Farben im Tierreich

Farben im Tierreich

Ob Bilder gemalt, Poster und Plakate erstellt, Stoffe eingefärbt oder Textilen bedruckt werden: Überall ist Farbe mit im Spiel. Das große Vorbild dabei ist die Natur. Die Natur hält eine schier grenzelose Fülle an Farbtönen bereit und bezaubert durch ihre herrlich bunte Farbenpracht.

Doch die Natur liefert nicht nur die Vorlage für einzelne Farben, sondern auch für verschiedenste Muster. Vor allem bei den Tieren ist das Repertoire an Farben und Mustern besonders groß. Doch während Farben für Menschen in erster Linie eine dekorative oder emotionale Bedeutung haben, erfüllen die Farben im Tierreich überlebenswichtige Funktionen.

Die Farben im Tierreich als Kommunikationsmittel

Im Tierreich sind Farben ein elementares Mittel, wenn es um das Miteinander geht. Bei der Partnerwahl beispielsweise spielt die Optik eine entscheidende Rolle. So ist das Gefieder von weiblichen Vögeln meist in unscheinbaren Tarnfarben gehalten. Dadurch sind die Weibchen besser geschützt, wenn sie brüten. Zudem brauchen sie gar kein schillerndes Federnkleid, denn schließlich sind sie diejenigen, die sich ihre Partner aussuchen. Männliche Vögel wiederum müssen sich stolz mit ihrem prächtigen Gefieder präsentieren, wenn sie die Gunst der Weibchen gewinnen wollen. Eine Ausnahme bilden hier allerdings die Flamingos.

Flamingos sind zwar für ihr farbenprächtiges Gefieder bekannt, aber diese Farbe kommt durch einen ganz profanen Grund zustande. Die Vögel ernähren sich nämlich hauptsächlich von kleinen Krebsen. Die Krebse wiederum enthalten große Mengen an Carotinoiden, das sind Farbpigmente. Die Farbpigmente verleihen dem Federkleid der Flamingos seine typische Farbe. Sehr oft dienen die Farben im Tierreich auch als Warnfarben.

Amphibien beispielsweise sind knallrot, leuchtend gelb, satt blau, intensiv grün oder tiefschwarz. Durch ihre auffällige Farbe signalisieren sie möglichen Angreifern, dass sie sehr giftig sind. So mancher potenzielle Räuber lässt sich davon beeindrucken und verzichtet auf einen Angriff. Auch Tierarten, die ungiftig und eigentlich völlig harmlos sind, greifen deshalb mitunter auf diesen Trick zurück. Fliegen, Wespen und andere Insekten etwa haben im Laufe der Evolution Warnfarben angenommen, um sich zu schützen und so ihr Überleben zu sichern. Zwar haben einige Insekten einen Giftstachel, den sie im Notfall einsetzen können, aber besser ist es natürlich, wenn sie ihn erst gar nicht brauchen.

Einige Tiere wie Tintenfische oder Chamäleons verfügen über die Fähigkeit, ihre Farbe innerhalb von wenigen Sekunden zu wechseln. Dabei erfüllt die Veränderung der Farbe zwei Funktionen. Zum einen dient der Farbwandel dem Schutz. Sind Angreifer in der Nähe, kann sich das Tier der jeweiligen Umgebung anpassen und sich so perfekt tarnen. Zum anderen kommt der Farbwechsel als Kommunikationsmittel zum Einsatz.

Durch die entsprechende Farbe können die Tiere dann ihre Paarungsbereitschaft anzeigen, einen bevorstehenden Angriff ankündigen oder ihrem Gegner Angst und Unterwerfung signalisieren. Tiere, die in Revieren leben, verändern im Laufe ihres Lebens mehrfach ihre Farbe. Ein Beispiel hierfür sind einige Korallenfische. Durch die Farbe können die älteren Artgenossen erkennen, dass es sich um einen Jungfisch handeln. Dadurch werden unnötige Kämpfe ums Revier und um die Nahrung vermieden.

Die Farben im Tierreich als Erkennungsmerkmal

Im Unterschied zu Vögeln, Fischen, Amphibien und Insekten fällt die Farbpalette bei Säugetieren übersichtlicher aus. Oft hat ihr Fell eine Färbung, die zu den Farben in ihrem typischen Lebensraum passt. Dadurch gibt ihnen die Natur eine perfekte Tarnung mit, sowohl zu ihrem Schutz vor Angreifern als auch für die Jagd.

Der weiße Eisbär beispielsweise kann sich in der Eis- und Schneelandschaft bestens getarnt an seine Beute heranpirschen, während der gestreifte Tiger im dichten, hohen Gras fast unbemerkt umherstreifen und nach Beute Ausschau halten kann. Dass die Fellkleider der Säugetiere nicht allzu bunt und farbenprächtig sind, spielt letztlich aber keine allzu große Rolle, denn ein Großteil der Säugetiere kann ohnehin keine Farben erkennen.

Allerdings nehmen sie Muster wahr. Die Fellzeichnungen mit Streifen, Punkten oder Flecken dienen deshalb nicht nur der Tarnung. Stattdessen sind die Fellzeichnungen auch ein Merkmal, an dem ein Tier seine Artgenossen erkennt.

Die Farben der Natur

Sowohl im Tierreich als auch bei den Pflanzen verfüllen die Farben wichtige Funktionen. So erstrahlen viele Blumen in kräftigen, herrlich bunten Farben, um auf diese Weise Insekten anzulocken. Die Insekten bestäuben die Blumen und sichern damit die Verbreitung und die Arterhaltung. Gleichzeitig signalisiert die Farbe, dass Nahrung in Form von Pollen und Nektar zur Verfügung steht.

Das gleiche Prinzip findet sich auch bei Bäumen und Sträuchern, deren Früchte mit satten Farben anzeigen, dass sie reif sind. Der Mensch lässt sich schon seit jeher von den Farben der Natur inspirieren. Früher wurden Farben für Malereien und Drucke von Pflanzen, Tieren und anderen Naturmaterialien gewonnen. Inzwischen ist es möglich, fast alle Farben auch künstlich herzustellen. Trotzdem bleibt die Natur mit ihren Farben und Mustern das große Vorbild.

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