Mixed Media Bilder – Infos und Anregungen, Teil 2

Mixed Media Bilder – Infos und Anregungen, Teil 2

Die Kunst kennt keine Grenzen, denn erlaubt ist, was gefällt. Das gilt ganz allgemein für alle künstlerischen und kreativen Arbeiten, ganz besonders aber für Mixed Media Bilder. Mixed Media lässt sich mit „gemischte Medien“ übersetzen und diese Übersetzung bringt die Idee hinter der Kunstform schon gut auf den Punkt. Denn bei Mixed Media geht es darum, verschiedenste Farben, Techniken und Materialien miteinander zu kombinieren.

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Mixed Media Bilder - Infos und Anregungen, Teil 2

Gleichzeitig lebt die Kunstform vom kreativen Experimentieren. Statt sich vorher einen genauen Plan zu machen, sollte sich der Künstler einfach treiben lassen und ganz spontan das umsetzen, was ihm gerade einfällt.

In einem zweiteiligen Beitrag stellen wir Mixed Media Bilder einmal etwas genauer vor. Dabei ging es in Teil 1 um die Kunstform als solches, die benötigten Materialien und die angewendeten Techniken.

Doch damit es nicht nur bei Infos bleibt, sondern auch echte Anregungen dazukommen, geben wir jetzt, in Teil 2, eine Anleitung für ein Mixed Media Bild:

Die Materialliste für das Bild

Wie wir schon in Teil 1 beschrieben haben, gibt es bei Mixed Media Bildern keine festen Regeln. Vielmehr kann und sollte der Hobby-Künstler alles verarbeiten, was er möchte. Und weil Mixed Media Bilder vom kreativen Fluss leben, ist es schwierig, die Materialien vorher genau zu planen.

Hilfreich kann aber sein, wenn sich der Hobby-Künstler eine bunte Mischung aus Farben, Stiften, Werkzeugen und anderen Hilfsmitteln bereitlegt. So kann er während des Malens seinen Blick über die Sammlung schweifen lassen und spontan zugreifen.

Für einen ersten Versuch empfehlen wir folgende Dinge:

  • eine kleine bis mittelgroße Leinwand als Malgrund

  • Zeitungen, Werbeprospekte, Kataloge oder alte Bücher

  • flüssiges Medium für Acrylfarben und Collagen als Klebstoff

  • Gesso oder weiße Acrylfarbe

  • Acrylfarben und Pinsel

  • Bleistift, Buntstifte, Filzstifte und Kreiden

  • Luftpolsterfolie oder Schwamm

Eine Anleitung für ein Mixed Media Bild

Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen: Bei Mixed Media Bildern ist die Spontanität wichtig. Der Hobby-Künstler sollte offen bleiben und sich aus dem Moment heraus inspirieren lassen, um so in einen kreativen Fluss zu kommen.

Vorher schon ein bestimmtes Ergebnis vor Augen zu haben, ist bei Mixed Media Bilder eher hinderlich. Genauso sollte der Hobby-Künstler nicht 1:1 einer Anleitung folgen, sondern sich treiben lassen und frei entfalten.

Unsere Anleitung versteht sich deshalb in erster Linie als Orientierungshilfe, die den Einstieg erleichtern soll.

Schritt 1: den Hintergrund anlegen

Eine weiße, leere Leinwand macht es nicht gerade einfach, die Kreativität in Gang zu setzen. Um diese Hürde zu überwinden, kann der Hobby-Künstler damit anfangen, die Leinwand mit bedruckten Papieren zu bekleben. Dazu kann er die Leinwand flächig mit dem flüssigen Medium einpinseln.

Anschließend nimmt er Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte, Kataloge, Kalenderblätter oder Buchseiten, reißt oder schneidet Stücke davon ab und ordnet die Papiere nach Gefühl auf dem Malgrund an. Wie viel von der Leinwand er mit dem Papieren abdeckt, bleibt natürlich seinem Geschmack überlassen.

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Dann geht es mit den Farben weiter. Tolle Effekte entstehen, wenn die Farbe nicht mit dem Pinsel aufgetragen, sondern aufgestempelt wird. Dazu kann der Hobby-Künstler einen groben Schwamm leicht in Farbe tauchen und auf die Leinwand drücken. Auch Luftpolsterfolie lässt tolle Muster entstehen.

Dafür die Folie mit Acrylfarbe einpinseln und einen Abdruck auf der Leinwand machen. Auch die Stempelmuster ordnet der Hobby-Künstler wieder ganz nach Gefühl und Geschmack an.

Um dem Hintergrund noch mehr Leben einzuhauchen, kann er nun in einigen Bereichen eingefärbt und an anderen Stellen abgedunkelt werden. Hierfür verschiedene Acrylfarben mit dem Pinsel in großen, fließenden Bewegungen auf die Leinwand auftragen. Anschließend kann der Hobby-Künstler noch einmal über die Farben streichen, um sie so miteinander zu verbinden.

Oder er fährt mit den Finger über die Farbflächen. Genauso kann er zusammengeknülltes Papier, Folie, einen Kamm, eine Gabel oder ähnliche Werkzeuge verwenden, um die Farben stellenweise wieder abzutragen.

Spannende Effekte entstehen auch, wenn der Hobby-Künstler die noch feuchten Farben mit Wasser besprüht und die Leinwand etwas bewegt, damit die Farben verlaufen.

Ist der Hobby-Künstler mit der Optik zufrieden, muss der Hintergrund erst einmal trocknen.

Schritt 2: das Hauptmotiv gestalten

Ist der Hintergrund trocken, wird es Zeit für das eigentliche Motiv. Damit es gut zur Geltung kommt und sich ein stimmiger Kontrast zum Hintergrund ergibt, kann der Hobby-Künstler den Untergrund für das Motiv mit Gesso oder mit verdünnter weißer Acrylfarbe aufhellen. Dabei kann das Motiv mittig auf der Bildfläche, aber genauso gut auch an jeder anderen Stelle angeordnet sein.

Was das Motiv wird, ergibt sich oft aus einem Impuls. Betrachtet der Hobby-Künstler sein bisheriges Werk, erkennt er vielleicht eine Form. Diesen Umriss kann er aufgreifen. Aber auch wenn der Hobby-Künstler seinen Blick durch den Raum schweifen lässt, kommt ihm womöglich die zündende Idee.

Die Konturen des Motivs kann der Hobby-Künstler mit Bleistift skizzieren. Anschließend kann er das Motiv mit weißer Acrylfarbe ausmalen. Streicht er dann noch mit dem Finger über den Rand, entsteht ein weicher Übergang zwischen Motiv und Hintergrund.

Aber natürlich muss der Hobby-Künstler das Motiv nicht unbedingt selbst malen. Stattdessen kann er auch ein Foto, eine ausgeschnittene Abbildung, einen Aufkleber, eine Feder, ein Blatt von einer Pflanze, einen Ast oder einen anderen Gegenstand in Szene setzen.

Schritt 3: das Bild ausarbeiten

Nun bekommt das Mixed Media Bild seinen Feinschliff. Auf spielerische Art kann sich der Hobby-Künstler nach Herzenslust kreativ austoben.

Er kann das Motiv bunt ausmalen, Linien über die Leinwand ziehen, Kringel und Ornamente zeichnen, wild kritzeln, mit einer Zahnbürste kleine Farbkleckse aufsprühen, Fingerabdrücke hinterlassen oder das Bild mit Schriftzügen verzieren. Dabei kann er alles verwenden, was er zur Hand hat.

Acrylfarben können genauso zum Einsatz kommen wie Kreiden, Buntstifte, Tusche, Filzstifte oder Kugelschreiber.

Zwischendurch sollte der Hobby-Künstler dann immer mal wieder einen Schritt zutreten und sich sein Kunstwerk anschauen. Wenn er das Gefühl hat, dass jetzt alles passt, ist das Mixed Media Bild fertig.

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Peter Siegmund, 52 Jahre, Druckermeister, Martin Blechmann, 39 Jahre, Medientechnologe Druckverarbeitung, Ella Bitzobski, 35 Jahre, Mediengestalterin Digital und Print, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Ratgeber und Anleitungen zu Drucktechniken und Druckverfahren.

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