Anleitung: Turnbeutel nähen und batiken

Anleitung: Turnbeutel nähen und batiken

Ob als Kindergartentasche, Sportbeutel in der Schule oder Rucksack beim Einkaufen: Turnbeutel sind seit einiger Zeit wieder schwer angesagt. Wir zeigen in dieser Anleitung, wie ganz einfach chice Turnbeutel genäht werden können.

Anleitung Turnbeutel nähen und batiken

Und damit die Turnbeutel zu echten Unikaten werden, bekommen sie ein tolles Batikmuster.

Also, los geht’s!:

Die Materialien für den Turnbeutel

  • fester Stoff aus Baumwolle oder Leinen
  • Kordel
  • Ösen und Hammer
  • Nähutensilien: Nähmaschine, Garn, Stecknadeln, Sicherheitsnadel, Schneiderkreide oder Bleistift, Schere und Maßband
  • Bügeleisen
  • Textilfarbe mit passendem Fixierbad
  • Schnur oder Kabelbinder
  • Eimer
  • Wäscheklammern

Damit das Batikmuster schön zur Geltung kommt, sollte der Stoff weiß oder möglichst hell sein. Es ist aber nicht unbedingt notwendig, extra neuen Stoff zu kaufen. Eine alte Tischdecke oder ein ausgemustertes Bettlaken erfüllt den gleichen Zweck.

Allerdings sollte der Stoff komplett oder zumindest überwiegend aus einem Naturmaterial bestehen. Auf Kunstfasern hält die Textilfarbe nämlich nicht. Wie groß das Stoffstück sein muss, hängt davon ab, wie groß der Turnbeutel werden soll. Dazu gleich mehr.

Bei der Textilfarbe kann es sich um eine spezielle Batikfarbe handeln. Eine herkömmliche Textilfarbe in Pulverform eignet sich aber genauso gut.

Wichtig ist nur, auf der Packung nachzuschauen, ob die Fixierung enthalten ist oder ob noch ein zusätzliches Fixiermittel benötigt wird.

Einen Turnbeutel nähen und batiken – so geht’s

Bis zum fertigen Turnbeutel sind es drei Schritte. Zuerst wird nämlich der Turnbeutel genäht. Anschließend wird er mit dem Batikmuster eingefärbt und zum Schluss mit den Kordeln ausgestattet.

Hier aber die einzelnen Schritte ganz ausführlich!:

  1. Schritt: den Turnbeutel nähen

[Turnbeutel]

Turnbeutel nähen

Turnbeutel sind meist um die 30 cm breit. Für Kinder sind sie etwa 35 cm lang, für Erwachsene etwa 45 cm. Aber beim eigenen Turnbeutel kann die Größe natürlich beliebig gewählt werden.

Dazu wird auf dem Stoff zunächst ein Rechteck markiert. Die Breite des Rechtecks entspricht der gewünschten Breite des Turnbeutels. Die Länge wird in der doppelten Höhe des Turnbeutels plus 10 cm festgelegt.

Auf allen vier Seiten des Rechtecks kommt dann noch einmal eine Nahtzugabe von 1 cm dazu. Soll der Turnbeutel beispielsweise 30 x 45 cm groß werden, würde aus dem Stoff also ein 32 x 102 cm großes Rechteck ausgeschnitten.

Nun müssen zuerst die Kanten des Stoffstücks versäubert werden. Dazu werden sie um 1 cm nach innen geklappt und mit Stecknadeln festgesteckt. Anschließend werden die Kanten mit einem Overlock- oder einem Zickzack-Stich festgenäht.

Als nächstes ist der Tunnel an der Reihe, durch den später die Kordeln gefädelt werden. Für den Tunnel wird der Stoff an den beiden schmalen Kanten jeweils 5 cm breit umgeschlagen. Die Kanten werden dann einmal gebügelt und zusätzlich mit Stecknadeln fixiert.

Danach wird der Tunnel angenäht. Wer möchte, kann auch die neuen Oberkanten knappkantig absteppen, um den Stoff hier etwas zu verstärken.

Ist der Stoffstreifen für den Tunnel auf beiden Seiten festgenäht, wird der Stoff rechts auf rechts zusammengelegt. Dann werden die Seitennähte geschlossen. Dabei beginnen die Seitennähte direkt unterhalb des Tunnels.

Der Tunnel selbst muss offen bleiben! Wer mag, kann die Seitennähte separat arbeiten. Möglich ist aber auch, auf einer Seite zu beginnen und die Naht in einem Stück an der geschlossenen Unterkante entlang bis zum Tunnel auf der anderen Seite fortzuführen.

Damit sind die Näharbeiten auch schon erledigt. Die Ösen und die Kordeln bekommt der Turnbeutel erst nach dem Batiken.

  1. Schritt: den Turnbeutel batiken

Jetzt wird der Turnbeutel eingefärbt. Dazu kann der Stoff an einigen Stellen hoch gehoben und mit Schnur oder Kabelbinder abgebunden werden. Dadurch entstehen die typischen Batik-Kreise.

Eine andere Möglichkeit ist, den Stoff in der Mitte hochzuziehen, in sich zu verdrehen und anschließend abzubinden. Auf diese Weise ergibt sich ein Muster, das an Marmor erinnert.

Für Streifen kann der Stoff gefaltet und wie ein Päckchen verschnürt werden. Aber der Stoff kann auch ganz frei verknotet, zusammengerafft oder abgebunden werden. So entsteht ein Zufallsmuster.

Wichtig ist nur, die Schnur oder die Kabelbinder sehr fest anzuziehen. Denn an diesen Stellen soll der Stoff gar keine oder nur sehr wenig Farbe annehmen, damit die Batik-Optik gut zu sehen ist.

Ist der Stoff vorbereitet, kann das Farbbad angerührt werden. Dazu wird Wasser in einen Eimer gegeben und die Farbe hinzugefügt. Je nach Textilfarbe kommt auch noch etwas Essig oder Salz dazu. Die genaue Anleitung steht aber auf der Verpackung.

Dann wird der abgebundene Turnbeutel in das Färbebad gelegt. Dabei kann er entweder komplett eingetaucht oder nur bis zu einer bestimmten Höhe eingefärbt werden. In letzterem Fall kann der Stoff mit Wäscheklammern am Rand des Eimers befestigt werden.

In dem Färbebad bleibt der Stoff etwa eine Stunde lang. Danach muss er eventuell in ein Fixierbad. Das ist ebenfalls auf der Verpackung beschrieben.

Anschließend wird der Turnbeutel solange unter warmem Wasser ausgespült, bis das Wasser klar bleibt. Nun können die Schnüre oder Kabelbinder entfernt und die Knoten gelöst werden.

So wird zum ersten Mal das Batik-Muster in seiner vollen Pracht sichtbar. Ist alles entfernt, sollte der Stoff noch einmal kurz ausgespült werden. Dann muss der Turnbeutel trocknen.

  1. Schritt: den Turnbeutel fertig stellen

Ist der Turnbeutel trocken, sollte er einmal glatt gebügelt werden. Dann werden ungefähr 3 cm von den beiden unteren Ecken entfernt die Ösen eingeschlagen.

Jetzt fehlen nur noch die Kordeln. Dabei werden zwei Kordeln benötigt, die etwa 1,5 m lang sein sollten. Bei einem Turnbeutel für Kinder können die Kordeln auch ein bisschen kürzer sein. Damit das Einfädeln leichter geht, kann ein Ende der Kordel an einer Sicherheitsnadel befestigt werden.

Die erste Kordel wird nun auf der rechten Seite des Turnbeutels in den vorderen Tunnel geschoben, nach links bis auf die andere Seite gezogen und dann im hinteren Tunnel von links nach rechts geführt. Die Kordel verläuft somit im Uhrzeigersinn durch den Tunnel und beide Enden befinden sich auf der gleichen Seite.

Die beiden Enden werden anschließend nach unten gelegt. Dann wird ein Ende durch die Öse geschoben und die Kordelenden werden miteinander verknotet.

Die zweite Kordel wird genauso eingefädelt, nur seitenverkehrt. Hier wird die Kordel also gegen den Uhrzeigersinn, von links nach rechts durch den vorderen Tunnel und von rechts nach links im hinteren Tunnel geführt.

Damit ist der Turnbeutel fertig!

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Inhaber bei Internetmedien Ferya Gülcan
Peter Siegmund, 52 Jahre, Druckermeister, Martin Blechmann, 39 Jahre, Medientechnologe Druckverarbeitung, Ella Bitzobski, 35 Jahre, Mediengestalterin Digital und Print, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Ratgeber und Anleitungen zu Drucktechniken und Druckverfahren.
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