Was ist eine Heliogravüre?

Was ist eine Heliogravüre? 

Die Bezeichnung Heliogravüre leitet sich von dem griechischen Wort helios für Sonne ab und teilweise werden anstelle von Heliogravüre auch Bezeichnungen wie Sonnendruck, Heliogravur, Photogravur, Photogravüre oder Klicotypie verwendet. 

Bei der Heliogravüre handelt es sich um ein fotografisches Edeldruckverfahren, das der böhmischer Maler, Fotograf und Grafiker Karl Klietsch im Jahre 1879 erfand. Mithilfe der Heliogravüre können Illustrationen und Fotografien durch ein fotomechanisches Druckverfahren reproduziert und dabei echte Halbtöne dargestellt werden. 

Insofern ist die Heliogravüre eine Weiterentwicklung des Aquatinta-Verfahrens, da die erforderliche Druckplatte auf ähnliche Weise hergestellt wird, und zeitgleich die Vorläufertechnik des modernen Tiefdrucks. 

Aus handwerklicher Sicht wird die Heliogravüre eingesetzt, um alte Graphiken durch Nachdrucke zu erhalten und findet daher im künstlerischen Tiefdruck bis heute Anwendung, im industriellen Druck hingegen ist sie nicht mehr gebräuchlich.

Hinsichtlich der angewandten Methoden wird bei der Heliogravüre zwischen der Direktkopie und der Pigmentpapierkopie unterschieden, hier unsere Übersicht:

•        Die Direktkopie.

Hierbei wird eine Kupferplatte mit Kolophonium- oder Asphaltpulver eingestäubt. Durch Erhitzen schmilzt das Pulver als Raster auf und wird mit einer Schicht aus Gelatine bedeckt. Die Gelantineschicht wird durch ein Bad in einer Lösung aus Kaliumdichromat lichtempfindlich gemacht. Die Entwicklung erfolgt in warmem Wasser, nachdem eine Belichtung mit einem originalgroßen Halbton-Diapositiv erfolgte. Durch die Belichtung härtet die Chromgelatine aus, die unbelichteten Teile hingegen bleiben auswaschbar und dadurch einsteht ein Gelatinerelief. 

Von der Stärke des Reliefs hängt ab, wie schnell und tief die Säure durch die Gelatine durchdringen kann. Bei einer dünnen Schicht dringt die Säure schnell durch, das Kupfer wird über einen längeren Zeitraum geätzt und es bilden sich tiefere Rasternäpfchen, durch die wiederum dunklere Töne möglich werden. Bei einer dickeren Schicht dringt die Säure langsam oder gar nicht zur Platte durch. 

Durch das Ätzen entstehen also Vertiefungen in unterschiedlichen Ausprägungen, die darüber entscheiden, wie viel Farbe aufgenommen werden kann, und die ermöglichen, Halbtöne differenziert wiederzugeben.

•        Die Pigmentpapierkopie. 

Hierbei werden die Vorlagen als Diapositive in Originalgröße im Kontaktverfahren auf das sogenannte Pigmentpapier, ein lichtempfindliches Chromgelatine-Papier, belichtet. Nach der Belichtung wird das Papier für wenige Minuten in kaltem Wasser aufgeweicht und anschließend auf eine Platte aus Kupfer oder Stahl, die im Aquatinta-Verfahren vorbereitet wurde, gepresst. Dieser Vorgang wird als Abklatschen bezeichnet. 

Die Entwicklung findet in warmem Wasser statt, wobei das Papier und die unbelichteten Teile der Gelatineschicht aufgelöst und abgewaschen werden. Dadurch verbleibt ein zartes Gelatinerelief auf der Platte, die dann in einem Bad in einer Lösung aus Eisenchlorid geätzt wird. Durch mehrere Bäder in unterschiedlich konzentrierten Lösungen kann gesteuert werden, wie schnell und wie tief die Säure auf die Platte gelangt.

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