Nähen lernen – Infos und Tipps, Teil 3

Nähen lernen – Infos und Tipps, Teil 3

Wer heutzutage zu Strick- oder Häkelnadeln greift oder sich an die Nähmaschine setzt, tut das selten aus einer echten Notwendigkeit heraus. Es gibt so gut wie nichts, was es nicht irgendwo fertig zu kaufen gibt. Dass die alten Handarbeitstechniken ein riesiges Comeback feiern und DIY schwer angesagt ist, hat andere Gründe. So sind Handarbeiten für die einen eine Art Yoga, bei dem sie wunderbar entspannen und nach einem hektischen Tag herunterfahren können.

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Nähen lernen - Infos und Tipps, Teil 3

Andere nutzen ihr Hobby, um sich kreativ auszutoben. Wieder andere mögen das Individuelle oder haben großen Spaß daran, Altes aufzuarbeiten und zu verwerten, statt immer gleich alles wegzuschmeißen.

Bei eigenen Kreationen steht nicht die Perfektion im Vordergrund. Schließlich handelt es sich nicht um Massenware, die irgendwelche Maschinen angefertigt haben. Stattdessen ist es echte Handarbeit und sie darf ruhig als solche zu erkennen sein. Trotzdem geht es nicht ganz ohne die nähtechnischen Grundlagen. Auch das Nähen will eben geübt sein.

Wir haben einen ausführlichen Ratgeber zum Nähen lernen zusammengestellt. Dabei ging es in Teil 1 um die Grundausstattung. In Teil 2 haben wir verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, wie und wo das Nähen erlernt werden kann.

Zum Abschluss haben wir noch fünf Tipps für Nähanfänger!:

  1. In hochwertiges Nähzubehör investieren

In fast jedem Geschäft findet sich inzwischen eine Ecke mit Bastel- und Hobbybedarf. Die Auswahl ist zwar nicht so groß wie in einem Kurzwarengeschäft, aber Garne, Näh- und Stecknadeln, Knöpfe, Pailletten und ähnliche Dinge sind vorhanden. Oft sind die Preise außerdem sehr günstig. Wer gelegentlich kleinere Näharbeiten erledigt, beispielsweise nur einen Knopf annäht, kann hier ruhig zugreifen.

Möchte der Näher aber richtig ins Hobby einsteigen und sich im Laufe der Zeit auch an größere Projekte wagen, sollte er lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen und in hochwertiges Material investieren.

Das heißt natürlich nicht, dass es gleich eine teure Profi-Ausstattung sein muss. Aber das Nähen macht wenig Spaß, wenn die Nähnadel ständig abbricht, der Faden dauernd reißt oder die Hälfte der Stecknadeln keine Spitze haben.

Auch bei der Nähmaschine ist eine ordentliche Qualität wichtig. Am Anfang reicht ein Modell aus, das sich auf die wesentlichen Funktionen beschränkt. Es ist nicht notwendig, dass die Maschine unzählige Stick- und Zierstiche beherrscht. Besser ist, in ein einfacheres, leicht zu bedienendes, dafür aber gutes Gerät zu investieren.

  1. Mit einfachen Projekten anfangen

Es ist keine gute Idee, gleich mit einem sehr schwierigen Nähprojekt zu beginnen. Es dauert einfach seine Zeit, bis die Techniken sitzen und die Nähmaschine macht, was sie soll. Wer sich gleich ein komplexes Schnittmuster aussucht, riskiert, dass die Freude schnell in Frust umschlägt.

Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich zunächst mit den Grundlagen zu befassen. Dazu gehört zum Beispiel,

  • verschiedene Stiche auszuprobieren,

  • Kanten zu säumen,

  • Ecken und Rundungen zu nähen,

  • Fertigbündchen und Schrägbänder anzubringen,

  • Flicken aufzunähen,

  • aufgesetzte Taschen zu gestalten oder

  • Reißverschlüsse anzunähen und Knopflöcher zu versäubern.

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Wer diese Grundlagen beherrscht, kann schon viele schöne Dinge nähen. Kissenhüllen, Vorhänge, Taschen oder schlichte Kleidungsstücke sind Beispiele. Nach und nach kann der Schwierigkeitsgrad dann gesteigert werden.

  1. Geeignete Stoffe auswählen

Beim Nähen spielt der Stoff eine wichtige Rolle. Auch hier zahlt sich eine gute Qualität zwar aus. Denn je hochwertiger ein Stoff ist, desto besser lässt er sich verarbeiten und umso länger bleibt er schön. Aber zunächst ist die Stoffart entscheidend.

Für die ersten Versuche eignet sich ein Baumwollstoff am besten. Baumwolle ist nicht allzu empfindlich, lässt sich gut zuschneiden und rutscht unter der Nähmaschine nicht zu stark herum. Außerdem ist Baumwolle nicht so elastisch, dass das Nähprojekt plötzlich seine Form verliert.

Andere Stoffe wie Jersey, Samt, Satin oder Seide sind deutlich anspruchsvoller in der Verarbeitung.

Hochwertige Stoffe haben ihren Preis. Doch es ist gar nicht notwendig, sich gleich einen größeren Vorrat zuzulegen. Denn in den meisten Haushalten ist reichlich Material vorhanden. Alte Tischdecken, ausgemusterte Bettwäsche oder T-Shirts, Kleider, Blusen und Hemden, die nicht mehr getragen werden, eignen sich prima zum Üben. Und ganz im Sinne vom Upcycling können aus den alten Stücken tolle neue Textilien werden.

  1. Ordentlich arbeiten

Das Nähen besteht nicht nur aus dem Arbeiten von Nähten. Vielmehr umfasst es viele verschiedene Arbeitsschritte. So müssen zuerst die richtigen Maße ermittelt werden. Anschließend wird der Stoff zugeschnitten.

Dann werden die Kanten teils mit dem Bügeleisen bearbeitet und einzelne Stoffstücke oder Nahtlinien mit Stecknadeln fixiert. Erst danach kommen Nadel und Faden zum Einsatz.

Wichtig ist, sich für die einzelnen Schritte genug Zeit zu nehmen. Im Zweifel ist es besser, einmal mehr nachzumessen oder doch noch einmal einen Blick aufs Schnittmuster zu werfen, als zu flott vorzugehen. Schließlich wäre es schade, wenn die ganze Arbeit am Ende umsonst war, bloß weil ein Schnitt falsch gesetzt wurde oder eine Naht an der falschen Stelle verläuft.

  1. Geduld haben

„Übung macht den Meister.“ Diesen Spruch kennt wahrscheinlich jeder und er gilt auch beim Nähen. Am Anfang wird nicht alles gelingen und es wird sicherlich die eine oder andere Naht geben, die wieder aufgetrennt werden muss.

Genauso wird es bestimmt vorkommen, dass ein Stoff falsch zugeschnitten wurde. Das ist normal und gehört dazu. Doch mit der Zeit werden die Fehler weniger und die Handgriffe sitzen immer besser.

Wichtig ist einfach, sich nicht entmutigen zu lassen und am Ball zu bleiben. Ohne zu üben, geht es eben nicht. Und wer ein bisschen Erfahrung gesammelt hat, kennt die typischen Stolpersteine und findet seine eigenen Methoden, um sie zu umgehen.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Peter Siegmund, 52 Jahre, Druckermeister, Martin Blechmann, 39 Jahre, Medientechnologe Druckverarbeitung, Ella Bitzobski, 35 Jahre, Mediengestalterin Digital und Print, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Ratgeber und Anleitungen zu Drucktechniken und Druckverfahren.

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