Anleitung für den Sonnendruck

Anleitung für den Sonnendruck 

Beim Sonnendruck handelt es sich um eine vom Prinzip her recht einfache, jedoch sehr dekorative Drucktechnik, die vor allem auf farbenfrohen, sommerlich-fröhlichen Pareos zu finden ist. 

Dabei stammt diese Art der Stoffgestaltung vermutlich aus Tahiti oder Hawaii und ermöglicht wie kaum eine andere Drucktechnik, einen Hauch von Sommer, Sonne und Exotik auf einen Stoff zu bringen. 

Hier die Anleitung und alles Wissenswerte dazu:

•        Die Vorgehensweise. 

Ein Stoff wird mit verdünnter Pigmentfarbe befeuchtet und anschließend werden die Stellen abgedeckt, die später als Muster sichtbar sein sollen. Dabei können verschiedene Gegenstände eingesetzt werden, beispielsweise Blätter, Blüten oder Steine. 

Zum Trocknen wird der Stoff in die Sonne gelegt und dabei trocknen die freien Stellen schneller als die abgedeckten Stellen. Die Farbe unter den abgedeckten Stellen wandert zu den mittlerweile getrockneten Stellen und dadurch entstehen helle Muster auf dem bunten Stoff. Diesem Effekt liegt die Tatsache zugrunde, dass Pigmentfarbe bei unterschiedlichen Trocknungszeiten wandert, hat allerdings nichts mit der Wirkung der UV-Strahlung zu tun. 

Daher kann der Sonnendruck auch bei schlechtem Wetter durchgeführt werden, indem ein Wärmestrahler oder eine Infrarotlampe als Sonnenersatz verwendet werden. Wichtig dabei ist, dass die Wärme den Stoff nur aus einer Richtung bestrahlt. Somit eignet sich ein Fön nicht als Wärmequelle, denn der Luftstrom würde auch den Stoff unter den abgedeckten Stellen trocknen. 

•        Die geeigneten Stoffe. 

Im Grunde kann jeder Stoff mithilfe des Sonnendrucks gestaltet werden. Ideal sind mittelschwere Stoffe aus Naturfasern, da diese Stoffe genügend Farbe aufnehmen, um eine Wanderung der Farbe sicherzustellen und die Farben dabei gut im Stoff haften. Leichte Stoffe trocknen entsprechend schnell, so dass ebenso wie bei Mischgeweben nur helle Drucke entstehen. Schwere Stoffe speichern sehr viel Farbe und durch das langsame Trocknen sind die Drucke häufig verschwommen.

•        Die Farben. 

Für den Sonnendruck kommen Stoffmalfarben oder Seidenmalfarben, die durch Bügeln fixiert werden, zum Einsatz. Dabei werden die Farben in einem Verhältnis von einem Teil Farbe und einem oder zwei Teilen Wasser gemischt, wobei ein Tropfen Verdünner für Stofffarben oder Spülmittel bewirkt, dass die Farbe besser fließt. 

Würden die Farben unverdünnt oder Deck- und Metallicfarben mit großen Pigmenten verwendet werden, würde die Fließfähigkeit nicht ausreichen, um mit der Feuchtigkeit zu wandern und deutliche Druckeffekte zu erzielen. 

•        Das Auftragen der Farben. 

Zunächst wird der Stoff angefeuchtet und danach werden die Farben mit einem Pinsel oder einem Schwamm aufgetragen, möglicht ist auch, sie aufzusprühen. Meist werden zwei bis drei Farben verwendet, da mehr Farben zu unruhig, eine einzige Farbe allerdings etwas zu langweilig wirkt. Um zu verhindern, dass die Farben bei beispielsweise Kissen, Taschen oder Kleidungsstücken auf die Rückseite gelangen, ist sinnvoll, Folie oder saugstarkes Papier zwischen die Stofflagen zu legen.

•        Die Muster. 

Hierbei sind der Phantasie und Kreativität kaum Grenzen gesetzt, allerdings sollten die Gegenstände kräftig genug sein, um die Wärme von dem nassen Stoff abhalten zu können. Neben Gräsern, Blättern, Zweigen oder Ranken eignen sich beispielsweise auch Schnüre, Bänder, Reiskörner, Salz, Strohsterne, Steine oder Papier und Pappe. 

Interessante Effekte entstehen daneben auch durch dünne Folie, beispielsweise Frischhaltefolie. Diese wird geknüllt, auf dem Stoff platziert und es entstehen marmorartige Muster. 

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