und mit grundierter Leinwand kaschiert ist.  

Papiere für Zeichnungen

Beim Zeichnen mit Blei- und Buntstiften, Pastellkreiden, Filzstiften, Tusche, dem Kugelschreiber und anderen Stiften wird das Papier nicht nass. Deshalb ist es in aller Regel nicht notwendig, das Papier aufzuspannen, zu grundieren oder anderweitig vorzubereiten. Je nach Zeichengerät spielt aber die Papieroberfläche eine Rolle, denn die Struktur entscheidet darüber, wie die Farbpigmente anhaften und welchen Charakter die Zeichnung bekommt. 

Typische Papiere für Zeichnungen sind folgende:

·         Zeichenpapier ist in einzelnen Blättern, als Block oder als Rolle erhältlich. Die Papieroberfläche kann sowohl glatt als auch rau sein. Zeichenpapier hat je nach Papierqualität ein Flächengewicht von 100 bis 230 Gramm pro Quadratmeter. Bei Zeichenpapieren mit einem Flächengewicht zwischen 230 und 925 Gramm pro Quadratmeter wird von Zeichenkarton gesprochen. 

·         Kopierpapier, wie es im heimischen Drucker zum Einsatz kommt, hat eine glatte Oberfläche, auf der auch radiert werden kann. Das Papier ist standardmäßig in einzelnen Blättern im Format DIN A4 erhältlich und weist ein Flächengewicht zwischen 80 und 220 Gramm pro Quadratmeter auf. Das recht kostengünstige Kopierpapier eignet sich sehr gut für Skizzen.

·         Tonpapier wird in Bögen in unterschiedlichen Formaten und verschiedenen Farben angeboten. Die Oberfläche kann glatt oder rau sein. Tonpapier ist lichtecht, allerdings kann nur begrenzt darauf radiert werden. Das Flächengewicht von Tonpapier bewegt sich zwischen 190 und 230 Gramm pro Quadratmeter.

·         Fotokarton weist ähnliche Eigenschaften auf wie Tonpapier. Das Flächengewicht von Fotokarton ist mit 300 Gramm pro Quadratmeter jedoch höher als bei Tonpapier, Fotokarton ist also dicker.  

Bristolkarton ist ein weißer Karton aus mehreren zusammengeklebten Lagen. Er ist mit Flächengewichten zwischen 190 und 925 Gramm pro Quadratmeter erhältlich.

Mehr Tipps, Vorlagen und Anleitungen zu Drucktechniken:

Thema: Papiere für Malereien und Zeichnungen

Teilen:

Kommentar verfassen