Filmplakate als Kunstdrucke

Filmplakate als Kunstdrucke 

Ein Filmplakat hat die Aufgabe, über einen Film zu informieren und für ihn zu werben, um so möglichst viele Besucher in die Kinos zu locken. Die mitunter aufwändig und künstlerisch anspruchsvoll gestalteten Filmplakate sind aber nicht nur Werbemittel. Stattdessen haben sie sich im Laufe der Zeit zu Sammlerobjekten entwickelt und zieren die Wohnungen und Büros so mancher Filmfans. 

Sammler und Filmfans möchten aber oft keine Poster haben, die lediglich Nachdrucke von Filmplakaten sind, sondern suchen nach Originalen. Gerade von älteren und alten Filmen sind originale Filmplakate jedoch kaum noch zu bekommen. Deshalb sind hochwertige Kunstdrucke von Filmplakaten zu einer zunehmend beliebten Alternative geworden. 

Die Geschichte der Filmplakate

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts, als die Gebrüder Lumière in Paris die ersten öffentlichen Filmvorführungen initiierten, wurden Filmplakate eingesetzt. Sie sollten die technische Neuheit bekannt machen und Besucher dazu ermutigen, zu den Filmvorführungen zu kommen. Dabei waren bis in die 1920er-Jahre hinein auf den Filmplakaten fast nur Texte abgedruckt, die über die Filme informierten und Angaben zu den Vorführungen wie den Ort, das Datum, die Uhrzeit und den Eintrittspreis enthielten. Als die Filmbranche dann zunehmend wuchs und immer mehr neue Kinosäle gebaut wurden, entwickelten sich auch die Filmplakate weiter. 

Künstler wurden beauftragt, ansprechende Plakate zu gestalten, die Schlüsselszenen aus den Filmen zeigten. Durch die Illustrationen sollten noch mehr Besucher angelockt und vor allem auch die zahlungskräftige Mittelschicht, Kunstinteressierte und Intellektuelle dazu angeregt werden, nicht mehr nur ins Theater zu gehen, sondern auch ins Kino zu kommen. Bis in die 1960er-Jahre waren die meisten Filmplakate handbemalte Poster. Einige davon wurden in größerer Auflage von den Filmstudios erstellt, teilweise wurden die Filmplakate aber auch vom Schaumann des jeweiligen Kinos gemalt. 

Der Schaumann war so etwas wie der künstlerische Assistent der Kinoleitung. Zudem entwickelte sich mit dem Plakatmaler ein eigenständiger Beruf. So entstanden zu dieser Zeit viele künstlerisch wertvolle Filmplakate. Andererseits dienten die Filmplakate tatsächlich als Werbemittel. Deshalb schien es nicht notwendig, die teils einzigartigen Kunstwerke aufzuheben. Außerdem waren es mitunter schlicht Kostengründe, die es erforderlich machten, die Plakate zu übermalen, um den Träger so wiederverwenden zu können. Deshalb gibt es heute kaum noch originale Filmplakate aus den frühen Zeiten der Filmindustrie.

Der große Erfolg der Filmbranche führte dazu, dass Filmplakate in immer größeren Stückzahlen gebraucht wurden. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurden deshalb anstelle von Plakatmalern immer häufiger Druckereien beauftragt. Das Filmplakat entwickelte sich dadurch zum Massenmedium, das nun nicht mehr nur vor und in den Kinos hing, sondern auch auf Werbeflächen an öffentlichen Orten und auf Litfaßsäulen platziert wurde. 

Die künstlerische Qualität fiel der Massenproduktion aber nicht zum Opfer. Ganz im Gegenteil ergaben sich nun ganz neue Möglichkeiten, um die Filmplakate mithilfe der Technik noch stilvoller und ansprechender zu gestalten. Heute sind Grafikern durch die Fotografie und die digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten praktisch keine Grenzen mehr gesetzt, um ihre Ideen umzusetzen. Gleichzeitig ermöglichen moderne Druckverfahren hohe Auflagen zu einem vergleichsweise günstigen Preis. 

Filmplakate als Kunstdrucke

Beim Kunstdruck handelt es sich um ein besonderes Druckverfahren, das Gemälde, Bilder und Plakate in einer sehr hochwertigen Form reproduziert und vervielfältigt. Bei herkömmlichen Druckverfahren findet der CMYK-Vierfarbdruck Anwendung. Er versucht, die Farben des Originals mithilfe der vier Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz möglichst originalgetreu nachzuempfinden. 

Vor allem bei Metallfarben, Sonderfarben oder verschiedenen feinen Farbnuancen auf einer kleinen Fläche stößt der Vierfarbdruck jedoch an seine Grenzen. Im Unterschied dazu arbeitet der Kunstdruck mit einem sehr viel größeren Farbspektrum, teilweise werden die benötigten Farbtöne eigens angemischt. Dadurch wird es möglich, die Farben des Originals nahezu identisch wiederzugeben und so vor allem die frühen, handgemalten Filmplakate detailgetreu zu reproduzieren. Allerdings hat das hochwertige und aufwändige Druckverfahren seinen Preis, weshalb Filmplakate als Kunstdrucke entsprechend teuer sind.

Die 1873 erfundene Chromolithographie gehört zu den hochwertigsten Methoden, um Kunstdrucke anzufertigen. Heute werden die meisten Kunstdrucke im Offset- oder Digitaldruck hergestellt. Diese beiden modernen Druckverfahren können ebenfalls eine enorme Farbpalette verarbeiten, und dies bei geringeren Kosten. An die Farbbrillanz einer Chromolithographie kommen sie jedoch nicht heran. Kunstdrucke beschränken sich aber nicht auf die Reproduktion alter Filmplakate, sondern auch moderne Filmposter werden als Kunstdrucke erstellt. 

Die Absicht dahinter ist oft, die anspruchsvolle und künstlerisch wertvolle Arbeit, die in kostengünstigen Verfahren und hoher Stückzahl auf herkömmlichem Massenpapier gedruckt ist, in hochwertiger Form auf ein edles, exklusives Papier zu bringen. Dadurch entstehen Filmplakate, die hochwertiger sind als das Original und somit für Sammler interessant werden. Dabei sind die Grenzen zu eigenständigen Kunstwerken, beispielsweise durch Veränderungen der Originalvorlage oder in Form von Collagen aus mehreren Filmplakaten, fließend. 

Rahmen für Kunstdrucke von Filmplakaten

Früher wurden Filmplakate in unterschiedlichsten Größen gefertigt, von recht kleinen Postern bis hin zu riesigen Filmplakaten für Litfaßsäulen und Werbeflächen. Heute haben sich mit den Größen DIN A0, A1 und A3 drei Standardformate etabliert. Dies macht es für Sammler und Filmfans auch deutlich leichter, besonders schöne Filmplakate in Szene zu setzen. Ein hochwertiger und oft nicht ganz kostengünstiger Kunstdruck sollte nämlich gerahmt aufgehängt werden, um ihn so vor Staub, Luftfeuchtigkeit und UV-Strahlung zu schützen. 

Dabei sind Bilderrahmen in verschiedensten Ausführungen erhältlich. Die Scheibe, die das Filmplakat komplett abdeckt, kann aus Kunststoff oder aus Glas bestehen. Bilderrahmen mit Kunststoffscheiben sind meist kostengünstiger, allerdings schränken sie das Spiel aus Farben und Licht oft ein. Hinter Glasscheiben kommt ein Kunstdruck besser zur Geltung, er wirkt lebendiger. Zudem sehen Glasscheiben, die nicht reflektieren dürfen, oft edler aus. 

Allerdings sind sie schwerer und die Rahmen teuer. Was den Rahmen selbst angeht, stehen Materialien wie Kunststoff, Holz und Metall in verschiedensten Breiten, unterschiedlichsten Ausführungen und allen nur erdenklichen Farben zur Auswahl. Zu bedenken gilt aber, dass der Rahmen den Kunstdruck nur unterstützend in Szene setzen, ihm jedoch nicht die Schau stehlen soll. Deshalb kann es manchmal die beste Lösung sein, das Filmplakat in einem rahmenlosen Bilderrahmen zu präsentieren.

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