Anleitung zur Stempeltechnik auf Holzoberflächen

Anleitung zur Stempeltechnik auf Holzoberflächen 

Die Stempeltechnik gehört zu den Dekorationstechniken, die sich mit am leichtesten umsetzen lassen. Die Farbe wird dabei auf die Stempelfläche aufgetragen und der Stempel anschließend auf den Untergrund gedrückt. Dadurch entstehen schnell und einfach dekorative Muster, wobei die Drucke beliebig oft wiederholt werden können. 

Sollen Holzoberflächen mit der Stempeltechnik bearbeitet werden, müssen jedoch kleine Besonderheiten beachtet werden, die insbesondere die Vorbehandlung und Vorbereitung der Fläche betreffen. Mit wenig Aufwand können so aber sowohl neue, schlichte und etwas langweilige Holzobjekte dekorativ aufgewertet als auch alte oder beschädigte Holzobjekte und Möbel aufgearbeitet werden. 

Wie die Stempeltechnik genau funktioniert, erklärt die folgende Grundanleitung: 

Die Stempeltechnik auf Holzoberflächen – diese Materialien werden benötigt

·         Stempel, gekauft oder selbst angefertigt
·         Gesso
·         Acrylfarben
·         transparenter Acryllack
·         Pinsel
·         Schleifpapier
·        Insektizid, Abbeize, Terpentin, Spachtel, weiches Tuch und Holzkitt, sofern eine alte oder beschädigte Holzoberfläche gestaltet werden soll 

Eine Anleitung zur Stempeltechnik auf Holzoberflächen

1. Schritt: die Vorbehandlung der Holzoberfläche

Damit die Stempeltechnik ihre optimale Wirkung erzielt, sollte die Holzoberfläche möglichst glatt und eben sein. Sofern eine Holzoberfläche gestaltet werden soll, die bereits lackiert ist oder Beschädigungen aufweist, muss diese Holzoberfläche zunächst vorbehandelt werden. Die genaue Vorgehensweise hängt dabei natürlich von der jeweiligen Oberfläche und deren Beschaffenheit ab.

·         Vor allem auf älteren Nadelhölzern finden sich häufig kleine Löcher, die Bockkäfer verursacht haben. Um solchen Schäden Herr zu werden, wird zunächst ein geeignetes Insektizid aufgetragen. Bei vergleichsweise kleinen Objekten kann es zudem sinnvoll sein, das Werkstück in Plastikfolie einzuwickeln und das Mittel luftdicht verpackt mehrere Tage lang einwirken zu lassen. Im Anschluss an die Behandlung mit dem Insektizid werden die Löcher dann mit Holzkitt aufgefüllt.

·         Ist die Holzoberfläche gestrichen oder lackiert, müssen die alten Farbschichten entfernt werden. Hierfür ist ein chemisches Abbeizmittel am besten geeignet. Es gibt zwar auch sanftere Methoden, allerdings haben diese ihre Schwachpunkte. Wird die alte Farbe beispielsweise mithilfe eines Heißluftföhns entfernt, kann es schnell passieren, dass das Holz versehentlich angesengt wird. Metallbürsten und ähnliche Werkzeuge wiederum beschädigen häufig die Holzfasern. 

Abbeize ist ein aggressives Produkt, das eine geleeartige Konsistenz hat, in dicken Schichten aufgetragen wird und in sämtliche Ritzen und Ecken eindringt. Dabei wird beim Abbeizen in Abschnitten gearbeitet und nachdem das Mittel etwa 15 Minuten lang eingewirkt hat, wird es zusammen mit der Farbe mit einem Spachtel abgenommen. Wichtig ist aber, darauf zu achten, dass die Abbeize nicht antrocknet. Außerdem sollte das Mittel nur im Freien oder in einem gut belüfteten Raum verwendet und es müssen unbedingt Handschuhe getragen werden. Um das Holz zu neutralisieren, wird es mit einem in Terpentin getränkten Lappen abgerieben. Danach muss die Oberfläche vollständig trocknen.

·         Sind Löcher oder Risse vorhanden, werden diese mit Holzkitt aufgefüllt. Hierfür wird die Masse aufgetragen und mit dem Spachtel geglättet. Ist die Spachtelmasse trocken, wird die Holzoberfläche in Maserrichtung abgeschliffen. 

2. Schritt: die Vorbereitung der Holzoberfläche

Wie bei den meisten Holzarbeiten beginnt die eigentliche Arbeit nun damit, dass die Holzoberfläche geschliffen wird. Sind die Oberfläche glatt und der Schleifstaub entfernt, wird eine Schicht Gesso aufgetragen. 

Gesso ist eine Substanz, die heute meist aus Gips, Kunststoff und Weißpigment besteht und sich als deckende Schicht auf die Holzfasern legt. Früher wurde Gesso in der Kunstmalerei vor allem als Grundierung für Altergemälde und Ölbilder auf Holz verwendet. Gesso wird in einer dünnen Schicht mit einem flachen Pinsel aufgetragen und nach dem Trocknen wird die Oberfläche noch einmal abgeschliffen. Dadurch entsteht ein glatter und sehr ebener Untergrund. 

3. Schritt: das Anwenden der Stempeltechnik 

Ist die Vorbereitung abgeschlossen, wird die Oberfläche mit Acrylfarbe grundiert. Danach geht es mit dem Stempel weiter. Stempel gibt es mit unzähligen Motiven, in verschiedenen Formaten und aus unterschiedlichen Materialien fertig zu kaufen. 

Wer möchte, kann sich seinen Stempel aber durchaus auch selbst herstellen. Als Materialien eignen sich beispielsweise Moosgummi, Kork oder ein synthetischer Schwamm. Das gewünschte Motiv wird dann so aus dem Material ausgeschnitten, dass es als erhabene Fläche zurückbleibt. Möglich ist aber auch, das ausgeschnittene Motiv auf ein kleines Stück Holz zu kleben. Um die Stempeltechnik nun umzusetzen, wird Acrylfarbe auf die Motivfläche aufgetragen und der Stempel anschließend auf die Oberfläche gedrückt. Sinnvoll dabei ist aber, zunächst einige Abdrücke auf einem Stück Papier oder Karton auszuprobieren, um den richtigen Druck und die benötigte Farbmenge zu ermitteln. 

Nach und nach wird nun die gesamte Fläche mit dem Stempel bearbeitet. Wird die Farbe zwischendurch gewechselt, sollte der Stempel sooft aufgerückt werden, bis er keine Farbe mehr abgibt. Andernfalls könnte sich die Restfarbe im Stempel nämlich mit der neu aufgetragenen Acrylfarbe vermischen. Kleine Details oder Verbindungslinien können anschließend mit dem Pinsel aufgemalt werden. 

4. Schritt: die abschließende Oberflächenbehandlung

Ist die Gestaltung abgeschlossen und sind die Farben trocken, wird die Holzoberfläche mit einer Schicht transparentem Acryllack versiegelt. Bei einem Bild reicht eine Schutzschicht meist aus. 

Handelt es sich um ein Möbelstück oder eine Holzoberfläche, die regelmäßig größeren Belastungen ausgesetzt ist, sollten noch zwei weitere Schutzanstriche aufgetragen werden, jeweils mit den entsprechenden Trocknungszeiten dazwischen.

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