Nähen lernen – Infos und Tipps, Teil 2

Nähen lernen – Infos und Tipps, Teil 2

Früher mussten die Leute ihre Kleider und Heimtextilien selbst nähen oder ausbessern, weil es schlichtweg nicht möglich war, fertige Sachen in Geschäften zu kaufen. Heute besteht eigentlich keine Notwendigkeit zum Selbermachen. Trotzdem erleben die alten Handarbeitstechniken ein großes Comeback. Es wird wieder gestrickt, gehäkelt, gestickt und genäht, was das Zeug hält. Für die einen sind solche Handarbeiten eine schöne Entspannung nach einem hektischen Tag, andere leben auf diese Art ihre kreative Ader aus.

Nähen lernen - Infos und Tipps, Teil 2

Wieder andere möchten Abkehr von der Wegwerf-Mentalität nehmen und alten Dingen neues Leben einhauchen.

Beim Nähen als Hobby geht es nicht um Perfektion. Natürlich sollen die Sachen schön aussehen und nutzbar sein. Wenn aber mal eine Naht nicht ganz gerade ist, ist das nicht weiter schlimm. Ganz im Gegenteil, machen solche Mini-Fehler oft gerade den Charme von Selbstgemachtem aus. Trotzdem führt an den grundlegenden Techniken kein Weg vorbei. Wie alles, will eben auch das Nähen gelernt sein und geübt werden.

Und für diejenigen, die das Nähen lernen möchten, haben wir einen mehrteiligen Ratgeber erstellt. Dabei ging es in Teil 1 um die Grundausstattung.

Hier ist Teil 2!:

Die Möglichkeiten, um Nähen zu lernen

Es gibt verschiedene Wege, um das Nähen zu lernen. Glücklich kann sich schätzen, wer eine Mutter, eine Oma, eine Tante oder eine andere Person im Umfeld hat, die nähen kann.

Denn diese Person kann nicht nur die Grundlagen vermitteln und helfend zur Seite stehen. Oft hat sie sich über die Jahre auch verschiedene Tricks und Kniffe angeeignet, die sie gerne weitergibt.

Doch wer keine Näher im Verwandten- und Bekanntenkreis hat, muss nicht traurig sein. Denn natürlich gibt es noch viele andere Möglichkeiten:

Nähkurs

Ist es dem Näher wichtig, unter Anleitung zu lernen, ist er mit einem Kurs gut beraten. Nähkurse werden zum Beispiel in Geschäften angeboten, die Kurzwaren und Stoffe verkaufen. Auch Schneider geben manchmal Kurse. In großen Städten gibt es außerdem Nähcafés, in denen sich Gleichgesinnte treffen und gemeinsam werkeln. Daneben haben Volkshochschulen immer mal wieder Nähkurse im Angebot.

Der Vorteil von einem Kurs ist, dass der Näher die Grundlagen von der Pieke auf lernt. Gleichzeitig schleichen sich weniger Fehler ein, weil der Lehrer die Arbeiten im Blick hat und korrigierend eingreifen kann. Tauchen Fragen auf, gibt es sofort eine Antwort.

Schön ist auch, dass der Näher Kontakte knüpfen und anderen über die Schulter schauen kann. Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Herangehensweisen sein können und wie verschieden die Ergebnisse sind, obwohl mehrere Näher den gleichen Stoff verwenden oder das gleiche Projekt umsetzen.

Der Nachteil ist, dass der Näher erst einmal einen Kurs finden muss. Außerdem ist er an die Kurszeiten gebunden. Und oft sind die Kurse nicht ganz billig.

Online-Videos und Blogs

Natürlich ist es möglich, sich das Nähen selbst beizubringen. Dabei erweist sich das Internet als tolles Hilfsmittel. Es gibt unzählige Seiten zum Thema, die die Grundlagen erklären, Tipps verraten und Anleitungen für Anfänger bis Fortgeschrittene bereithalten. Einige Seiten sind kommerziell. Hier steht dann eine professionelle Redaktion dahinter. Oft ist auch ein Online-Shop angeschlossen, über den die benötigten Materialien gekauft werden können.

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Eine Alternative dazu sind Blogs von Privatpersonen, die selbst begeistert nähen und Ihr Hobby mit anderen teilen. Oft sind solche Blogs weniger auf die technischen Grundlagen ausgerichtet. Stattdessen zeigen die Beiträge Erfahrungen aus der Praxis, stellen eigene Kreationen vor und vermitteln persönliche Tipps.

Eine dritte Variante sind Online-Videos. Nicht jeder, der näht und sein Wissen weitergeben möchte, betreibt einen Blog oder eine Webseite und schreibt gerne Texte. Dafür hat er aber einen Videokanal, auf dem regelmäßig neue Tutorials erscheinen.

So breitgefächert wie das Online-Angebot ist, so unterschiedlich sind auch die Lerntypen. Schaut sich der Näher gerne bewegte Bilder an und arbeitet nebenbei mit, ist er mit Videos sicher gut beraten.

Kommt er hingegen mit Texten und Fotos besser zurecht, kann er auf klassische Online-Beiträge zurückgreifen. Oder er kombiniert einfach beides miteinander.

Bücher

Manchmal kann es etwas umständlich sein, sich einerseits aufs Nähen zu konzentrieren und andererseits den Bildschirm vom Rechner oder das Display vom Smartphone im Blick zu behalten. Vielleicht möchte der Näher die alte Handarbeitstechnik aber auch einfach offline lernen. In solchen Fällen erweisen sich Bücher und Zeitschriften als lehrreiche Quellen.

Im Fachhandel gibt es Literatur über die Grundlagen des Nähens und über spezielle Techniken. Genauso sind Bücher erhältlich, die verschiedene Anleitungen beinhalten. Wer sich nicht gleich für viel Geld jede Menge neue Bücher zulegen möchte, kann sich in der örtlichen Bücherei umschauen. Oft gibt es dort eine Ecke mit Sachbüchern zum Ausleihen.

Eine andere Möglichkeit ist, in Internetauktionen oder auf dem Flohmarkt nach gebrauchten Büchern Ausschau zu halten. Sie sind oft für sehr kleines Geld zu haben. Besonders spannend können dabei Bücher und Hefte sein, die schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Sie enthalten nämlich oft sehr nützliche Tipps und Anregungen für Kleidungsstücke, die heute wieder topaktuell sind.

Einfach machen

Wer sich zum Beispiel eine neue Nähmaschine gegönnt hat, kann auch einfach loslegen. Es spricht nichts dagegen, ein Stück Stoff zu nehmen und die verschiedenen Sticharten auszuprobieren. Genauso kann der Näher testen, ob die Idee, die er im Kopf hat, umsetzbar ist.

Um zum Beispiel einen kleinen, einfachen Beutel zu nähen oder die Kante einer Tischdecke zu umsäumen, braucht es nicht unbedingt eine detaillierte Anleitung. Manchmal ist es sogar besser, frei Hand zu arbeiten. Denn so werden die fertigen Stücke noch ein bisschen individueller.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Peter Siegmund, 52 Jahre, Druckermeister, Martin Blechmann, 39 Jahre, Medientechnologe Druckverarbeitung, Ella Bitzobski, 35 Jahre, Mediengestalterin Digital und Print, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Ratgeber und Anleitungen zu Drucktechniken und Druckverfahren.

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