Anleitung: Shibori – Batik mit Sprühfarben

Anleitung: Shibori – Batik mit Sprühfarben

Die Shibori-Batik ist eine Färbetechnik aus Japan. Ihr wesentliches Merkmal ist, dass die Stoffe kunstvoll gefaltet, abgebunden und anschließend im Färbebad eingefärbt werden. Durch das Falten und Abbinden entstehen die typischen Muster.

Batik Shibori

Ein Nachteil beim Batiken oder generell Stofffärben ist aber, dass mindestens ein Färbebad benötigt wird. Dieses muss angerührt werden und der Stoff einige Zeit darin schwimmen. Nach dem Batiken folgt dann üblicherweise eine größere Putzaktion.

Denn wenn der Stoff aus dem Färbebad herausgenommen und zum Ausspülen ins Waschbecken gebracht wird, zieht sich gerne eine Spur aus Färbewassertropfen über den Boden. Und neben dem Fußboden und dem Waschbecken muss auch der Färbebehälter noch ausgewaschen werden. Dabei geht das alles sehr viel unkomplizierter!

Seit einiger Zeit sind Textilfarben zum Sprühen erhältlich. Die Farben sind in Flaschen mit Pumpzerstäuber abgefüllt und gebrauchsfertig. Um sie zu nutzen, müssen die Flaschen einfach nur einmal kräftig durchgeschüttelt werden. Der Stoff nimmt die Farbe sofort an, so dass das Ergebnis direkt bewundert werden kann. Und natürlich eignen sich die Sprühfarben auch, um damit Batiktechniken umzusetzen.

In dieser Anleitung erklären wir, wie die Shibori-Batik
mit Sprühfarben funktioniert!:

 

Die Materialliste

  • T-Shirts oder andere Textilien aus Baumwolle in Weiß
  • Textilfarben zum Sprühen
  • Schnur
  • Schere
  • Zeitungspapier, Tapetenreste oder anderes saugstarkes Material als Unterlage
  • Kleiderbügel zum Trocknen

 

Die Anleitung für Shibori-Batik mit Sprühfarben

Ähnlich wie beim klassischen Batiken werden die Textilien auch bei der Shibori-Batik mit Sprühfarben zuerst gefaltet und abgebunden. Doch danach geht alles ganz schnell. Die Farben werden nämlich aufgesprüht und die Textilien direkt danach zum Trocknen aufgehängt. Aber der Reihe nach!

 

  1. Schritt: die Vorbereitungen

Werden neue Textilien eingefärbt, müssen sie einmal in der Waschmaschine durchgewaschen werden. Dadurch werden mögliche Appreturen entfernt. Wichtig ist aber – wie bei allen Färbetechniken – dass kein Weichspüler verwendet wird. Direkt nach dem Schleudern können die Textilien dann auch schon bearbeitet werden. Sie müssen also nicht erst trocknen. Es ist sogar besser, wenn sie feucht sind.

Der Farbnebel der Sprühfarben landet nicht nur auf den Textilien, sondern auch in ihrem Umfeld. Und wenn die Arbeitsfläche einmal eingefärbt ist, wird das auch so bleiben. Ratsam ist daher, den Arbeitsbereich gut mit einem saugstarken Material abzudecken. Das können zum Beispiel mehrere Lagen Zeitungspapier oder Tapetenreste sein. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann den Arbeitsbereich zuerst mit einer Folie abdecken und darüber Papier auslegen.

 

  1. Schritt: den Stoff drapieren

Wie schön erwähnt, sollte der Stoff feucht sein. Kommt er nicht direkt aus der Waschmaschine, kann er mit Wasser etwas eingesprüht werden. Nun wird der Stoff in die gewünschte Form gebracht. Zwei klassische Techniken beim Shibori gehen so:

  • Der Stoff wird von der Unterkante bis zum oberen Rand im Zickzack gefaltet. Dafür wird der Stoff wie bei einer Ziehharmonika immer abwechselnd einmal von vorne nach hinten und von hinten nach vorne geklappt. Anschließend wird der gefaltete Stoffstreifen an vier Stellen abgebunden. Die vier Schnüre teilen den Stoffstreifen somit in fünf Felder auf. Durch diese Falt- und Bindetechnik entsteht ein angedeutetes Karomuster.
  • Ein Stück Stoff wird angehoben, so dass ein Zipfel entsteht. Anschließend wird dieser Zipfel abgebunden und mit Schnur umwickelt. Das wird an mehreren Stellen wiederholt. Die Zipfel führen zu einer Art Kreismuster.

Aber natürlich kann der Stoff ganz nach Lust und Laune gefaltet und mit Schnur umwickelt werden. Weil der Stoff nicht in einem Färbebad schwimmt, sondern auf der Arbeitsfläche liegen bleibt und nur besprüht wird, müssen die Schnüre auch nicht sehr fest angezogen werden. Lockere Bindungen reichen völlig aus. Im Prinzip könnten die Schnüre sogar ganz weggelassen werden. Allerdings imitieren und verstärken die dünnen Linien, die durch die Schnüre entstehen, den typischen Batik-Charakter.

Alle Stoffteile, die flach und gerade auf der Arbeitsfläche liegen, werden gleichmäßig eingefärbt. Um das Ergebnis lebendiger zu gestalten, kann der Stoff deshalb noch weiter ausgeformt werden. So kann er beispielsweise in Wellen gelegt, stellenweise eingedreht, zusammengestaucht oder eingerollt werden.

 

  1. Schritt: die Farbe auftragen

Ist der Stoff schön drapiert, kommt die Farbe ins Spiel. Zunächst wird die entsprechende Sprühflasche einmal gut durchgeschüttelt. Anschließend wird sie einfach auf den Stoff gesprüht. Je öfter auf die gleiche Stelle gesprüht wird, desto dunkler und intensiver wird dort der Farbton.

Direkt nach dem Besprühen ist das Färben auch schon abgeschlossen. Wer möchte, kann jetzt noch eine zweite Farbe aufbringen. In diesem Fall sollte die zweite Farbe aber dunkler sein als die erste. Sonst ist sie nicht zu sehen. Sollen sich die Farben nicht miteinander vermischen, wird eine weitere Farbe erst aufgetragen, wenn die erste Farbe getrocknet ist.

Noch im feuchten Zustand, also gleich nach dem Farbauftrag, können die Schnüre aufgeschnitten und entfernt werden. Dann folgt der spannende Moment. Denn beim Auseinanderfalten wird das Batikmuster sichtbar!

Anschließend wird das T-Shirt oder der Stoff auf einen Kleiderbügel gezogen und zum Trocknen aufgehängt. Wer möchte, kann die Textilien im trocknen Zustand weiterbearbeiten, indem er sie noch einmal faltet und mit einer anderen Farbe besprüht. Ansonsten muss die Textilfarbe jetzt nur noch fixiert werden. Das erfolgt meist durch Bügeln. Genaue Angaben zur Fixierung stehen aber auf der Flasche.

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Thema: Anleitung: Shibori – Batik mit Sprühfarben

Veröffentlicht von

Redaktion

Peter Siegmund, 52 Jahre, Druckermeister, Martin Blechmann, 39 Jahre, Medientechnologe Druckverarbeitung, Ella Bitzobski, 35 Jahre, Mediengestalterin Digital und Print schreiben hier Wissenswertes, Tipps, Ratgeber und Anleitungen zu Drucktechniken und Druckverfahren.

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