Grundanleitung für Ätzradierungen

Infos, Tipps und Grundanleitung für Ätzradierungen 

Bereits im 15. Jahrhundert und damit kurz nach der Entstehung von Papiermühlen gab es die ersten Drucke. Vor allem Gold- und Waffenschmiede griffen auf einfache Druckverfahren zurück, um Verzierungen auf andere Objekte übertragen zu können. 

Dazu rieben sie Ruß in die Vertiefungen und konnten so einen Abdruck nehmen. 1513 entstanden die ersten Einsenätzradierungen, bei denen die Eisenplatten mit Salz und Essig geätzt wurden.

Allerdings rosteten Eisenplatten recht schnell, so dass sich dieses Verfahren nicht durchsetzen konnte.

Nachdem Albrecht Dürer das Kupferstichverfahren perfektioniert und mit verschiedenen Ätz- und Radiertechniken experimentiert hatte, gab zu Beginn des 17. Jahrhundert erstmals Ätzungen auf Kupferplatten. Viele Künstler griffen in dieser Zeit darauf zurück, weil es ihnen so möglich wurde, ihre Werke zu reproduzieren und an wohlhabende Bürger zu verkaufen. Kurze Zeit später wurde es durch das Mezzotinto, einer Schabtechnik, dann möglich, auch Grauwerte drucktechnisch darzustellen, wobei dieses recht aufwändige Verfahren 1765 durch ein chemisches Ätzverfahren, das Aquatinta, abgelöst wurde.

Mitte des 19. Jahrhunderts verloren Radierungen und Kupferstiche an Bedeutung, denn durch Erfindungen wie die Lithografie, das Cliché oder die Autotypie konnten nun auf einfachem Wege Drucke in hohen Auflagen realisiert werden. 

Heute stellen Radierungen einen eigenen Zweig der Kunstgrafik dar, wobei sie vermutlich nicht zuletzt unter Sammlern deshalb so beliebt sind, weil sie zu deutlich erschwinglicheren Preisen gehandelt werden als andere Kunstformen. Mit etwas Übung ist es allerdings auch für Hobbykünstler möglich, eigene Ätzradierungen herzustellen. 

Hier eine Grundanleitung sowie die wichtigsten Tipps dazu:

1.      

Für Ätzradierungen können sowohl Zink- als auch Kupferplatten verwendet werden. Kupferplatten sind dabei leichter zu bearbeiten und ermöglichen feinere Linien, die härteren Eisenplatten hingegen ermöglichen meist deutlich höhere Druckauflagen. 

Der erste Schritt besteht nun daraus, die Platte zu entfetten. Hierfür eignet sich Waschbenzin, alternativ ist auch ein aufwändigeres Polierverfahren mittels Kreide und einem feuchten Tuch möglich.

2.      

Die sorgfältig entfettete Platte wird nun mit einem Ätzgrund beschichtet. Dabei sollte der Auftrag mit einem hochwertigen Pinsel oder einer Lederwalze erfolgen.

3.      

Nun beginnt die eigentliche Radierung. Dazu wird das Motiv mit einer Radiernadel aus Stahl in den Ätzgrund geritzt, die letztlich wie ein Bleistift über die Platte geführt werden kann. Sinnvoll dabei ist, zunächst die dicken Linien des Motivs zu gestalten, denn je dünner eine Linie ist, desto tiefer wird die geätzte Linie und desto dunkler erscheint sie später auf dem Druck.

4.      

Die fertig gestaltete Druckplatte wird nun in das Säurebad gelegt. Die Vertiefungen entstehen, weil das Metall mit der Säure reagiert. Je länger die Platte in dem Säurebad liegt, desto tiefer ist die Ätzung. Daher sollte die Ätzdauer nicht zu lange andauern, sondern der Ätzvorgang im Bedarfsfall lieber wiederholt werden.

5.      

Nach der Ätzung wird die Platte zunächst in ein Bad aus Spülmittel gelegt, das Säurerückstände entfernt. Danach werden die Reste der Ätzgrundierung mit einem Tuch und beispielsweise Terpentinersatz vollständig abgerieben.

6.      

Nun kann der eigentliche Druck beginnen. Dazu wird die Druckfarbe in kreisenden Bewegungen auf der Druckplatte verteilt, bis alle Rillen ausgefüllt sind. 

Überschüssige Farbe wird mit einem weichen Tuch abgenommen. Dann wird das angefeuchtete Papier auf die Platte gelegt, mit einer schützenden Schicht aus beispielsweise Filz abgedeckt und das Motiv langsam und unter gleichmäßigem Druck übertragen. 

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