Hightech-Kleidung – Was ist das?

Hightech-Kleidung – Was ist das?

Textilien entwickeln sich ständig weiter. Bereits vorhandene Materialien werden verbessert und abgewandelt, zudem kommen immer wieder neue Gewebe auf den Markt. Dabei geht es bei den Textilien aber keineswegs nur um die Optik, um die Trageeigenschaften, um die Strapazierfähigkeit oder um Moden und Trends.

Stattdessen werden die Textilien so konzipiert oder ausgestattet, dass sie besondere Zusatzfunktionen erfüllen. Bei solchen Textilien wird dann von Hightech-Kleidung gesprochen.

Hightech-Kleidung – Was ist das?

Die Bezeichnung Hightech-Kleidung wird als eine Art Oberbegriff für alle Textilien verwendet, die eine Behandlung mit chemischen, biologischen, physikalischen oder elektronischen Mitteln hinter sich haben und dadurch mit speziellen Zusatzfunktionen ausgerüstet sind. Ursprünglich wurde solche moderne und intelligente Kleidung in erster Linie für bestimmte Berufssparten wie das Militär, die Polizei oder die Feuerwehr entwickelt.

Auch für den Sportbereich und die Unterhaltungsbranche war und ist die Spezialkleidung von großem Interesse. Inzwischen hat die Hightech-Kleidung aber längst Einzug in die heimischen Kleiderschränke gefunden. Bügelfreie Oberhemden, atmungsaktive Jacken, Funktionsunterwäsche oder Sommerkleidung mit integriertem UV-Schutz sind nur ein paar Beispiele.

Hightech-Kleidung in Form von Smart Clothes

Eine Variante von Hightech-Kleidung sind die sogenannten Smart Clothes. Bei diesen Intelligenten Kleidungsstücken handelt es sich um die Kombination aus Kleidung und Elektronik. Möglich ist diese Kombination, weil elektronische Bauteile und Computer mittlerweile in so kleinen und handlichen Formaten gebaut werden können, dass sie sich problemlos in Kleidung integrieren lassen.

Ein großer Bereich, in dem die Smart Clothes eine immer wichtigere Rolle spielen, ist die Unterhaltungselektronik.

Ob spezielle Anzüge für Computerspiele oder Handschuhe, die als Mobiltelefon genutzt werden können – die Möglichkeiten sind äußerst vielseitig. Aber auch ganz praktische Kleidungsstücke wie beispielsweise Jacken, die hell leuchten, durch die integrierte Heizung wunderbar warmhalten oder durch eine eingebaute Kühlung Hitze entgegenwirken, sind bereits erhältlich.Ein weiterer Bereich, der von Intelligenter Kleidung profitiert, ist die Medizin.

So wird an Hightech-Kleidungsstücken gearbeitet, die die Vitalfunktionen des Körpers überwachen, Krankheiten vorbeugen und die Heilung von Erkrankungen begünstigen sollen. Ein Beispiel für derartige Hightech-Kleidung sind die sogenannten Vital-T-Shirts. Sie messen den Blutdruck und den Puls, geben bei Bedarf eine Warnung heraus und setzen im Ernstfall sogar automatisch einen Notruf ab. Ein anderes Beispiel sind Jacken, die Stürze registrieren und dank eingebauter GPS-Sender dabei helfen, die verletzte Person schnell und sicher zu finden.

Für Neugeborene und Kleinkinder wiederum wurden spezielle Bodys entwickelt, die frühzeitig lebensbedrohliche Zustände erfassen und so einen plötzlichen Kindstod verhindern können. Eingesetzt auf der Intensivstation, ermöglichen solche Hightech-Kleidungsstücke, Frühchen auch ohne aufwändige Maschinen und unzählige Kabel zu überwachen.

Hightech-Kleidung mit chemisch-pharmazeutischen Inhaltsstoffen

Neben der Ausstattung mit elektronischen Komponenten wird im Zusammenhang mit Hightech-Kleidung auch daran geforscht, wie und mit welchen chemisch-pharmazeutischen Substanzen Alltagstextilien ausgestattet werden können. Im Handel sind schon jetzt Kleidungsstücke erhältlich, die mit Triclosan ausgerüstet sind.

Triclosan ist eine Substanz aus der Chlorchemie und wird auch als Desinfektionsmittel verwendet. In Kleidungsstücken sorgt Triclosan dafür, dass weniger bakterieller Schweiß produziert wird. Deshalb findet sich auf solchen Kleidungsstücken der Hinweis „antismell“, zu Deutsch Anti-Geruch. Auch Socken, Businessanzüge und sogar Bettwäsche, die keine unangenehmen Gerüche wie Schweiß oder Tabakrauch annehmen, sind bereits auf dem Markt. Hier übernehmen Cyclodextrine die Zusatzfunktion.

Cyclodextrine sind Zuckermoleküle, die unerwünschte Gerüche absorbieren oder angenehme Düfte abgeben. Außerdem können die Zuckermoleküle medizinische Substanzen einschließen. Bei Bedarf werden dann Inhaltsstoffe freigesetzt, die beispielsweise bei Schuppenflechte, Ekzemen, Ausschlägen oder Allergien Linderung verschaffen. Eine andere Möglichkeit, um das Wachstum von Bakterien zu hemmen, sind Kleidungsstücke, in die Silberfäden oder silberhaltige Polymere eingewebt sind.

Hightech-Kleidung für Schutz und Sicherheit

Eine mittlerweile weit verbreitete Form von schützender Hightech-Kleidung sind Textilien mit integriertem UV-Schutz. Auch Textilien, die so ausgerüstet oder beschichtet sind, dass Wind, Nässe, Kälte, Wärme, Gase, Säuren oder Feuer kaum noch eine Chance haben, dürften vielen bekannt sein. Selbst Spezialkleidung, die wie beispielsweise schusssichere Westen, Schnittschutzhosen für Waldarbeiter oder stichfeste Anzüge für Fechter vor mechanischen Einflüssen schützt, ist längst nichts Außergewöhnliches mehr.

Aber auch hier geht die Entwicklung weiter. So wird unter anderem an Hightech-Kleidung gearbeitet, in die Airbags integriert sind. Sollte es zu einem Sturz kommen, federn die Airbags diesen ab und können so schwere Verletzungen verhindern.

Neben Motorradfahrern dürfte dies sicher eine hilfreiche Funktion für ältere Menschen und Reha-Patienten sein. Strahlenschutzkleidung wiederum schirmt Elektrosmog ab. Verantwortlich dafür sich leitende Metalle, die in den Stoff eingewebt werden und die Strahlung von Mobiltelefonen, WLan, Mikrowelle oder Fernseher abhalten.

Hightech-Kleidung nach dem Vorbild der Natur

Die Natur liefert der Textilforschung zahlreiche Vorbilder, die bestens funktionieren. Diese Sparte nennt sich bionische Textilforschung. Ein bereits gut erforschtes und mehrfach adaptiertes Phänomen ist der Lotus-Effekt. Der Lotus-Effekt macht sich die schmutz- und wasserabweisende Oberfläche der Lotus-Pflanze zunutze.

Dadurch entstehen Textilien, die lange sauber bleiben und an denen Feuchtigkeit abperlt. Auch der Pelz einer Wasserspinne stieß in der Bionik auf großes Interesse. Diese Spinne hat eine sehr feine Haarstruktur. Dadurch entstehen Luftpolster, die den Körper vor Wasser schützen. Trotz Kontakt mit Wasser bleibt der Spinnenkörper so trocken.

Wenn es der Textilforschung gelingt, dieses Prinzip zu entschlüsseln und zu übertragen, könnten Textilien angefertigt werden, die nicht nass werden. Generell ist die Spinne aber ein großes Vorbild für die Bionik. So produziert die Spinne Fäden, die sehr leicht, gut zu verwerben und gleichzeitig extrem reißfest und äußerst stabil sind. Bislang ist es allerdings noch nicht gelungen, das natürliche Vorbild mit allen seinen Eigenschaften zu kopieren.

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