Einen Riss in Hemd oder Bluse flicken – so geht’s

Einen Riss in Hemd oder Bluse flicken – so geht’s

Einen Moment nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Das Lieblingshemd hat einen Riss. Meistens reißt ein Hemd oder eine Bluse irgendwo im Bereich des Ellenbogens. Doch so eine Beschädigung ist kein Grund, das Kleidungsstück gleich zu entsorgen. Denn mit etwas Bügelvlies und einer kleinen Naht lässt sich das Loch nahezu unsichtbar flicken. In dieser Anleitung erklären wir, wie das geht. Und falls sich das Hemd doch nicht mehr retten lassen sollte, weil die Beschädigung zu groß ist, verraten wir eine stylishe Idee fürs Upcycling.

Einen Riss in Hemd oder Bluse flicken - so geht's

Einen Riss im Hemd oder der Bluse flicken – so geht’s

Allein schon im Sinne der Nachhaltigkeit sollte ein Kleidungsstück nicht direkt in den Müll wandern, bloß weil es vielleicht ein kleines Loch hat. Außerdem ist es oft ausgerechnet die Lieblingsbluse oder das Lieblingshemd, das kaputtgeht. Das Lieblingsteil zu entsorgen, würde schwerfallen. Doch das muss auch gar nicht sein. Denn selbst ohne große Nähkenntnisse ist es nicht schwer, einen länglichen Riss zu flicken.

Benötigt werden dafür:

  • Bügelvlies

  • Bügeleisen

  • Nähmaschine

  • Garn in der gleichen Farbe wie das Hemd oder die Bluse

  • Lineal oder Maßband

  • Schere

Zunächst wird abgemessen, wie lang der Riss ist. Anschließend ein Stück Bügelvlies in der passenden Größe zuschneiden. Das Vlies sollte so groß sein, dass es den Riss gut abdeckt und zu allen Seiten hin einen guten Zentimeter übersteht. Ist der Riss zum Beispiel drei Zentimeter lang, sollte die Gewebeeinlage also zwei Zentimeter breit und fünf Zentimeter lang sein.

Nun den Ärmel wenden und das Vlies gemäß der Herstelleranleitung aufbügeln. Dabei darauf achten, dass das gerissene Gewebe möglichst dicht nebeneinander liegt. Das Vlies funktioniert im Prinzip wie eine Art Pflaster und nach dem Aufbügeln ist der Riss damit eigentlich schon geschlossen.

Dann wird die Stelle noch mit einer Naht gesichert. Dazu muss der Stoff zunächst so unter den Nähfuß eingefädelt werden, dass der Riss möglichst mittig unter dem Nähfuß verläuft und die Stofflagen von der Vorder- und der Rückseite nicht versehentlich zusammengenäht werden. Ist der Riss im Brustbereich, am Bauch oder am Rücken, ist das kein Problem.

Ein Riss am Ärmel ist da schon eine größere Herausforderung. Hier klappt das Einfädeln am besten, wenn der Ärmel aufgeknöpft, der Stoff dann wie beim Anziehen einer Strumpfhose zusammengerafft und anschließend unter den Nähfuß geschoben wird.

Für die Naht die Nähmaschine auf einen doppelten Zickzack-Stich einstellen. Dabei die kürzeste Stichlänge und die maximale Stichbreite wählen. So ist gewährleistet, dass der Riss sicher abgedeckt wird. Dann einmal über den gesamten Riss nähen. Das war schon alles!

Wird ein Garn verwendet, das die gleiche Farbe hat wie das Hemd oder die Bluse, ist die ausgebesserte Stelle kaum zu sehen. Wer möchte, kann aber natürlich auch kreativ werden und die Naht in einer Kontrastfarbe arbeiten und verlängern. So erhält das Kleidungsstück eine pfiffige Verzierung.

Upcycling: Ein kaputtes Hemd zu einem Unterziehkragen verarbeiten

Natürlich kann es sein, dass der Riss so groß ist, dass das Hemd oder die Bluse nicht mehr gerettet werden kann. Genauso ist möglich, dass das Kleidungsstück einfach nicht mehr passt. In solchen Fällen kann das Hemd oder die Bluse weiterverarbeitet werden, zum Beispiel zu einer Kissenhülle, einer Tasche, einem Kinderkleid oder zu Stofftaschentüchern.

Eine weitere Möglichkeit ist ein Unterziehkragen. So ein Kragen wird unter einen Pullover, ein Sweatshirt oder ein T-Shirt gezogen. Das sieht nicht nur gut aus und peppt ein eher langweiliges Oberteil auf, sondern ist derzeit auch ein großer Modetrend. Und aus dem kaputten Hemd lässt sich so ein Kragen ganz einfach schneidern.

Dafür wird der Unterziehkragen zunächst auf dem Hemd markiert. Nachdem das Hemd ausgebreitet ist, dazu auf beiden Seiten ungefähr fünf Zentimeter vom Rand der Schulter abmessen. Auch weiter unten beidseitig den gleichen Abstand zu den äußeren Seitenkanten abmessen und markieren.

Der Kragen sollte später ungefähr auf Brusthöhe enden. Meist wird das zwischen dem vierten und dem fünften Knopf der Fall sein. Sind die seitlichen Schnittkanten aufgezeichnet, können sie leicht bogenförmig miteinander verbunden werden. Anschließend den Kragen an der Markierung entlang ausschneiden.

Nun kann die Schnittkante einmal rundherum mit einem einfachen Zickzackstich versäubert werden. Im Prinzip reicht das aus. Denn der Stoff franst so nicht aus und wenn der Unterziehkragen getragen wird, sind die Kanten ohnehin nie zu sehen.

Wer im Nähen geübter ist und es ordentlich mag, kann die Kanten aber selbstverständlich rund einen Zentimeter nach innen umklappen und mit einem geraden Stich absteppen.

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Peter Siegmund, 52 Jahre, Druckermeister, Martin Blechmann, 39 Jahre, Medientechnologe Druckverarbeitung, Ella Bitzobski, 35 Jahre, Mediengestalterin Digital und Print, sowie Ferya Gülcan, Redakteurin und Betreiberin dieser Webseite schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Ratgeber und Anleitungen zu Drucktechniken und Druckverfahren.

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