Anleitung: Textilien mit der Punch Needle Technik gestalten

Anleitung: Textilien mit der Punch Needle Technik gestalten

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, wie eher schlichte und langweilige Textilien aufgepeppt werden können. Einfärben, Batiken, Besticken, Bestempeln oder Applikationen aufnähen, sind ein paar Beispiele. Eine weitere Möglichkeit ist, Motive in einer originellen, dreidimensionalen Optik zu gestalten. Dafür kommt die Punch Needle Technik zum Einsatz.

Anleitung Textilien mit der Punch Needle Technik gestalten

Und wie sie funktioniert, erklären wir in dieser Anleitung!:

Textilien mit der Punch Needle Technik gestalten – die Materialien

  • Punch Needle

  • Stickstoff und eventuell Vlieseline zum Verstärken

  • Stickgarn in den gewünschten Farben

  • Textilmarker oder Bleistift

  • Stickrahmen

  • Bügelvlies

  • Motivvorlage nach Wunsch

Die Punch Needle ist im Näh- und im Hobbybedarf erhältlich. Ein Set beinhaltet meist das stiftähnliche Handstück, Nadelspitzen in verschiedenen Stärken und eine Einfädelhilfe. Die Kosten liegen bei rund zehn Euro.

Textilien mit der Punch Needle Technik gestalten – die Anleitung

Die Punch Needle Technik kombiniert das Sticken und das Knüpfen miteinander. Auf einer Seite entstehen nämlich flache Stiche, die wie gestickte Linien aussehen. Auf der anderen Seite bilden sich Schlaufen, die an den Flor eines geknüpften Teppichs erinnern. Sie sorgen nicht nur für ein tolles Griffgefühl, sondern auch für eine dreidimensionale Optik.

Die Technik an sich ist nicht schwer. Zumal die Punch Needle durch ihre Bauart einen Großteil der Arbeit erledigt. Die Punch Needle ähnelt einem Stift. In dem Stift sitzt die eigentliche Nadel, die von einer Sprungfeder umgeben ist.

Der Faden läuft durch die ganze Nadel durch. Wenn die Nadelspitze nun durch den Stoff gestochen und wieder herausgezogen wird, lässt die Feder die Schlaufen entstehen.

Trotzdem ist das Arbeiten mit der Punch Needle Gewöhnungssache. Vor allem zu Beginn passiert es immer mal wieder, dass die Garnschlaufen aus dem Stoff herausrutschen und sich auflösen.

Doch wer den Dreh einmal raus hat, kann im Handumdrehen einfache Textilien mit wunderschönen Motiven verzieren.

Und wie es geht, erklären wir jetzt!:

  1. Schritt: den Stickstoff vorbereiten

Zunächst gilt es, das Motiv auszuwählen. Dabei kann es sich um ein bildliches Motiv, einen Schriftzug oder auch ein abstraktes Muster handeln. Anschließend wird das Motiv mit einem Textilmarker oder Bleistift auf den Stickstoff aufgezeichnet. Natürlich ist auch möglich, das Motiv frei Hand zu gestalten. Die skizzierten Linien machen es aber einfacher, sich zu orientieren.

Ist der Stoff recht dünn, kann er mit Vlieseline verstärkt werden. Dadurch rutschen die Schlaufen nicht mehr so schnell aus dem Stoff. Vor allem die ersten Versuche klappen so besser.

Der vorbereitete Stoff wird nun möglichst straff in den Stickrahmen eingespannt. Wer keinen Stickrahmen hat oder eine recht große Fläche bearbeiten möchte, kann sich auch mit einem Keilrahmen behelfen. Darin wird der Stoff dann, ebenfalls gut gespannt, mit Tackernadeln fixiert.

  1. Schritt: das Garn einfädeln

Jetzt kommt die Punch Needle ins Spiel. Um das Garn einzufädeln, wird zunächst die Einfädelhilfe von vorne durch die Nadelspitze und den gesamten Schaft geschoben, bis sie am hinteren Ende der Punch Needle herauskommt. Dann das Garn einlegen und die Einfädelhilfe wieder herausziehen. Damit verläuft das Garn durch das Innere der Punch Needle.

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Nun muss das Ende vorne noch in das Öhr an der Nadelspitze eingefädelt werden. Auch dabei hilft wieder die Einfädelhilfe. Zum Schluss wird am Anfang des Garns ein kleiner Knoten geknüpft. Dadurch kann das Garn nicht mehr aus der Nadel und dem Stoff herausrutschen.

  1. Schritt: die Konturen sticken

Begonnen wird mit den Konturen des Motivs. Dabei wird auf der Vorderseite gearbeitet.

Die Punch Needle gerade von oben nach unten bis zum Anschlag durch den Stoff stechen und ebenso senkrecht wieder herausziehen. Dann die Nadel ganz flach an der Stoffoberfläche entlang führen und wenige Millimeter neben der ersten Einstichstelle erneut in den Stoff einstechen. Anschließend die Nadel gerade herausziehen, flach ein Stückchen weiter führen und wieder einstechen.

Auf diese Weise werden alle Konturen bearbeitet. Auf der Vorderseite entstehen flache, gestickte Stiche. Auf der Rückseite hingegen bilden sich Schlaufen.

  1. Schritt: die Flächen ausfüllen

Nachdem die Konturen fertig sind, werden die Flächen ausgefüllt. Damit auf den Flächen die Schlaufen sichtbar werden, die für die dreidimensionale Optik sorgen, wird nun auf der Rückseite gearbeitet. Wer möchte, kann den Stoff dafür aus dem Stickrahmen lösen und andersherum wieder einspannen. Möglich ist aber genauso, den Stickrahmen einfach umzudrehen.

Die Technik bleibt im Prinzip gleich. Auch bei den Flächen wird die Punch Needle also gerade in den Stoff eingestochen, herausgezogen und nebenan erneut eingestochen. Jetzt werden die Stiche aber möglichst dicht nebeneinander gesetzt, damit die Schlaufen eine geschlossene Fläche bilden.

Die Punch Needle hat unten ein kleines Rad, durch das die Länge der Schlaufen eingestellt werden kann. Am Anfang ist es ratsam, die Schlaufen recht lang zu wählen. Dadurch sinkt die Gefahr, dass sie versehentlich wieder herausgezogen werden.

Mit der Zeit gibt der Stoff ein wenig nach. Deshalb sollte er zwischendurch immer mal wieder nachgespannt werden. Ist das Motiv komplett ausgefüllt, werden der Anfangs- und der Endfaden auf der Rückseite mit Knoten gesichert.

  1. Schritt: die Stiche und Schlaufen fixieren

Kommt der bestickte Stoff zum Beispiel als Wandbehang zum Einsatz, kann er so bleiben, wie er ist. Soll das Motiv hingegen auf eine Kissenhülle, eine Tasche oder einen anderen Gegenstand aufgenäht und später auch mal in der Waschmaschine gewaschen werden, sollte die Arbeit fixiert werden. Das geht am einfachsten, indem ein Stück Bügelvlies auf die Rückseite aufgebügelt wird.

Eine andere Möglichkeit wäre, einen flüssigen Textilkleber aufzutragen. Allerdings kann es passieren, dass der Klebstoff den Stoff so sehr durchtränkt, dass er auf der Vorderseite sichtbar wird. Bügelvlies ist deshalb die sicherere Variante.

Sobald der bestickte Stoff an seinem Bestimmungsort festgenäht ist, ist das Projekt fertig!

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Peter Siegmund, 52 Jahre, Druckermeister, Martin Blechmann, 39 Jahre, Medientechnologe Druckverarbeitung, Ella Bitzobski, 35 Jahre, Mediengestalterin Digital und Print, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Ratgeber und Anleitungen zu Drucktechniken und Druckverfahren.

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