Nähen lernen – Infos und Tipps, Teil 1

Nähen lernen – Infos und Tipps, Teil 1

In grauer Vorzeit blieb den Leuten gar nichts anderes übrig, als sich ihre Kleidung und Heimtextilien selbst anzufertigen. Denn es gab keine Geschäfte, die Kleider und Stoffe in allen nur erdenklichen Varianten verkauften. Das ist heute natürlich nicht mehr so. Trotzdem ist Selbermachen schwer angesagt. Ob Stricken, Häkeln, Sticken oder eben Nähen: Immer mehr Leute entdecken die altbewährten Handarbeitstechniken für sich und nutzen sie als Möglichkeit, um sich kreativ auszutoben und gleichzeitig schöne Dinge entstehen zu lassen.

Nähen lernen - Infos und Tipps, Teil 1

Auch Upcycling ist ein großes Thema. Dabei geht es darum, Altes nicht wegzuschmeißen, sondern zu verwerten, aufzuarbeiten und in Neues zu verwandeln. Eine alte Jeans wird so zum Beispiel zur chicen Handtasche und aus einer ausgemusterten Bluse wird eine hübsche Kissenhülle.

Doch wie jede andere Handarbeitstechnik will natürlich auch das Nähen gelernt sein.

Und für alle, die das Nähen lernen möchten, haben wir einen ausführlichen Ratgeber mit Infos und Tipps zusammengestellt:

Die Ausstattung fürs Nähen

Wer in die bunte Welt von Stoffen und Garnen eintauchen möchte, um Schnittmuster und Anleitungen oder eigene Ideen umzusetzen, braucht zunächst einmal die richtige Ausstattung. So wie das Malen nicht ohne Farben und Pinsel oder das Stricken nicht ohne Stricknadeln und Wolle funktioniert, klappt auch das Nähen ohne ein paar Hilfsmittel nicht.

Deshalb beginnen wir mit einer Übersicht an Zubehör, das fürs Nähen unverzichtbar ist:

Nähnadeln und Stecknadeln

Selbst wenn später meist mit der Nähmaschine gearbeitet wird, muss jeder Näher auch von Hand nähen können. Denn es gibt immer wieder Nähte und Arbeitsschritte, bei denen eben Handarbeit gefragt ist. Außerdem lohnt es sich bei kleineren Projekten mitunter gar nicht, die Nähmaschine auszupacken. Stattdessen geht es von Hand genauso gut und teils sogar schneller.

Eine Auswahl an Nähnadeln in verschiedenen Stärken und Längen sollte sich der Näher deshalb auf jeden Fall zulegen. Unverzichtbar sind außerdem Stecknadeln. Sie kommen zum Einsatz, um Schnittmuster am Stoff zu befestigen, Stoffstücke in die richtige Form zu bringen, mehrere Stofflagen zu fixieren oder Nahtkanten abzustecken.

Die beste Wahl sind ganz einfache Stecknadeln aus Metall. Denn manchmal ist es notwendig, einen abgesteckten Stoff zu bügeln. Doch wenn die Stecknadeln Köpfe aus Kunststoff haben, sollten sie nicht mit dem heißen Bügeleisen in Kontakt kommen. Mit simplen Metall-Stecknadeln ist der Näher deshalb auf der sicheren Seite.

Nähgarn

Um zu nähen, braucht der Näher neben der Nadel noch den Faden. Genauer gesagt, benötigt er Nähgarn. Passend zum Stoff ist Nähgarn in den verschiedensten Farben, Stärken und Qualitäten erhältlich.

Für die ersten Nähversuche ist es natürlich nicht notwendig, sich gleich eine große Auswahl an Nähgarnen zu besorgen. Sind Projekt und Stoff schon ausgewählt, genügt es, einen Faden zu kaufen, der zum Stoff passt. Oft wird nicht die ganze Spule aufgebraucht, so dass im Laufe der Zeit ohnehin eine Sammlung entsteht.

Ratsam ist aber, sich weißes und schwarzes Garn zuzulegen. Diese beiden Farben sind Allrounder, die so gut wie immer passen.

Stoffschere

Stoffe werden in Bahnen verkauft. Bevor sie verarbeitet werden können, muss der Näher sie entsprechend zuschneiden. Auch beim Upcycling müssen die Textilien zugeschnitten werden.

Eine gute Stoffschere ist deshalb wichtig. Dabei sollte sich der Näher wirklich eine Stoffschere kaufen. Denn Scheren, die für Papier gedacht sind, sind nicht dick und stabil genug. Außerdem sollte der Näher mit seiner Stoffschere tatsächlich nur Stoffe schneiden. Nutzt er sie auch für andere Materialien, wird die Schere schnell stumpf und hinterlässt unschön ausgefranste Kanten.

Am Anfang genügt eine hochwertige Stoffschere. Im Fachhandel gibt es zwar noch weitere Werkzeuge, um Stoffe zu schneiden. Dazu gehören zum Beispiel Rollschneider und Zickzack-Scheren. Aber mit solchen Anschaffungen kann sich der Näher Zeit lassen.

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Maßband, Schneiderkreide und Nahttrenner

Um den benötigten Stoff abzumessen, aber auch um für eigene Nähprojekte Maß zu nehmen, braucht der Näher ein Maßband. Dabei hat sich ein herkömmliches Band am besten bewährt. Denn so ein Maßband ist flexibel und kann auch um Kanten und Rundungen herum angelegt werden. Zum Verstauen rollt der Näher das Band einfach auf.

Daneben sollte sich der Näher eine sogenannte Schneiderkreide zulegen. Schneiderkreide sieht ein bisschen aus wie ein dünnes, kleines Seifenstück und wird verwendet, um Schnittkanten und andere Markierungen auf dem Stoff zu ziehen. Dabei wäscht sich die Kreide spätestens mit der ersten Wäsche aus und hinterlässt dadurch keine Spuren auf dem Stoff.

Die Alternative dazu ist ein spezieller Textilstift. Seine Linien verschwinden nach einiger Zeit von alleine oder können ebenfalls ausgewaschen werden. Zu Bleistift, Kugelschreiber oder Filzstift sollte der Näher auf keinen Fall greifen. Denn ihre Spuren bleiben oft sichtbar.

Ein äußerst praktisches Hilfsmittel ist der Nahttrenner. Wie der Name schon andeutet, hilft der Nahttrenner dabei, Nähte schnell und ordentlich wieder aufzutrennen, ohne dass der Stoff dabei Schaden nimmt.

Nähmaschine

Der Näher sollte zwar auch von Hand nähen können. Langfristig wird er aber um die Nähmaschine kaum herumkommen. Denn eine Nähmaschine macht die Arbeit nicht nur leichter, sondern erzeugt auch deutlich schneller gleichmäßige und stabile Nähte.

Die Auswahl an Nähmaschinen ist sehr groß. Vom einfachen Einsteigergerät bis hin zum vollautomatischen Profi-Modell ist alles vertreten. Um die richtige Wahl zu treffen, sollte sich der Näher im Fachhandel beraten lassen. Ein Profi kann ihm ein Modell empfehlen, das über die notwendigen Funktionen verfügt und gleichzeitig in der Handhabung nicht allzu anspruchsvoll ist.

Generell sollte sich der Näher für eine Nähmaschine entscheiden, die auf viel technischen Schnickschnack verzichtet. Spezielle oder ausgefallene Funktionen wird der Näher ohnehin kaum brauchen. Die Maschine wird dadurch aber nur unnötig kompliziert.

Überhaupt entwickelt sich die Nähmaschinen-Technik nur langsam weiter. Gerade am Anfang kann es deshalb durchaus eine Überlegung wert sein, ein gebrauchtes Modell zu kaufen.

Eine solide, ältere Nähmaschine funktioniert genauso gut und ist deutlich günstiger. Hat der Näher Übung und möchte er bei seinem Hobby bleiben, kann er sich später immer noch ein chices neues Modell gönnen.

Weiteres Zubehör

Natürlich ließe sich die Liste noch lange fortführen. Knöpfe, Reißverschlüsse, Flicken, Einfädelhilfen, Nähgewichte, Fingerhüte oder Seidenpapier für Schnittmuster sind nur ein paar Beispiele für Nähutensilien, die der Näher im Laufe der Zeit vielleicht brauchen wird. Dazu kommt das Zubehör für die Nähmaschine.

Doch gerade am Anfang macht es keinen Sinn, alles einzukaufen, was der Markt so hergibt. Besser ist, wenn der Näher Schritt für Schritt vorgeht. Er sollte sich also ein anfängertaugliches Projekt aussuchen und umsetzen. Danach kann er das nächste Projekt in Angriff nehmen. Die Ausstattung wächst auf diese Weise ganz von alleine.

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Peter Siegmund, 52 Jahre, Druckermeister, Martin Blechmann, 39 Jahre, Medientechnologe Druckverarbeitung, Ella Bitzobski, 35 Jahre, Mediengestalterin Digital und Print, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Ratgeber und Anleitungen zu Drucktechniken und Druckverfahren.

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